Ein Artikel über ChatGPT auf CNET
Ein Artikel über ChatGPT auf CNET
Bildquelle: Screenshot

CNET ließ zahlreiche Artikel von einer KI erstellen

Schüler und Studenten lassen ihre Hausaufgaben gerne von einer KI erledigen. Doch auch Redakteure von CNET neigen neuerdings zur Faulheit.

Nicht nur Schüler und Studenten delegieren ihre Hausaufgaben gerne an eine künstliche Intelligenz (KI). Auch die Tech-Seite CNET scheint seit November still und heimlich Gebrauch davon zu machen. Und das ist längst nicht das erste News-Portal, das seine Arbeit an eine solche Software delegiert.

CNET-Redakteure lassen Software für sich arbeiten

Anwender haben den KI-basierten Chatbot ChatGPT schon für viele teilweise sehr kreative Schummeleien genutzt. Dazu gehören auch Schüler und Studenten, die bei ihren Hausaufgaben seit November 2022 massive Unterstützung von dem von OpenAI entwickelten Tool erhalten.

Doch offenbar gehören auch Journalisten zu den Berufsgruppen, die sehr umfassend von künstlicher Intelligenz profitieren können. Denn wie Gizmodo berichtet, hat die Tech-Seite CNET schon seit Monaten still und heimlich Artikel von einer KI erstellen und von Menschen lediglich redigieren lassen. Und mit dieser Praxis steht das News-Portal nicht alleine da.

Über 70 Artikel innerhalb von zwei Monaten von einer KI erzeugt

Ironischerweise hatte CNET erst im vergangenen Monat einen Artikel publiziert, in dem der Reporter Jackson Ryan mögliche Auswirkungen von ChatGPT auf die News-Branche beschrieb. Darin kam er zu dem Ergebnis, der Chatbot könne “definitiv nicht die Arbeit eines Journalisten übernehmen“. Und auch wenn das Tool beeindruckende Arbeit abliefere, seien menschliche Arbeitsplätze “(vorerst) sicher“.

Der Online-Marketing-Experte Gael Breton fand jedoch kürzlich insgesamt 72 von einer KI geschriebene CNET-Artikel. Begonnen hatte das Unternehmen mit dieser Praxis offenbar am 11. November 2022.

Das zugehörige Autoren-Profil, unter dem die KI-Artikel erscheinen, trägt den Namen “CNET Money“. Auf dessen Seite heißt es, dass echtes Personal an den Inhalten beteiligt sei, indem es diese inhaltlich überprüfe und editiere.

Laut Gizmodo behauptet CNET dennoch, dass das Unternehmen jeden Artikel mit “redaktioneller Integrität” veröffentliche. “Genauigkeit, Unabhängigkeit und Autorität bleiben die wichtigsten Prinzipien unserer redaktionellen Richtlinien“, so das Unternehmen.

CNET ist nicht das erste News-Portal, das KI einsetzt

Auch andere namhafte News-Portale setzen bereits auf KI-generierte Inhalte. Die Associated Press stieg schon im Jahr 2015 in diese Praxis ein und kommuniziert dies auch offen auf ihrer Webseite. Aber auch die Washington Post machte im Rahmen der US-Präsidentschaftswahlen 2020 Gebrauch von einer künstlichen Intelligenz.

Es ist daher anzunehmen, dass neben CNET noch zahlreiche weitere Nachrichtenportale inzwischen Inhalte von einer KI erstellen lassen oder in nicht allzu ferner Zukunft in diese Praxis einsteigen werden.

Die Tarnkappe gehört jedenfalls nicht dazu. Bei uns arbeiten noch echte Autoren mit Herzblut an der Erstellung sämtlicher Inhalte. Und wenn Dir diese gefallen, würden wir uns selbstverständlich darüber freuen, wenn Du unsere Arbeit durch einen deaktivierten Werbeblocker oder eine kleine Spende unterstützt. Danke!

Tarnkappe.info

Mehr zu dem Thema
Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.