Millionen Blüten per Post: Ermittler stoppten Falschgeld aus China im Milliardenwert.
Millionen Blüten per Post: Ermittler stoppten Falschgeld aus China im Milliardenwert.
Bildquelle: Europol

Falschgeld aus China: Europol stellt 1,2 Milliarden Euro sicher

Europol stellt 1,2 Milliarden Euro Falschgeld aus China sicher. Die Operation DECOY III legt internationales Fälschernetzwerk offen.

Falschgeld aus China in Milliardenhöhe sollte per Post nach Europa gelangen. Ermittler in 18 Ländern fingen die Sendungen jedoch ab und stellten die gefälschten Banknoten und Münzen sicher. Europol meldet die Sicherstellung von gefälschten Banknoten und Münzen mit einem geschätzten Gesamtnennwert von 1,2 Milliarden Euro. Mehr als 90 Prozent der Sendungen sollen aus China stammen.

Im Rahmen der Operation DECOY III stoppten Zoll und Polizei in 18 Ländern während einer sechsmonatigen Einsatzphase zwischen Juni und November 2025 insgesamt 379 Postsendungen mit Falschgeld. Laut Pressemitteilung von Europol stellten die Behörden 4,8 Millionen Euro-Banknoten und -Münzen, 2,3 Millionen gefälschte US-Dollar-Noten, 23.302 britische Pfund und 4.800 Schweizer Franken sicher. Die Spur des Milliarden-Falschgelds führt laut Europol überwiegend nach China.

Milliarden-Falschgeld per Post: Europa im Visier

Zwischen Juni und November 2025 lief die dritte operative Phase der internationalen Ermittlungsaktion „DECOY“ mit dem Ziel, kriminelle Netzwerke zu stoppen, die gefälschte Währungen über den Postweg nach Europa einschleusten. Im Ergebnis fingen die Behörden 379 Pakete mit Falschgeld ab. Insgesamt beschlagnahmten sie gefälschte Banknoten und Münzen im geschätzten Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro. Laut Europol sollten die Blüten in der Europäischen Union in Umlauf gebracht werden.

Fälschungen mit Ursprung in China. Foto: Europol
Fälschungen mit Ursprung in China. Foto: Europol

Über 90 Prozent des Falschgelds kamen aus China

Nach Angaben von Europol lassen sich über 90 Prozent der beschlagnahmten Pakete mit Falschgeld nach China zurückverfolgen. Damit wird China in der offiziellen Mitteilung der europäischen Polizeibehörde als Hauptquelle für Falschgeld genannt, das nach Europa gelangt.

Gefälschte Banknoten aus China. Foto: Europol
Gefälschte Banknoten aus China. Foto: Europol

Besonders umfangreich war die Sicherstellung in Rumänien. Dort wurden mehr als 4,8 Millionen gefälschte Euro-Banknoten abgefangen. Zudem hoben Ermittler ein Lager mit über 223.000 gefälschten Geldscheinen aus, ebenfalls mit Ursprung in China.

In Portugal, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten stellten Behörden zusätzlich mehr als 220.000 gefälschte Münzen sicher. Auch diese Lieferungen sollen aus China verschickt worden sein.

Offen bleibt, welche Qualität die beschlagnahmten Blüten hatten und wie viele gefälschte Banknoten möglicherweise unentdeckt geblieben sind.

Operation DECOY III: Internationale Zusammenarbeit gegen Geldfälscher

An der Aktion waren Behörden aus 18 Staaten beteiligt, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, das Vereinigte Königreich sowie die USA. Die operative Leitung der dritten Phase übernahm Österreich, konkret das Büro für Betrugsermittlungen des Bundeskriminalamtes (BK). Europol koordinierte den Informationsaustausch, während das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) bei der Analyse verdächtiger Sendungen unterstützte.

Europol arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank und unter Koordination der Europäischen Kommission daran, die Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden zu intensivieren, um Fälschungen bereits an der Quelle zu bekämpfen.

Die Sicherstellungen führten laut Europol zur Einleitung von 70 neuen Ermittlungsverfahren gegen die hinter dem Handel mit gefälschten Banknoten stehenden Netzwerke. Ob es bereits Festnahmen gibt, wurde bislang nicht mitgeteilt.

Post, Pakete, Blüten als lukratives Geschäftsmodell

Der Postverkehr bleibt für die Szene dennoch attraktiv. Kleine Sendungen, internationale Logistik und hohe Versandvolumina bieten ideale Bedingungen, um große Mengen an Falschgeld unauffällig grenzüberschreitend zu verteilen. Für Fälscher bietet sich damit auch weiterhin ein Einfallstor.

Die Sicherstellung von 1,2 Milliarden Euro Falschgeld aus China ist zwar ein Schlag gegen internationale Fälscherbanden, vermutlich aber kein Knockout. Die 379 abgefangenen Pakete deuten auf funktionierende Lieferketten für gefälschte Währungen. Solange sich Millionen Blüten per Post nach Europa verschicken lassen, bleibt der Zahlungsverkehr anfällig für Missbrauch.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.