Free, Julian Assange
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Julian Assange für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen

Die Piraten im Europäischen Parlament haben dem Nobelpreiskomitee die Nominierung von Julian Assange für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Für die Piraten ist der Fall Julian Assange, der derzeit in Großbritannien inhaftiert ist, ein Symbol für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und des Rechts der Öffentlichkeit auf Information. Hier die Nominierung der europäischen Piraten im Wortlaut.

Wer ist Julian Assange?

Hintergrund. Julian Assange ist ein australischer Journalist, Aktivist, Whistleblower und Mitgründer von WikiLeaks. Dies ist eine Plattform, die seit 2006 Millionen vertraulicher Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Die von der gemeinnützigen Organisation veröffentlichten Leaks deckten illegale Machenschaften der USA während der Kriege in Afghanistan, Irak und Jemen sowie die Arbeit von Geheimdiensten auf. WikiLeaks hat auch Berichte über Korruption und Kriminalität in Ländern wie der Türkei, Russland, China und Peru veröffentlicht.

Der Europaabgeordnete der deutschen Piratenpartei Patrick Breyer kommentiert:

wikileaks

„Wir nominieren Julian Assange für seine Errungenschaften und Enthüllungen, aber die Inhaftierung und strafrechtliche Verfolgung von Assange schafft auch einen extrem gefährlichen Präzedenzfall für alle Journalisten, Medienakteure und die Pressefreiheit. Kein Journalist sollte für die Veröffentlichung von ‚Staatsgeheimnissen‘, die von öffentlichem Interesse sind, strafrechtlich verfolgt werden, denn das ist sein Job.“

Ein Symbol für Presse- und Meinungsfreiheit

Markéta Gregorová, tschechische Europaabgeordnete der Piratenpartei, kommentiert die Nominierung:

„Die Geschichte von Julian Assange ist für mich sehr symbolträchtig. Es geht um den Kampf für Meinungs- und Pressefreiheit, für den Schutz von Journalisten und allen, die Informationen an die Öffentlichkeit bringen. Julian Assange hat eine Reihe von hochproblematischen Praktiken der amerikanischen Geheimdienste und des Militärs aufgedeckt. Jemanden für die Veröffentlichung von Informationen im öffentlichen Interesse zu bestrafen, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall. Der Schutz von Journalisten, ihres Lebens und ihrer Arbeit ist ein grundlegendes demokratisches Prinzip.“

Assange drohen bis zu 175 Jahre Freiheitsentzug

In den Vereinigten Staaten drohen Julian Assange bis zu 175 Jahre Gefängnis. Der Australier hat aus Sicherheitsgründen in verschiedenen Ländern gelebt. Zwischen 2012 bis 2019 hielt er sich in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, wo man ihm politisches Asyl gewährt hat. Im Jahr 2019 ersuchten die USA Großbritannien um die Auslieferung von Assange.

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Foto Thierry Ehrmann, thx! (CC BY 2.0)

Seither ist er im britischen Belmarsh-Gefängnis inhaftiert. Im Dezember 2021 stimmte der britische Oberste Gerichtshof der Auslieferung des Whistleblowers an die USA unter der Bedingung zu, dass er nicht in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht wird, da Expertenberichte darauf hinwiesen, dass seine psychische Gesundheit geschwächt und er suizidgefährdet ist. Assange hat die Entscheidung über seine Auslieferung angefochten, worüber der Oberste Gerichtshof erneut entscheiden wird.

Im Oktober erlitt Assange einen Schlaganfall in Folge des Stresses im Gefängnis nebst der drohenden Auslieferung in die USA.

Tarnkappe.info

Kategorie: Wikileaks
Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.