Crazy Taxi: World Tour soll Denuvo erhalten, obwohl es kein ungecracktes Denuvo-Game gibt. SEGA wird dafür schon vor dem Release kritisiert.
Publisher SEGA will seine alte Spielereihe mit Crazy Taxi: World Tour zurück auf die Straße bringen. Der neue Teil soll 2027 für PC und Konsolen erscheinen und die klassische Arcade-Formel mit Kampagne, fünf Städten, Mehrspieler-Modi und moderner Präsentation erweitern. Erst gestern erschien der offizielle Trailer. Doch schon kurz nach der Enthüllung sorgt nicht nur das Spiel selbst für Diskussionen.
Crazy Taxi: World Tour kommt 2027 mit DRM heraus
Laut den Angaben bei Steam wird die Windows-Version von Crazy Taxi: World Tour Denuvo Anti-Tamper erhalten. Eine offizielle Pressemitteilung von SEGA zur Denuvo-Integration liegt bislang nicht vor. Trotzdem reicht der Hinweis auf das Drittanbieter-DRM (wie es so schön bei Steam heißt) bereits aus, um bei vielen PC-Spielern die Stimmung zu drücken.
Denuvo ist seit Jahren eines der großen Reizthemen der PC-Gaming-Szene. Bis zum Auftauchen der Hypervisor-Bypass-Cracks sahen Entwickler und Publisher darin einen wirksamen Schutz gegen frühe Raubkopien, insbesondere in den ersten sechs Monaten nach dem Verkaufsstart. Das ist aber längst vorbei. Nun ja, vielleicht hofft SEGA, dass Irdeto das Problem bis zum Verkauf von Crazy Taxi in den Griff bekommen hat!?
Viele Spieler verbinden den Kopierschutz dagegen mit zusätzlicher Online-Abhängigkeit, möglichen Aktivierungsproblemen und der Sorge vor schlechterer Performance. Ob diese Kritik im Einzelfall immer messbar zutrifft, ist eine andere Frage. Doch das Imageproblem ist längst real. Davon sprach der Hersteller von Denuvo auch in unserem Interview letztes Jahr. Wenn das DRM dann auch noch bestimmte Plattformen aussperrt und zudem absichtlich den Online-Zwang verschärft, ist das Ganze schon lange nicht mehr lustig.
Auch der Einsatz von KI sorgte für Kritik
Gerade bei einem schnellen Arcade-Titel wie Crazy Taxi wirkt die Entscheidung unglücklich. Die Marke steht für Tempo, Direktheit und unkomplizierten Arcade-Spaß. Ein technischer Schutzmechanismus, der schon vor Release mehr Aufmerksamkeit erhält als einzelne Gameplay-Details, passt kaum zu dieser Erwartung. Statt Nostalgie und Vorfreude dominiert nun erneut die alte Debatte: Wie viel Kontrolle dürfen Publisher ihren zahlenden Kunden zumuten?
Hinzu kommt, dass SEGA bereits wegen des Einsatzes generativer KI bei Crazy Taxi: World Tour Kritik einstecken musste. Das Spiel startet damit kommunikativ nicht nur mit Rückenwind, sondern auch mit zwei Reizthemen: KI in der Entwicklung und Denuvo auf dem PC.
Für SEGA mag Denuvo wirtschaftlich nachvollziehbar sein, sollte Irdeto es schaffen, den Hypervisor-Bypasses etwas Effektives entgegenzusetzen. Zumindest hat man den neuartigen Cracks den Kampf angesagt. Für viele ehrliche Käufer ist der Einsatz der Anti-Tamper-Technologie trotzdem ein Signal des Misstrauens. Ausgerechnet diejenigen, die das Spiel legal erwerben, müssen mit zusätzlicher DRM-Technik leben. Raubkopierer sollen ausgesperrt werden, doch die Debatte trifft am Ende vor allem die zahlende Kundschaft. Nicht nur von Crazy Taxi, sondern von allen Originalen, die man damit schützen will.
Wird SEGA den Kopierschutz aufrechterhalten?
Ob SEGA den Kopierschutz bis zum Release beibehält oder später wieder entfernt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Crazy Taxi: World Tour sollte eigentlich die Rückkehr einer Kultmarke feiern. Stattdessen muss SEGA nun erklären, warum ein Spiel über grenzenlose Arcade-Freiheit ausgerechnet nebst dem KI-Einsatz bei der Erstellung mit einem der umstrittensten PC-Kopierschutzsysteme an den Start gehen soll.



















