Agora: Größter Darkweb-Shop pausiert aus Sicherheitsgründen

Article by · 28. August 2015 ·

agora darkweb screenshot
Agora, der wahrscheinlich größte illegale Online-Shop im Darkweb, legt derzeit eine Zwangspause ein. Den Betreibern geht es darum, die Sicherheit der Nutzer zu optimieren und nicht dem Vorbild von Silk Road zu folgen.

Der über den Anonymisierungsdienst Tor erreichbare Darkweb-Marktpatz Agora gilt seit dem Bust von Silk Road als der derzeit größte und aktivste. Vor zwei Tagen kündigten die Macher von Agora unter anderem auf Reddit an, dass sie zwingend auf die Veröffentlichungen von fünf Wissenschaftlern vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) reagieren müssen. Dort wird der Einsatz vom sogenannten „Circuit Fingerprinting“ beschrieben. Dieses Verfahren soll dabei helfen, den Aufenthaltsort der Shop-Server aufzudecken. Bislang galt es als zu aufwändig, diese Methode zu realisieren. Die neuen Erkenntnisse sprechen eine andere Sprache.

Angeblich habe man eine Lösung parat, die Umsetzung sei aber aufwändig und koste einiges an Zeit. Bis zum Abschluss der Operation bleibt Agora bis auf weiteres geschlossen. Der Bust von Silk Road durch das FBI im Herbst 2013 hat den illegalen Handelsplattformen übrigens nicht geschadet. Laut einer im April 2015 veröffentlichten Studie von Nicolas Cristin werden im Darkweb jedes Jahr Waren im Wert von schätzungsweise 100 bis 180 Millionen US-Dollar vertrieben. Dem Betreiber von Silk Road soll es laut Kyle Soska & Nicolas Cristin nicht um den eigenhändigen Verkauf von Drogen oder Waffen gegangen sein. Der Shop war vielmehr ein virtueller Marktplatz, der Interessenten und Anbieter zusammengebracht hat. Silk Road bot seinen Nutzern laut Studie ein Feedback-System an, in dem die An- und Verkäufer bewertet wurden. Zudem wurden darüber zeitweise die Zahlungen abgewickelt. Mittlerweile ist nach dem Bust des Nachfolgers (2.0) bereits Silk Road 3.0 und weitere Nachahmer online.

Reduzieren Agora & Co. etwa die Gewalt auf den Straßen?

Wissenschaftler der Universitäten von Lausanne und Manchester glauben daran, dass die durch Drogenhandel erzeugte Gewaltkriminalität aufgrund der verbotenen Angebote im Darkweb abgenommen haben soll. Da laut Studie die meisten virtuellen Käufer bei Silk Road 1.0 Händler waren, beschränkte sich die Warenübergabe zumeist auf Treffen zwischen Drogenhändlern und Konsumenten, die weniger Gewaltpotential als zwischen verschiedenen Händlern bieten sollen. Oder aber die Konsumenten bestellten die Drogen selbst im Darkweb. Über diese Theorie lässt sich natürlich trefflich streiten.

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6 Comments

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    mayo

    Für einen Kurier der im Februar diesen Jahres in Leipzig ausgehobenen Plattform “Shiny Flakes” gab es jetzt ein erstes Urteil.
    Zu 5 Jahren und 10 Monaten verurteilte das LG Leipzig einen 51 Jahre alten Kurierfahrer für Lieferungen von Drogen an den Betreiber der Plattform.
    Die letze Lieferung im Februar umfaßte insgesamt 55kg, 27,6kg Amphetamin, 24.850 Ecstasy-Tabletten, 20kg Haschisch und 10.000 LSD-Trips.

    http://motherboard.vice.com/de/read/shiny-flakes-drogenkurier-wurde-zu-fuenf-jahren-und-zehn-monaten-haft-verurteilt-555?trk_source=recommended

    http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Shiny-Flakes-Drogen-Kurier-aus-Mazedonien-droht-hohe-Haftstrafe

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    Waldo300

    Oder die Betreiber sind mit allen Bitcoins auf und davon.
    Eine gute Ausrede hätten sie ja.
    Naja, sollte es so sein, geschieht es den Nutzern so einer Plattform nur recht.
    Ehre unter Ganoven und so.

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      Luke Skywalker

      Typischer Tarnkappe.info Nutzer, von nichts ne Ahnung aber zu allem ne Meinung. Sollten Sie vorgehabt haben mit den Bitcoins einfach abzuhauen, hätten sie den Nutzern nicht vorher gestattet ihre Gelder abzuheben.
      Der Beitrag ist übrigens verdammt schlecht recherchiert, z.B hier: “Bei Silk Road selbst gab es übrigens keine Drogen oder Waffen.” Bullshit, es wurde beides angeboten. Agora hat irgendwann vor ein paar Monaten Waffen aus dem Sortiment genommen.

      Ein weiterer Satz der keinen Sinn ergibt: “Zudem wurden darüber zeitweise die Zahlungen abgewickelt und die Kursschwankungen der virtuellen Währung Bitcoin abgefedert.”
      Was soll das bedeuten, wie kann ein Agora-Wallet die Kursschwankungen des Bitcoin “abfedern”.

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        Waldo300

        Das Schöne ist, man muss nur etwas provozieren und schon findet sich jemand der mehr oder weniger qualifiziert sowie mit schwankendem inhaltlichen Gehalt seinen Senf dazugibt.
        Nicht selten füllen die Kommentare eventuell vorhandene Lücken im Artikel.
        Ich kenne die Seite tatsächlich nicht von eigener Anschauung her.

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          Es ist gut, dass jemand die Lücken füllt und Korrekturen vorschlägt. Wenn Du Dich mit dem Thema Darkweb gut auskennst, bist Du herzlich eingeladen, dazu einen Gastartikel zu schreiben. Ich arbeite mich selbst erst in dieses Thema ein, was ich gerne zugebe und was manche Leser leider auch aus meinem Artikel herausgelesen haben.

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        Danke für die Korrektur, ist geändert!


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