Ein Mann mit einer Kerze in der Dunkelheit
Ein Mann mit einer Kerze in der Dunkelheit
Bildquelle: Javidestock, Lizenz

EirGrid: Irlands Blackout-Gefahr stoppt Bau neuer Datenzentren

Der irländische Netzbetreiber EirGrid erteilt aufgrund möglicher Blackouts keine weiteren Netzanschlüsse für den Bau neuer Rechenzentren.

Irland geht der Strom aus. Engpässe in der Energiebereitstellung veranlassten nun den irländischen Netzbetreiber EirGrid dazu, keine weiteren Genehmigungen für neue Netzanschlüsse zu erteilen, die unter anderem für den Bau neuer Rechenzentren benötigt werden.

EirGrid verweigert neue Netzanschlüsse

EirGrid Logo
EirGrid Logo / Quelle: Unternehmenswebseite

Wie die Times berichtet, verweigert der Netzbetreiber EirGrid neue Anschlüsse rund um die irische Hauptstadt Dublin. Betroffene Unternehmen hat der Stromanbieter demnach entsprechend informiert. Dies resultiert schlussendlich in einem Baustopp neuer Datenzentren für Microsoft, Amazon, Equinix und vielen weiteren Playern der Tech-Industrie.

Einige bereits erteilte Baugenehmigungen sind damit vorerst hinfällig und lassen sich derzeit nicht weiter umsetzen. Das betrifft unter anderem auch neue Einrichtungen von Microsoft im Grange Castle Business Park und von Amazon im Clonshaugh Business and Technology Park.

Microsoft und Amazon suchen Alternativen

Einige Cloud-Unternehmen suchen dem Bericht zufolge bereits alternative Standorte, um die Versorgungsengpässe bei EirGrid zu umgehen. Denn diese sollen noch mindestens bis ins Jahr 2028 anhalten. Zumindest plant EirGrid bis dahin keine neuen Anträge mehr zu genehmigen. Microsoft und Amazon sehen sich demzufolge in Städten wie London, Frankfurt und Madrid nach Alternativen um.

Einige bereits vor langer Zeit bewilligte Anträge, die voraussichtlich mehr als 1 GW an Leistung umfassen, sollen ihren Anschluss noch erhalten. Doch viele Projekte stehen nun, noch vor dem ersten Spatenstich, vor dem Aus.

Bisher war Irland ein beliebter Standort

Bereits im letzten Jahr warnte der Energieversorger EirGrid vor möglichen Blackouts, da das Stromnetz bereits an seiner Belastungsgrenze operierte. Insbesondere für Cloud-Systeme, die eine hohe Verfügbarkeit erfordern, wird Dublin damit zu einem sehr riskanten Standort.

Aufgrund einiger finanzieller Vorzüge ist Irland bisher insbesondere innerhalb der EU ein sehr beliebter Standort für Datenzentren gewesen, wie auch ein Blick auf datacenters.com verdeutlicht. Doch wo kein Strom fließt, werden alle anderen Vorzüge automatisch hinfällig. Ein herber Rückschlag für diesen einst so attraktiven Standort.

Doch es bleibt abzuwarten, ob nicht auch andere Standorte sehr bald von einer Blackout-Gefahr wie bei EirGrid betroffen sind. Für Deutschland hatte das BSI ebenfalls bereits im März vor möglichen Blackouts gewarnt. Und diese müssen nicht zwangsläufig auf Versorgungsengpässe zurückzuführen sein. Auch Hackerangriffe auf kritische Infrastrukturen sind eine mögliche Ursache.

Über

Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.