Wird es ein Handyverbot auch an deutschen Schulen geben?

Frankreich hat sich mit einem neuen Gesetz, das am 5. August in Kraft trat, klar für ein Handyverbot in allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I ausgesprochen.

Handyverbot Schule Tamacus Brown Unsplash

Frankreich hat sich mit einem neuen Gesetz, das am 5. August in Kraft trat, klar für ein Handyverbot in allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I ausgesprochen. Somit ist jede Nutzung von Mobiltelefonen, Tablets und internetfähigen Uhren verboten. Die Vorschrift gilt im Regelfall für Schüler im Alter von sechs bis 15 Jahren. Während bereits seit 2010 ein Handyverbot für die Unterrichtszeit besteht, umfasst das neue Gesetz auch Pausen und Essenszeiten mit. Gymnasien können eigenständig über ein Verbot entscheiden. Ausgenommen von der Regelung sind Schüler mit Behinderungen, berichtet Agence France-Presse. Nun fordert die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) ein Smartphone-Verbot auch in deutschen Schulen.

Das Gesetz wurde im Juli im Anschluss an eine Wahlkampagne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erlassen. Befürworter meinen, dass das Gesetz die Ablenkung im Klassenzimmer reduzieren, Mobbing bekämpfen und Kinder ermutigen wird, während der Pause körperlich aktiver zu sein. Zudem wären Kinder so weniger Gewalt und Pornographie im Internet ausgesetzt. Immerhin haben in Frankreich fast 90 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen ein Handy.


Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) greift diese Idee nun auf und fordert auch für Deutschland ein entsprechendes Verbot. Andreas Fischer, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM), meint zum Thema gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Ich halte den Weg, den Frankreich geht, aus medienpädagogischer Sicht für richtig. Zur Medienkompetenz gehört auch, nicht immer online zu sein. […] Ich bin nicht dagegen, moderne Technik im Unterricht einzusetzen. Bei Mathe unterm Tisch in die Whatsapp-Gruppe zu schreiben oder ein Youtube-Video zu sehen hat mit Medienkompetenz gar nichts zu tun.“ Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) ist hingegen der Meinung, dass Schulen eigene Regeln dazu treffen sollten. Es solle dabei angestrebt werden, digital mobile Endgeräte als ein Lernwerkzeug pädagogisch und didaktisch im Unterricht zum Einsatz zu bringen.

 

Bildquelle Tamarcus Brown @ Unsplash.com, thx! (CC0 1.0)

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.