Anthony Gallegos, Lead Designer von Subnautica 2, äußerte sich über Piraten, die bei Discord damit angeben, das Spiel nicht gekauft zu haben.
Mit Subnautica 2 startete Unknown Worlds Entertainment eines der meist erwarteten Survival-Titel des Jahres im Early Access. Zwei Tage vor dem Verkaufsstart erschien ein Crack des Spieles im Internet. Während Hunderttausende Spieler den Unterwassertrip legal über Steam und Xbox genießen, sorgt ein anderes Thema für Diskussionen: Piraterie. Nun hat sich Anthony Gallegos, der Lead Designer beim Entwickler, ungewöhnlich offen dazu geäußert.
Wir waren alle mal jung
Auslöser der Debatte waren verschiedene Nutzer im offiziellen Discord-Server des Survival-Games, die offenbar damit prahlten, sich bereits vor dem offiziellen Release illegale Vorabversionen des Spiels besorgt zu haben. Genau dieses Verhalten brachte Gallegos auf die Palme. In mehreren Nachrichten erklärte der Entwickler, dass ihn die Piraterie an sich weniger störe als die Art und Weise, wie einige Nutzer damit öffentlich angaben. Übersetzt schrieb er: „Piraten werden tun, was Piraten eben tun. Wir waren alle mal Kinder. Geld und Wirtschaftslage sind schwierig. Ich verstehe das.“
Entwickler von Subnautica 2 zeigt Verständnis für Piraterie
Gleichzeitig machte Gallegos klar, dass ihn besonders jene Spieler störten, die ihre illegalen Kopien demonstrativ vor Fans präsentierten, die geduldig auf den offiziellen Release gewartet haben. „Die Leute denken, ich sei Millionär.“ Der Designer reagierte außerdem auf Kommentare in sozialen Netzwerken, wonach Entwickler großer Spiele automatisch reich seien. Laut Gallegos entspreche das keineswegs der Realität. Er schrieb, er sei ganz sicher kein Millionär, auch besitze er kein Haus, sondern wohnt zur Miete.
Laut Gallegos kursieren viele Fehlinformation über die finanzielle Situation von Entwicklern im Netz. Das Studio habe schlichtweg den bestmöglichen Launch für seine Mitarbeiter erreichen wollen.
Lieber Refunds statt Warez
Besonders interessant: Gallegos sprach offen aus, dass er Rückerstattungen statt illegale Downloads bevorzuge. Die Spieler sollten das Game lieber legal kaufen, es kurz testen und bei Nichtgefallen zurückgeben, anstatt direkt zur Raubkopie zu greifen. Die Plattform Steam bietet seit Jahren eine vergleichsweise kulante Geld-zurück-Garantie für Spiele an. Wenn man weniger als zwei Stunden lang das Game gespielt und es innerhalb der ersten 14 Tagen zurückgeben will, genehmigt die Plattform in der Regel die Rückgabe des Kaufpreises.
„Ich kann Piraterie nicht gutheißen, aber ich verstehe, warum Menschen es tun.“
Gerade in Zeiten steigender Preise und wirtschaftlicher Unsicherheit dürfte diese Aussage in der Gaming-Community für Zustimmung sorgen.
Subnautica 2 verkauft sich trotzdem gut
Dem Erfolg von Subnautica 2 scheint die Diskussion bislang jedenfalls nicht geschadet zu haben. Laut Unknown Worlds erreichte der Titel am Releasetag rund 446.000 gleichzeitige Spieler auf Steam. Kurz darauf meldete das Studio bereits über zwei Millionen verkaufte Exemplare auf PC und Xbox Series X/S. Damit gehört der Early-Access-Launch zu den erfolgreichsten Steam-Starts der letzten Monate.
Piraterie bleibt Reizthema der Games-Branche
Die Aussagen von Gallegos zeigen einmal mehr das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Druck, hoher Spielepreise und digitaler Piraterie. Während Publisher traditionell hart gegen Warez-Seiten und Leaks vorgehen, äußern sich Entwickler selbst oft deutlich differenzierter.
Gerade kleinere Studios oder einzelne Entwickler zeigen immer wieder Verständnis für Spieler mit knappen Budgets – solange illegale Kopien nicht öffentlich glorifiziert werden. Große Publisher suchen bei neuen Titeln nach eine Möglichkeit, irgendwie ihr geistiges Eigentum zu schützen. Da Denuvo momentan innerhalb kürzester Zeit überwunden wird, bietet diese DRM-Software den Herstellern momentan keinerlei Schutz. Hersteller Irdeto sucht bereits nach Möglichkeiten, ihr Anti-Piraterie-System zu verbessern.
Subnautica 2 ist vergleichsweise günstig
Ob die offene Haltung von Unknown Worlds langfristig positive Auswirkungen auf die Community hat, bleibt abzuwarten. Die Diskussion über moralische Grenzen digitaler Piraterie dürfte jedenfalls weitergehen. Am Preis kann es nicht liegen, die reguläre Version kostet nur knapp 30 Euro. Und selbst der Subnautica Deep Ocean Bundle ist mit etwas über 40 Euro deutlich preiswerter als viele neue PC-Games. Nach Ende der Early-Access-Phase wird das Spiel aber teurer sein.




















