WinRAR: Der ewig währende Kampf mit den eigentlich unnötigen Keygens

WinRAR hat über 500 Millionen Nutzer und ist eines der beliebtesten Tools. WinRAR kann man umsonst nutzen. Warum also immer wieder Keygens?

Software Piraten

WinRAR kennen wir alle. Die meisten von uns sind mit diesem Datenkomprimierungstool groß geworden. Mit über 500 Millionen Benutzern weltweit ist WinRAR heute eine der beliebtesten Anwendungen überhaupt. Aber, obwohl man WinRAR umsonst nutzen kann, tauchen immer wieder Keygens im Netz auf. Eigentlich kompletter Unsinn, sagen jetzt auch die Macher von WinRAR.


WinRAR: nach Chrome und Acrobat Reader die am meisten installierte Software der Welt

Einer der Gründe warum WinRAR so erfolgreich ist, ist wahrscheinlich seine liberale Einstellung. Denn obwohl man ja eigentlich nach Ablauf der 40-Tage-Testversion immer wieder dazu aufgefordert wird, eine kostenpflichtige Lizenz zu erwerben, kann man das Tool trotzdem weiterhin unbegrenzt und kostenlos nutzen. So wundert es uns eigentlich nur wenig, dass WinRAR uns jetzt seit fast 25 Jahren ein ständiger und meist auch sehr lieb gewonnener Begleiter geworden ist. Mehr noch, ein Mitarbeiter von WinRAR teilte in einem Gespräch mit Torrentfreak mit, dass es neben Chrome und dem Acrobat Reader, mittlerweile die am dritthäufigsten installierte Software der Welt ist.

DMCA-Beschwerde beim Code-Repository Github

WinRAR

WinRAR

Die Berliner Firma Win.rar GmbH ist wie schon ausgeführt, sehr „großzügig“ wenn es darum geht, ihre Software auch nach Ablauf der Testphase weiterhin kostenlos nutzen zu dürfen. Die Firma setzt schon seit jeher darauf, dass Nutzer denen das Programm gefällt, dieses dann freiwillig kaufen. Daher ist es auch unverständlich, dass im Netz immer wieder Programme auftauchen, mit denen man sich ohne Bezahlung eigene Keys erstellen kann. Gegen den Programmierer eines dieser Keygens ist kürzlich ein Anwalt der Firma Win.rar GmbH vorgegangen. GitHub musste vor drei Tagen eine GitHub-Repository offline nehmen, die einen Keygenerator für WinRAR enthielt.

Dieses GitHub-Repository verstößt gegen einen Abschnitt von 17 USC § 1201, der Teil des Digital Millennium Copyright Act ist“ (GitHub)

GitHub hat daraufhin die Repository mit dem Keygen umgehend offline gestellt. Was das Ganze besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass der „Schöpfer“ dieses Keygens aus China zu kommen scheint. Genauer gesagt von der chinesischen Tianjin-Universität. Seit 2015 bietet WinRAR eine vollständig kostenlose Version ihres Tools für reguläre Benutzer in China an. Die Software des Studenten war offenbar von Anfang an für den Export gedacht.

Trotz vollständig kostenloser Nutzung immer wieder Keygens

„Wir sind stolz darauf, dass wir nach jahrelanger harter Arbeit nun Einzelbenutzern in China endlich eine völlig kostenlose Version von WinRAR für vereinfachtes Chinesisch zur Verfügung stellen können“ (WinRAR)

PiraterieDie Firma wollte sich auf diese Art bei seinen chinesischen Nutzern für jahrelange Treue bedanken. Warum also braucht man ein Tool, womit man die Software ohne Gegenleistung registrieren kann und fortan keine nervigen Meldungen mehr angezeigt bekommt? Der Autor des Tools, Double Sine oder auch DoubleLabyrinth genannt, sah die Erstellung des Keygenerators offenbar als eine „technische Herausforderung“ an, die er bei GitHub online gestellt hat.

Ein Sprecher der Betreibergesellschaft von WinRAR betätigte gegenüber Torrentfreak:

„Wir wissen, dass unsere Lizenzrichtlinien für Endkunden nicht so streng sind wie für andere Softwarehersteller. Für uns ist es jedoch weiterhin wichtig, dass WinRAR verwendet wird, auch wenn die Testphase möglicherweise abgelaufen ist.“ (Torrentfreak)

Klar, eigentlich sollte jeder (zumindest aus juristischer Sicht) nach Ablauf der Testphase das Produkt kaufen. Natürlich ist es ein sehr feiner Zug von WinRAR, die weitergehende Nutzung so locker zu sehen. Viele Nutzer des Tools scheinen aber leider immer noch, entweder auf einen Keygen zu setzen. Oder sie laden sich irgendwo einen „Crack“ des beliebten Datenkomprimierungstools von irgendwelchen dubiosen Webseiten herunter. Die Chance sich dabei einen Virus oder Trojaner auf seinen PC zu laden, sind natürlich entsprechend hoch.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Hasselqvist, thx! (Pixabay Lizenz)