Präventiv-Tool: Facebook fördert Gesundheitsvorsorge

Facebook entwickelt ein Präventiv-Tool, welches an Untersuchungen erinnert oder Ärzte finden kann, zugleich aber auch Daten der User sammelt.

Präventiv Facebook Blutdruckmesser

Facebook stellt im News Room die vom Unternehmen neu eingeführte Gesundheitsfunktion vor. Das Präventiv-Tool soll es Nutzern ermöglichen, sich gesund zu erhalten. Die in Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsorganisationen entstandene Funktion ist zunächst nur in den USA verfügbar. Die im Tool verfügbaren Ressourcen werden von der American Cancer Society, dem American College of Cardiology, der American Heart Association und den Centers for Disease Control and Prevention bereitgestellt.

Mit Präventiv-Tool Gesundheitsressourcen ausschöpfen

Wie Facebook hervorhebt, ist das Präventionsinstrument dazu gedacht, dass Nutzer vorhandene Gesundheitsressourcen ausschöpfen können. Sie nehmen Vorsorgeuntersuchungen wahr und finden günstige Orte für die Pflege. Ferner ist es möglich, Erinnerungen für die Planung von Tests festzulegen, den Abschluss von Tests zu markieren und vieles mehr. Zudem sind Erinnerungen für Termine vorgesehen und Gesundheitsinformationen können eingeholt werden. Man kann sich Ärzte und Organisationen in seiner unmittelbaren Nähe anzeigen lassen. Facebook gibt Vorsorge-Tipps basierend auf Geschlecht und Alter, wie Mammografie-Screenings für Frauen ab 50 Jahren und Zeiten für Grippeimpfungen.


Ziel liegt im Finden neuer Lösungen

FacebookFacebook sieht die Bedeutung ihrer Gesundheitsfunktion darin, neue Lösungen zu finden und Partnerschaften dabei einzugehen. Die Notwendigkeit ergibt sich daraus, weil viele der wichtigsten Gesundheitsbedrohungen von heute weder von Wissenschaft, noch durch die Medizin allein zu lösen sind. Es gelte hierbei, globale Herausforderungen zu meistern. So hat man in den USA, Indien, Brasilien, Bangladesch und Pakistan eine Funktion eingeführt, um dem Problem der Blutknappheit entgegenzuwirken. Facebook gibt Menschen die Möglichkeit, sich als Spender anzumelden. Wenn Blutbanken in der Nähe benötigt werden, bekommen diese dann eine Benachrichtigung. Von dem Angebot haben bisher bereits mehr als 50 Millionen Menschen Gebrauch gemacht und sich für eine Spende angemeldet.

Vorbeugen ist besser als heilen

Auch die Prävention ist ein weiterer wichtiger Bereich, der in dieser Aktion mit integriert ist. Faktoren, wie mangelndes Bewusstsein, Zugang zu Pflegeeinrichtungen und Kosten stellen für viele Menschen Barrieren dar, die einer Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit entgegenwirken. Laut den Centers for Disease Control and Prävention (Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten) hätten Millionen von Menschen in den USA die empfohlene Vorsorge verpasst. Prävention ermöglicht es, Krankheiten frühzeitig erkennen. In einem frühen Stadium sind sie am besten behandelbar. In einigen Fällen lässt sich ein Fortschreiten der Krankheit dadurch verhindern. Der Schwerpunkt liegt hier vor allem auf den beiden häufigsten Todesursachen in den USA, nämlich Herzkrankheiten und Krebs (laut CDC) sowie der Grippe, eine saisonale Krankheit, von der jedes Jahr Millionen betroffen sind.

Präventiv-Tool: Ist Datenschutz gewährleistet?

facebookDamit die neu eingeführte Gesundheitsfunktion überhaupt wie vorgesehen ausführbar ist, muss Facebook allerdings einiges an Daten sammeln. Dazu gehören das Alter, das Geschlecht, aber auch der aktuelle Wohnort, bzw. der aktuelle Standort, sowie alle in der Funktion manuell eingetragenen Termine und Interaktionen, wie die Suche nach einem Arzt. Facebook gibt bekannt, sie wären sich der Sensibilität der anvertrauten Daten bewusst. Tatsächlich habe man „extra Schritte unternommen, die Daten zu schützen und werde nur eine limitierte Anzahl an Daten sammeln.“ So würde man diese nicht Drittanbietern zur Verfügung stellen. Auch auf ausgespielte Werbung anhand der Daten wollen sie verzichten. Als Ausnahme gibt man an, falls ein Nutzer auf vorgeschlagene Links klickt oder eine Seite mit „Gefällt mir“ markiert, so werden diese Daten gesammelt und für Werbezwecke genutzt.

Tarnkappe.info

 

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Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.