AlphaBay: Wurde der Darknet-Marktplatz bestohlen?

Derzeit ist AlphaBay aber aus dem Netz verschwunden, sind die Betreiber von AlphaBay mit rund 3,8 Millionen Dollar auf Nimmerwiedersehen untergetaucht?

AlphaBay
Grafik geralt, thx! (CC0 1.0 PD)

AlphaBay Market, einer der größten Umschlagplätze im Darknet, ist seit Dienstag Nacht nicht mehr erreichbar. Die User des Online-Anbieters befürchten Betrug, berichtet The Verge.

AlphaBay ist ein im Tor-Netzwerk als Hidden Service betriebener Darknet-Markt, der bereits seit 2014 besteht und auf dem vor allem Betrugs- und digitale Güter, aber auch illegale Drogen, verschreibungspflichtige Medikamente und Waffen gehandelt werden. Als Zahlungsmittel akzeptierte man die mehr oder weniger anonyme Kryptowährung Bitcoin.


AlphaBay Market wegen technischer Probleme offline?

Ein Administrator gab auf Reddit bekannt, dass die Website aufgrund von technischer Wartungsarbeiten vorübergehend offline ist. Da die Plattform aber bereits seit dem 4. Juli unerreichbar und auch nicht über Ausweichseiten, also Mirrors, erreichbar ist, bezweifeln viele User, dass es sich tatsächlich um Wartungsarbeiten handelt. In dem Zusammenhang sollen zudem massive Bitcoin-Abhebungen im Wert von ca. 3,8 Millionen US-Dollar durch die Accounts der Seite durchgeführt worden sein.

Diese Tatsache hat auf Reddit und Twitter zu Spekulationen geführt, dass die Verantwortlichen die Seite geschlossen haben. Damit hätten sie auch die Nutzer von AlphaBay bestohlen. Sogenannte „Exit Scam“ sind in dieser „Branche“ nicht ungewöhnlich. Es gab bereits Fälle, wo die Betreiber solcher Marktplätze mit dem Geld ihrer Kunden verschwanden. Zwar wird die Schuld gerne Hackern zugeschoben, beides lässt sich jedoch nur schwer beweisen.

Ob es sich auch bei AlphaBay um ein „Exit Scam“ handelt, ist bisher nur eine Vermutung. Kenner der Plattform verweisen darauf, dass dort sehr viel mehr Geld stecken würde, als die bisher entwendeten knapp vier Millionen Dollar.

Update

Später stellte sich heraus, dass sowohl AlphaBay, Hansa Market als auch das E-Book Verkaufsportl LuL.to die Polizei hochgenommen hat.

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.