Razzia: 60.000 Schwarzpressungen beschlagnahmt

Article by · 30. April 2015 ·
Razzia. Lagerhalle mit DVDs - Foto: Polizeidirektion Flensburg.

Schwarzkopien von Spielfilmen, so weit das Auge reicht. Foto: Polizeidirektion Flensburg.

Razzia: Vor wenigen Tagen wurden in der Nähe der dänischen Grenze mindestens 60.000 nachgemachte DVDs, diverse PCs und Brennstationen nebst einem fünfstelligen Bargeldbetrag sichergestellt. Die Beweismittel haben einen LKW mit 7,5 Tonnen gefüllt. Die beiden Betreiber haben in den letzten Jahren nach Polizeiangaben einen Gesamtumsatz von 3 Millionen Euro erwirtschaftet. Sie wollten sich mehrere Unterschiede zwischen der deutschen und dänischen Gesetzgebung zunutze machen.

Am 21.4.2015 wurden im dänischen Padborg (deutsch Pattburg) und grenznahen Harrislee in Schleswig-Holstein, 5 privat und gewerblich genutzte Räumlichkeiten durchsucht. Die Razzia richtete sich gegen einen 51-Jährigen und einen 57-Jährigen wegen des Verdachts auf den illegalen Vertrieb von Blu-ray- und DVD-Imitaten. Bei den Durchsuchungen wurden von den 80.000 vorgefundenen Speichermedien mindestens 60.000 beschlagnahmt, weil diese nachgemacht waren. Die Ermittler beschlagnahmten außerdem diverse Computer, Brennstationen, Akten der Buchhaltung sowie einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Die Auswertungen der ermittelnden Beamten steht natürlich noch aus. Derzeit wird der bisher erzielte Gesamtumsatz auf 3 Millionen Euro geschätzt. Peter Petersen, Leiter des K3 bei der Bezirkskriminalinspektion Flensburg, kommentiert: „Die Tatverdächtigen haben offenbar gezielt den grenznahen Raum und die früheren Unterschiede zwischen dem deutschen und dänischen Rechtssystem, die die Strafbarkeit des gewerblichen Handelns betreffen, ausgenutzt.

Hardcore-Pornos: dänische Gesetzgebung umging Alterskontrolle

Gerüchte besagen, im Vorfeld wurde von den Behörden ein Online-Shop der beiden Betreiber vom Netz genommen, der sich auf den Vertrieb von Hardcore-Pornos spezialisiert hatte. Aufgrund der in Dänemark fehlenden Alterskontrolle war der grenznahe Webshop bei vielen deutschen Minderjährigen recht beliebt. Die Qualität der verschickten Filmwerke und ihrer Verpackung soll aber nach Informationen des Flensburger Tageblatts minderwertig gewesen sein. Auffallend war wohl auch das Impressum, welches lediglich eine britische Briefkastenfirma ausgab. Die reine Eröffnung einer britischen Limited Ltd. kostet zirka 50 Euro, sofern man sich komplett selbst informiert und die Gründung eigenhändig durchführt.

In einem Forum wurde den Betreibern von enttäuschten Porno-Käufern angeblich das Einschalten der Behörden angedroht. Möglicherweise wurde der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ein anonymer Hinweis zugespielt, was zu privaten Recherchen der GVU-Ermittler führte. Letztlich wurde von der Berliner MPA-Tochter eine Strafanzeige gestellt. Auf Grundlage der Strafanzeige wurden am 21. April 2015 die Durchsuchungsbeschlüsse der Flensburger Staatsanwaltschaft vollstreckt.

Die beiden Schwarzpresser aus Harrislee beziehungsweise Padborg wurden nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Auf eine Untersuchungshaft der beiden Verdächtigen wurde verzichtet.

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8 Comments

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    Cornelius Kappabani

    Mal wieder ein „Blogger blah blah“ Text mit lauter „man munkelt und es könnte sein das vielleicht etwas an den Gerüchten über die Möglichkeit der evt Wahrscheinlichkeit das jemand etwas gemacht hat stimmen könnte“ Fakten? Fakt ist: es gab eine Durchsuchung die gerade ob ihrer Rechtskräftigkeit geprüft wird da diverse Verfahrenfehler begangen wurden. So ist die Durchsuchung z.B. fast ausschlislich durch den Angestellten der GVU durchgeführt worden was das LG Berlin für Rechtswidrig erklärt hat!
    Zusätlich dazu wurden auch Büroräume von anderen Firmen und dreren PC’s durchsucht und beschlagnahmt. Der Hinweis auf existierende Kaufbelege von DVDs hat sowohl Staatsanwalt als auch GVU Mann nicht interessiert, es wurde trotzdem Beschlagnahmt.

    In Berlin haben Beamte auch al das Comic „Maus“ Beschlagnahmt weil da Hakenkreuze zu sehen waren. Hätten die das Buch umgedreht hätten sie lesen können das das Comic den Pulitzerpreis gewonnen hat! Lächerlich.
    Wir werden sehen.

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    Deafmobil

    Hier jammern die beiden Betreibern. Die haben ihre Lebensgeschichte zu erzählen
    http://moviepapst.com/index.php?main_page=page&id=3 (Wichtige Links, rechts oben interessantes zum Berichten)
    Sowie
    http://dvduncut.com/blog/

    Sie stellen als Opfer dar und behaupten auch noch die Beschlagnahme sein illegal. Facepalm

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      Wobei man natürlich auch nicht von vornherein ausschließen sollte, dass die Darstellung der Betreiber den Tatsachen entspricht…

      Ich meine, seien wir doch mal ehrlich: Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Polizei (und alle weiteren Beteiligten) beim Thema Schwarzkopien alles andere als professionell verhalten und Zeitungen darüber dann Artikel veröffentlichen, die zu 90% Fiktion, unterfüttert mit einem klitzekleinen bisschen Wahrheit…

      (Ich will damit natürlich auch nicht ausschließen, dass die Darstellung der Polizei stimmt und die Betreiber totalen Mist erzählen. Ich finde es nur momentan unmöglich, zu erkennen, welche Seite die Wahrheit sagt.)

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    sirnobody

    Eigentlich wollte ich sagen : Was für Idioten, aber eigentlich ist es ja gut daß diese Vögel derart dreist und bekloppt sind, sonst wären sie sicherlich noch im Geschäft -und das wollen wir ja alle nicht !

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    Postulator

    Was ist ein „grenznaher Webshop“?
    Verkaufen die übers Internet nur an Kunden in der Nähe von Grenzen? :-)

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      Anonym_2014

      „Was ist ein „grenznaher Webshop“?“

      Wahrscheinlich befindet der sich dort in der Nähe:
      http://www.onlinewahn.de/ende.htm

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        Postulator

        Könnte sein, ist auch eine gefährliche Ecke.
        Vorsicht Abbruchkante :Grins

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    Assilant

    „Die Qualität der verschickten Filmwerke und ihrer Verpackung soll aber nach Informationen des Flensburger Tageblatts minderwertig gewesen sein.“

    Die heutige „Szene-Elite“ eben :)


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