tata.to offline, Streaming-Portal wechselt zu Cloudflare

tata.to ist offline. Die Betreiber wechselten von Google Drive zu Cloudflare, um der dritten Löschung aller hochgeladenen Filme zuvorzukommen.

tata.to, kino
Foto sailko, thx! (CC BY-SA 3.0)

Die Streaming-Webseite tata.to befindet sich im Umbau. Derzeit ist dort bis auf die Mitteilung über den Umzug der Daten zu neuen Servern nichts zu sehen. Im Hintergrund hat sich aber zwischenzeitlich schon einiges geändert, die Betreiber wechselten von Google Drive zu Cloudflare als Streaming-Hoster, um der dritten Löschung aller hochgeladenen Werke zuvorzukommen. Die Sache hat allerdings einen Haken.

tata.to kann Google Drive nicht länger einsetzen

In einschlägigen Foren wurde im Vormonat behauptet, dass tata.to über mehrere Tage hinweg offline war, weil man zu einem neuen Anbieter wechseln musste. Tatsache ist, dass Google Drive für Streaming-Webseiten als Online-Speichermedium zwar preiswert ist. Dafür löscht Google auf Verlangen der Rechteinhaber mittlerweile vergleichsweise zügig die dort hochgeladenen Kinofilme und TV-Serien. In der Folge mussten sich der bzw. die Betreiber jeweils eine neue Fake-Identität zulegen, einen neuen Account bei Google Drive anmelden, alle Filme neu hochladen, die Verknüpfungen auf der eigenen Webseite anpassen, die Nutzer beruhigen und hoffen, dass das ganze Spiel nicht wieder von Neuem losgeht.


Doch genau das ist schon mehrfach passiert. Bevor es zu einem dritten Re-Upload gekommen wäre, erfolgte der Wechsel zum US-amerikanischen Dienstleister Cloudflare. Übrigens: Auch das illegale Hörbuch- und E-Book-Portal Lesen & Lauschen (LuL.to) beauftragte Cloudflare mit der Übertragung der Daten von ihren Servern zu den LuL-Kunden. Das sorgte dafür, dass man den tatsächlichen Standort der LuL.to-Server zwar nicht von außen ausmachen konnte. Dafür lässt sich Cloudflare aber fürstlich bezahlen. In Anbetracht der gigantischen Datenmengen müssen Streaming-Portale im Gegensatz zu illegalen Verbreitern von E-Books, die winzig im Vergleich sind, mit monatlichen Kosten von bis zu 300 Euro rechnen.

Die Frage wird aber sein, wie tata.to derart hohe Kosten wieder reinholen will!? Die üblichen Verdächtigen, Online-Vermarkter wie OnClick, Propeller Ads Media etc. zahlen selbst Webmastern gut genutzer Seiten keine Unsummen. Dabei sind die monatlichen page impressions (Seitenzugriffe) bei tata nach den wiederholt gelöschten Streams ziemlich in den Keller gegangen. Die letzten Löschungen in Verbindung mit dem Sommerloch (Urlaubszeit etc.) kosteten die Betreiber rund 600.000 Zugriffe im Monat (siehe Grafik unten). Die Filme wie früher auf hauseigenen Servern unterzubringen, kam für tata.to auch nicht mehr infrage, wahrscheinlich wegen der entstandenen Kosten.

Vavoo bedient sich einfach bei der Konkurrenz

Die anonymen Macher der Bundle-URL vavoo.to bedienen sich derweil dreist bei tata.to. Untersuchungen vor etwa drei Wochen ergaben, dass man einfach die Streams des Pay-TV-Senders Sky angezapft hat, die tata.to ausstrahlte, um diese den Nutzern der Software und der bald verfügbaren Set-Top-Box Vavoo kostenlos anzuzeigen. Natürlich nur, sobald man als Bundle-URL vavoo.to eingegeben hat. Wer stattdessen bei den Einstellungen die legale Variante vavoo.tv/repo eingibt, erhält selbstredend nur legale Quellen, die man sich darüber anschauen kann.

Erklärung: Vavoo ist eine legale Abspaltung beziehungsweise Weiterentwicklung des Mediaplayers Kodi, ehemals bekannt als XBMC. Weitere Informationen zu diesem Media-Player kann man dem unten stehenden Video entnehmen:

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.