Die Signal-App auf einem Handy
Die Signal-App auf einem Handy
Bildquelle: bigtunaonline, Lizenz

Signal-App: Bald keine SMS-Unterstützung mehr für Android

Datenschutz hat in der Signal-App oberste Priorität. Kurznachrichten sind aber alles andere als sicher. Nun zieht der Messenger Konsequenzen.

Wer sich die Signal-Messenger-App auf seinem Handy installiert, legt Wert auf eine sichere Kommunikation. Neben der Funktion, verschlüsselte Nachrichten sicher austauschen zu können, kann man aber auch herkömmliche SMS mit der Signal-App senden und empfangen.

Diese bei vielen seiner User beliebte Funktion will Signal nun abschaffen. Gründe dafür gibt es gleich mehrere. Einer davon ist wenig überraschend. Denn wo eigentlich Datenschutz und Sicherheit im Mittelpunkt stehen sollten, hat die SMS keinen Platz mehr.

Signal-App: SMS ist mit Datenschutz nicht zu vereinbaren

Schon seit den 1990er-Jahren gibt es sie. Die Möglichkeit, SMS zu verschicken. Als der Ingenieur Neil Papworth am 03. Dezember 1992 die erste Kurznachricht mit Weihnachtsgrüßen versendete, konnte noch niemand ahnen, welchen Erfolg diese Art der Kommunikation erfahren sollte.

Und obwohl die Erfolgsgeschichte der SMS im Mobilfunk wohl ihresgleichen suchen dürfte, war eines von Anfang an nie gegeben. Datenschutz und Sicherheit, welche heute zu den Standards in der Kommunikation und bei fast allen Messengern gehören, ließen sich mit diesen Kurzmitteilungen nicht wirklich vereinbaren.

Noch kann man mit der Signal-App auch die nicht sicheren Kurznachrichten verschicken. In einer gestern erschienenen Mitteilung gaben sie aber nun das endgültige Ende der SMS-Unterstützung ihres beliebten Messengers bekannt. Signal begründet seine Entscheidung folgendermaßen: “Der wichtigste Grund für uns, die SMS-Unterstützung von Android zu beenden, ist, dass SMS-Nachrichten im Klartext von Natur aus unsicher sind.

Signal: Datenschutz und Sicherheit stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit

Die Signal-App soll ihren Nutzern eine durchweg sichere Kommunikation ermöglichen. Zu oft sei es schon vorgekommen, dass Nutzer der Signal-App fälschlicherweise annahmen, dass auch die durch den Messenger verschickten SMS verschlüsselt seien.

Signal gibt daher zu bedenken: “Da Datenschutz und Sicherheit im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen, ist die Verwendung eines äußerst unsicheren Nachrichtenprotokolls in der Signal-Benutzeroberfläche unvereinbar mit unseren Werten und mit dem, was die Nutzer erwarten, wenn sie Signal öffnen.

Ein weiterer guter Grund sei neben der Sicherheit aber auch der Kostenfaktor von herkömmlichen Kurznachrichten.

Wir haben wiederholt von Leuten gehört, die mit hohen Gebühren konfrontiert wurden, weil sie davon ausgingen, dass es sich bei den von ihnen gesendeten SMS-Nachrichten um Signal-Nachrichten handelte und dann feststellten, dass sie SMS nutzten und von ihrem Telekommunikationsanbieter zur Kasse gebeten wurden.

signal.org

Gute und verständliche Gründe gibt es für Signal also genug. Und man will die Funktion auch nicht von heute auf morgen beenden. Die Nutzer der Signal-App sollen genügend Zeit haben, sich nach einer Alternative zum versenden von SMS umzuschauen.

Wenn Sie Signal auf Android verwenden, werden Sie jetzt einige Benachrichtigungen in Ihrer App sehen, die Sie durch den Prozess des Exports Ihrer SMS-Nachrichten, der Auswahl eines neuen Standard-SMS-Messengers auf Ihrem Telefon und der Einladung der Personen, die Ihnen eine SMS senden, zum Download von Signal führen.

signal.org

Ob die neue Chefin bei Signal, Meredith Whittaker, hinter dieser Entscheidung steckt, weiß man nicht. Dass wir aber weiterhin die Entwicklungen bei der beliebten Messenger-App genau verfolgen werden, ist sicher. Nicht zuletzt auch wegen unseres spannenden Interviews, auf welches wir nun schon seit geraumer Zeit warten.

Tarnkappe.info

Kategorie: Datenschutz, Kurz notiert
Sunny

Über

Sunny schreibt seit 2019 für die Tarnkappe. Dort verfasst er die Lesetipps und berichtet am liebsten über Themen wie Datenschutz, Hacking und Sharehoster. Aber auch in unserer monatlichen Glosse, bei den Interviews und in „Unter dem Radar“ – dem Podcast von Tarnkappe.info, ist er immer wieder anzutreffen.