Snapchat startet gezielte Online-Werbung

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Der Betreiber der Messenger-App Snapchat will dieses Wochenende mit der Verbreitung gezielter Werbung an die Nutzer beginnen. Zumindest soll die Werbung nicht als Push-Nachricht verschickt werden. Wie es dazu kam? “Wir müssen Geld verdienen” wird im Firmenblog als Begründung angegeben. Erst kürzlich sind im Internet rund 200.000 Nacktfotos Minderjähriger im Internet aufgetaucht, die Snapchat-User ausgetauscht haben.

Wer mit Snapchat den Werbedeal abgeschlossen hat, darüber schweigt man sich im firmeneigenen Blog aus. Im Gegensatz zu privaten Nachrichten sollen die Werbebotschaften zumindest nicht als Push-Nachricht verschickt werden. In den im Mai angepassten Regelungen zum Thema Privatsphäre wird ausdrücklich vom Betreiber festgehalten, dass auch der Inhalt aller über Snapchat übertragenen Nachrichten temporär gespeichert und ausgewertet werden darf. Außerdem behält man sich vor, Angaben zum Aufenthaltsort der Nutzer, aller gesammelten Cookies und anderer Tracking Technologien sammeln zu dürfen. In der Privacy Policy heißt es weiter, die Werbung dürfe zielgerichtet stattfinden, um den Interessen der Snapchat-User gerecht zu werden.

Snapchat: “Wir müssen Geld verdienen.

Der erste Testlauf soll nächstes Wochenende in den USA starten. Kurz danach dürfte die Werbung auch in Europa zu sehen sein. Natürlich hätten sie viele Leute gefragt, warum man sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Die Antwort ist wahrscheinlich wenig überraschend: “Wir müssen Geld verdienen.

Die Snapchatter müssen sich also nicht nur an das Risiko gewöhnen, dass man ihre Nacktfotos möglicherweise ungewollt massenhaft im Internet verbreitet. Sie nehmen künftig ebenfalls in Kauf, dass man ihnen zudem auch noch Werbung anzeigt. Natürlich sollen es nur solche Anzeigen sein, die auch zu ihnen passen. Im Vorfeld wurden dafür ihre Vorlieben, Lieblingsprodukte und ihr Nutzungsverhalten ausgeforscht. Erst letzte Woche kam es dazu, dass unzählige Fotos zumeist minderjähriger Nutzer im Internet aufgetaucht sind. Zwar wurden diese kurzfristig wieder von diversen Sharehostern gelöscht. Dafür wurden Teile von “The Snappening” bei Bittorrent-Netzwerken hochgeladen, wo sie wirklich niemand mehr entfernen kann. Die Betreiber von The Pirate Bay & Co. werden auf Löschanfragen sicher nicht reagieren, das haben sie noch nie getan.

Bildquelle: Mauritio Pesce – (CC BY 2.0)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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3 Kommentare

  1. Maio Heinz Kiesel sagt:

    “Erst kürzlich sind im Internet rund 200.000 Nacktfotos Minderjähriger im Internet aufgetaucht, die Snapchat-User ausgetauscht haben.”
    Das stimmt so doch gar nicht.

    • Lars Sobiraj sagt:

      Natürlich stimmt das, was soll denn sonst stimmen? Ja, es kann sein, die Bilder sind schon älter. Bekannt geworden (mit Ausnahme mancher Foren) ist der Leak aber erst vor kurzer Zeit.

      • -dich sagt:

        Naja so wie ich das mitbekommen habe waren unter den rund 200.000 Fotos auch Nacktfotos Minderjähriger.

        es sind aber keine “rund 200.000 Nacktfotos Minderjähriger im Internet aufgetaucht”

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