Amazon One: NGOs und Künstler wehren sich gegen Handflächenscanner

Menschenrechtsgruppen, NGOs und Künstler wehren sich gegen die Einführung des Handscanners Amazon One am Red Rock Amphitheater, Colorado.

Das ikonische Red Rocks Amphitheater im gleichnamigen Red Rocks Park in Colorado, USA, hat den Handflächenscanner Amazon One als Einlasssystem installiert. Es soll helfen, bequem und einfach Zugang zum Amphitheater zu bekommen. In einem offenen Brief wehrten sich nun über 30 NGOs und zahllose Künstler gegen die Einführung des Systems.

Datenschutzbedenken bei Amazon One

Red Rocks

Amazon, Red Rocks und AXS (die Ticketfirma des Red Rocks Amphitheater) betonen, dass es nur um Bequemlichkeit geht. Jedoch erscheint das bei biometrischen Daten eher wenig glaubwürdig. Amazon ist bekannt für seine Datengier und wird bei den biometrischen Handflächenscans von Amazon One sicher nicht nein sagen.

Weiter geben die Unterzeichner zu bedenken, dass biometrische Daten üblicherweise nicht änderbar sind. Daher sind sie für Regierungen und Konzerne besonders interessant. Red Rocks befürchtet, dass durch Amazon One das Theatergelände häufig Ort von Razzien der Einwanderungsbehörde oder der Polizeibehörden würde. Zwangsweise würde dadurch auch häufiger Polizeigewalt eingesetzt, so die Unterstützer, zu denen auch bekannte Namen wie das Tor Network zählen.

Gefährliche und invasive Technologie

Amazon

Im gleichen Brief appellieren die Unterzeichner auch an AEG Worldwide, sämtliche Verträge mit Amazon zu beenden, welche sich auf die invasive Technologie zum Scannen von Handflächen zur weiteren Benutzung in Amazon One beziehen. AEG plante Ende 2019 mit dem Unternehmen Live Nation auf ihren Festivals Gesichtserkennung einzusetzen.

Dies wurde bekannt, als AEG ihre AGBs änderten, welche die Pläne enthielten. Die Unterzeichner des offenen Briefs fordern zudem, die weitere biometrische Überwachung auf Festivals und Tagungen ein für allemal zu beenden.

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Der Ende 2019 eingeführte Dienst Amazon One soll der Bequemlichkeit im Alltag dienen. Beispielsweise soll er das Bezahlen, Einlass oder andere persönliche Identifikationsdienste übernehmen. Einmal angemeldet, kann der Dienst überall, wo er verfügbar ist, genutzt werden.

Allerdings sind das momentan nur die 12 Amazon-Pop-Up-Stores in Seattle. Zukünftig stellt sich Amazon den Einsatz seines Handflächenscanners aber auch in Büros oder anderen Orten vor und möchte Systeme wie NFC-Tags ersetzen.

Tarnkappe.info