Robert J. Shiller: Nobelpreisträger warnt vor dem Bitcoin

Article by · 21. Januar 2018 ·

Der an der Universität von Yale lehrende Wirtschaftswissenschaftler Robert J. Shiller warnt in einem aktuellen Interview des TV-Senders CNBC eindringlich vor dem Bitcoin. Dieser besitze keinen eigenen Wert und habe somit keine große Zukunft vor sich. Es könne schon bald zum Platzen dieser Finanzblase kommen, glaubt Shiller.

Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften geht davon aus, dass eines schönen Tages der Kurs des Bitcoin komplett in sich kollabieren wird. Der im Jahr 2013 ausgezeichnete Nobelpreisträger spricht nächste Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Hinter dem Bitcoin stecke eine wirklich „clevere Technik“, gibt Shiller zu. Der Kursverlauf erinnere ihn aber stark an die Tulpenmanie in den Niederlanden vor mehreren Hundert Jahren. Es gebe überall Blasen. Shiller glaubt, Dinge würden nur einen großen Wert besitzen sofern es Menschen gibt, die ihnen diesen Wert beimessen. Dies sei traditionell im Fall von Gold gegeben, bei Kryptowährungen hingegen nicht.

Doch für Kryptowährungen sei es dann nicht komplett vorbei. Seit dem Preisverfall im Jahr 1640 werden noch immer Tulpenzwiebeln verkauft, wenn auch nicht zum Preis eines freistehenden Hauses. Niemand könne sagen, wann genau der Preissturz der Kryptowährungen kommen wird. Es könne laut Shiller noch bis zu 100 Jahre dauern, bis sich die Geschichte der Tulpenmanie wiederholt. Auch danach wird man den Bitcoin erstehen können, allerdings nicht zu einem derart hohen Preis wie heute.

Robert J. Shiller wird sicher nicht der letzte Wissenschaftler sein, der öffentlich vor dem Bitcoin warnt. Auch die Deutsche Bank, die Investoren Warren Buffett und Dan Morehead oder der BaFin-Präsident Felix Hufeld haben sich in der Vergangenheit ähnlich negativ geäußert. Shiller räumte im Fernsehinterview immerhin ein, dass er sich durchaus irren könne.

 

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

Mehr zu diesem Thema:

8 Comments

  • comment-avatar

    TeeB

    Der Mann hat keinen Nobelpreis, sondern den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften

  • comment-avatar

    Peter Pan

    Die investierte Energie birgt schon einen Wert. Ca. 250 kWh pro Coin waren das vor ein paar Jahren noch.

  • comment-avatar

    Anonymous

    “Dieser besitze keinen eigenen Wert und habe somit keine große Zukunft vor sich.”

    Stimmt: andere echte Währungen haben Deckungen in Form von Gold und ähnlichem. Bitcoin hat nix.

    “Der Kursverlauf erinnere ihn aber stark an die Tulpenmanie in den Niederlanden vor mehreren Hundert Jahren. ”

    Um zu diesen Schlußfolgerungen zu kommen, muß man kein Nobelpreisträger sein. Aber immer schön, wenn die eigene Meinung von einem Experten bestätigt wird.

    • comment-avatar

      Mausi

      Welche wichtige Währung ist denn heute noch von Gold gedeckt?
      Bitte nicht Goldstandard von Währungen mit den Goldreserven von Staaten verwechseln.

      Etablierte Währungen wie Euro, US-Dollar oder Bolivar sind nicht viel mehr Wert als das Papier auf dem sie gedruckt sind. Außer die Leute haben Vertrauen in die Währung, dann ist das was anderes. Aber auch Währungen können von heute auf morgen platzen, frag mal die Menschen in Venezuela, die im Moment lieber MMORPG-Gold farmen als Bolivar zu verdienen (überspitzt gesagt)

      • comment-avatar

        Anonymous

        @Mausi: ich würde mal sagen, weltweit akzeptierte, langjährige, etablierte und gehandelte Währungen sind nach wie vor zumindest teilweise mit Gold gedeckt.

        Stichworte: weltweit, akzeptiert, etabliert, gehandelt, langjährig.

        Auch der Goldpreis ist letzten Endes ein willkürlicher, in Zeiten einer Hungersnot ist ein Garten hinterm Haus für den Gemüseanbau mehr wert als ein Goldbarren. Siehe Geschichtsbücher über den Schwarzmarkt nach dem 2. Weltkrieg.

        Die derzeit gängigen Währungen haben eine jahrhundertlange Historie und damit eine Verbundenheit mit den Ländern, den Kulturen, ihrer Wert-Schätzung, ihrer internationalen Akzeptanz.

        Cryptowährungen sind eine Erfindung aus dem …. digitalen Nichts. Ihre Akzeptanz und damit die Wert-Schöpfung ist ein leicht inzestuös anmutender Prozess, der überwiegend innerhalb der Crypto-Community stattfindet.

        • comment-avatar

          Mausi

          @Anonymous: Woher hast du das, dass die wichtigsten Währungen (und dazu zähle ich vor allem Dollar und den Euro) mit (teilweise) Gold gedeckt sind.
          Golddeckung bedeutet doch, dass für jeden Euro/Dollar ein Gegenwert in Gold irgendwo gelagert wird und zwar verbindlich als Währungsgegenwert und nicht als Reserve, z.B. für schlechte Zeiten. Das ist aber meines Wissens nach nicht der Fall. Die Golddeckung des Dollars wurde in den 70er Jahren praktisch abgeschafft, juristisch soll es das wohl noch geben, zu einem lächerlichen Preis. Der Euro war noch nie eine Goldwährung, sondern schon immer eine reine Papierwährung.

          Ja, sowohl die USA als auch die Eurozone haben sehr hohe Goldreserven, aber die sind doch nicht an die Währung gekoppelt?

          Aber ich stimme insofern zu, dass sich die Kryptoszene gegenseitig hochschaukelt, während die Coins sonst keinen Zweck erfüllen außer zur Spekulation. Aber ich selbst werde dieses Jahr meinen Kunden ermöglichen, in drei Kryptowährungen bezahlen zu können, weil ich die Idee von Kryptowährungen sehr spannend finde. Wird zwar sicherlich erstmal keiner nutzen, aber wenn man selbst nichts beiträgt, wird sich auch nix ändern.

          Was ich übrigens lustig finde in den ganzen Kryptogruppen: Sie lästern ständig gegen den Euro, aber den meisten geht es doch nur um Profite. D.h. die ganzen Lambos von denen sie träumen, die bezahlen sie dann doch mit Euro die sie sich von ihren Gewinnen auscashen lassen :-)

  • comment-avatar

    HaPa

    Das Weltwirtschaftsforum (WEF) findet in Davos statt und nicht wie geschrieben in Genf.


Leave a comment