US-Heimatschutz: Automatisierte Durchsuchungen von Social-Media-Konten in Planung

Article by · 12. März 2017 ·

Social-Media-Konten von Visa-Antragstellern sollen künftig automatisiert durchsucht werden. Allerdings verliefen durchgeführte Tests bisher wenig erfolgreich.

Ein Bericht der internen Aufsicht (Office of Inspector General, OIG) des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security, DHS) führt aus, dass vom US-Heimatschutzministerium durchgeführte Tests, Profile in sozialen Medien automatisiert zu durchsuchen, bisher nicht zu den gewünschten Ergebnissen führte. Es sollten die Profile von Besuchern und Immigranten auf diese Art analysiert werden, um festzustellen, ob die Personen eine Gefahr darstellen.

Die Tests fanden im Dezember 2015, im April 2016 und im August 2016 statt. Daran beteiligt waren die dem DHS unterstellten Behörden, United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) und United States Citizenship and Immigration Services (USCIS), die die Konten jeweils manuell und automatisiert untersuchten.

Während das ICE eine Suchmaschine einsetzte, die die sozialen Medien nach abfälligen Informationen durchsuchen sollte, die nicht in Regierungsdatenbanken vorhanden waren, verlangte das USCIS von den Visa-Bewerbern Informationen über ihre Konten bei Facebook & Co. Diese wurden dann sowohl von Mitarbeitern der Behörde als auch von einer Software des Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) durchsucht.

In einem Vergleichstest zeigte sich, dass die Software der Darpa “keine brauchbare Alternative für die automatisierte Sichtung sozialer Medien”, sei, Auswertungen durch Menschen brachten die deutlich besseren Resultate. So hätten die gefundenen Konten keineswegs in jedem Fall mit dem des Antragstellers übereingestimmt. Eine zusätzliche Überprüfung von Beamten war deswegen erforderlich. Allerdings hatte das USCIS keine Kriterien erstellt, um die Vertrauenswürdigkeit der Treffer konkret beurteilen zu können.

Jedoch hat sich das DHS von den Ergebnissen nicht entmutigen lassen und nahm die Tests im Januar diesen Jahres erneut auf. Laut Ministerium gibt es über 270 Programme, sie sich für diese Zwecke eignen.

Quelle

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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