Razzien zielten auf weltweit Organisierte Kriminalität

Ein internationaler Schlag gegen die Organisierte Kriminalität (OK) mittels Razzien ist Ermittlern heute weltweit gelungen.

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Razzien
Bildquelle: motortion

Wie WDR und NDR berichteten, ist es dem FBI erneut gelungen, bei einer verschlüsselten Kommunikation mutmaßlicher Drogenhändler mitzuhören. Infolge kam es am Montag zu weltweiten Razzien, auch in Deutschland.

Demgemäß habe die Polizei am Montag im Rahmen einer von Europol koordinierten größeren internationalen Aktion Razzien gegen Personen durchgeführt, die der Beteiligung an der Organisierten Kriminalität (OK) verdächtigt werden. An der Maßnahme beteiligten sich gemäß Recherchen der Bild-Zeitung zehntausende Ermittler weltweit. In 16 Ländern durchsuchten Polizeieinheiten Wohnungen, Lagerhallen, Garagen und Büros. Ermittler sind dabei sowohl bei Drogengeschäften gegen Hersteller, Dealer und Hinterleute, aber auch gegen Waffengeschäfte, Menschenhandel und Geldwäsche sowie zahlreiche andere Delikte vorgegangen.

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Als Einsatzorte der Razzien werden Australien, Kanada, Estland, Litauen, die Niederlande, Schweden, Großbritannien, die USA und auch Deutschland genannt. In Hessen lag offenbar der deutsche Ermittlungs-Schwerpunkt. Teils schwer bewaffnete Einsatzkräfte, wie auch die Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei, waren im Einsatz. Hier sollen 60 Objekte betroffen gewesen sein. Aber auch in zahlreichen anderen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen, kam es zu weiteren Durchsuchungen. So nahmen Einsatzkräfte im Frankfurter Stadtteil Bockenheim einen Drogenkoch fest. In Wächtersbach gingen zwei junge Männer aus dem Main-Kinzig-Kreis, die großflächig mit Drogen gehandelt haben sollen, den Ermittlern ins Netz. Zudem hat man in Kassel Privat- und Gewerbeobjekte durchsucht.

Chat-Entschlüsselung führte zu Razzien

Europol führte an, „die Operation sei die bisher anspruchsvollste Aktion gewesen, die Aktivitäten von weltweit tätigen Verbrechern zu unterbinden“, berichtet The Washingtonpost. Als Voraussetzung der heute weltweit erfolgten Razzien, gelang es der US-Bundespolizei FBI, sich Datenzugang zu einem Anbieter verschlüsselter Kommunikation zu verschaffen. Das Mitlesen der Chats gestattete aktuell die weltweite Ergreifung von Verdächtigen.

Bereits im Juli letzten Jahres gab Eurojust bekannt, dass mittels Entschlüsselung von EncroChat den Ermittlern aus mehreren Ländern ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Europa gelungen war. Zudem haben im März dieses Jahres belgische Medien erstmals darüber berichtet, dass Strafverfolgungsbehörden den Anbieter Sky ECC Global Ende letzten Jahres gehackt haben. Auch dieser Anbieter hat indes damit geworben, absolute Sicherheit und Anonymität zu garantieren. Schon hier ist es infolge zu zahlreichen Durchsuchungen und Festnahmen gekommen. In Belgien fanden zeitgleich etwa 200 Hausdurchsuchungen statt, man hat 48 Personen festgenommen und mehr als 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt. Damals hatten Ermittler dann auch in den Niederlanden rund 30 Personen festgenommen und 75 Wohnungen und Büros durchsucht.

Weitere Details zu dieser Aktion geben die Beamten offenbar erst am Dienstag preis. Sie wollen die weltweit laufenden Ermittlungen im Zuge der Razzien nicht durch zu frühe öffentliche Informationen gefährden.

Tarnkappe.info

 

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.