Zu gut verschlüsselt: FBI blieb Zugriff auf ca. 7000 Handys verwehrt

Article by · 24. Oktober 2017 ·

FBI-Chef Christopher Wray gab am Sonntag (22.10.2017) auf der Konferenz der Internationalen Vereinigung der Polizeichefs (IACP) in Philadelphia bekannt, dass die US-Bundespolizei auf die Hälfte aller beschlagnahmten Mobilgeräte nicht zugreifen kann, weil die gespeicherten Daten verschlüsselt sind, berichtet BBC.

Der US-Bundespolizei FBI ist es demnach nicht gelungen, die Daten aus fast 7.000 Mobiltelefonen auszulesen, auf die das FBI Zugriff hatte. FBI-Chef Christopher Wray spricht von einem sehr großen Problem, denn es wirke sich auf alle Ermittlungsbereiche aus: „Drogenkriminalität, Menschenhandel, Terrorismusbekämpfung, Spionageabwehr, Bandenkriminalität, organisiertes Verbrechen und Kindesmissbrauch“. Gleichzeitig verstehe er aber, dass es hier darum gehe, unterschiedliche Interessen auszugleichen, da Verschlüsselung auch zur Sicherheit beiträgt.

So verschlüsseln viele Smartphones standardmäßig ihren Inhalt, wenn sie gesperrt sind – eine Sicherheitsfunktion, die oft verhindert, dass auch die Hersteller der Geräte auf Daten zugreifen können. Eine solche Verschlüsselung unterscheidet sich von einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die das Abfangen von Kommunikationen in großem Maßstab verhindert.

Cybersicherheitsexperte Prof. Alan Woodward von der Universität Surrey meint, die Verschlüsselung von Geräten sei eindeutig frustrierend für strafrechtliche Ermittlungen, aber es wäre unsicher, „Hintertüren“ zuzulassen, da solche auch anderen offen stehen, wodurch Geräte und Software angreifbar würden. „Von nun an müssen Strafverfolgungsbehörden mit der Tatsache leben, dass Verschlüsselung auch forensische Untersuchungen vereitelt kann. Selbst wenn die Gerätehersteller keine solche Verschlüsselung einbauen würden, wäre es möglich, Software zu erhalten, die Daten auf dieselbe Weise verschlüsselt.“, sagte er.

Bildquelle: TheDigitalWay, thx! (CC0 Public Domain)

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10 Comments

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    Miraculix


    Eventuelle „Fake-News“ um „uns“ zu versichern das alles sicher wäre…Keep your eyes open!

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      Heiner


      Der Gedanke kam mir auch beim Lesen des Artikels. Man versucht aber auch mit solchen oeffentlichen Statements Politik zu machen.

      If they want to get in, they get in.

      Insbesondere wenn man „High Value Target“ ist.

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    HDX


    Die von Android von-haus-aus Encryption mit sicherem PW sollte bei ausgeschalteten Geräten ausreichen?

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    R60


    Klingt ja fast so als ob hier die Bürger beruhigt werden sollen. Ich kann mir fast nicht vorstellen das die Ermittlungsbehörden nicht an die Daten kommen. Das würde auch bedeuten das 50% der beschlagnahmten Handys im ausgeschalteten Zustand sichergestellt wurden.

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      Mario


      Wenn bei mir die Polizei vor der Tür stehen würde, mit einem Durchsuchungs Beschluss, kannst du aber sicher sein, dass sowohl mein Laptop zu geht und mein Akku vom Handy rausfällt.

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        Anonymous


        Und ich versichere dir das du mit sicherheit nichts mehr machst wenn dich die Polizei früh aus dem Bett klingelt und mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür steht.

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          Heiner


          Habe bei meiner ERSTEN HD damals die PIN verraten, um eine Beschlagnahmung zu verhindern.

          Man wird durch den fruehmorgentlichen Besuch doch schon ziemlich ueberrumpelt.

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    fbi_agent


    Name vom Tool wäre hilfreich

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      Heiner


      Das Tool, auf das sich das FBI bezieht, wuerde ich jetzt eher vermeiden…

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    Welche Verschlüsselung meint das FBI nun genau? Die Verschlüsselung die Handys automatisch anbieten oder über eine extra App?


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