Polizei warnt: Streamingdienste locken in die Falle!

Einige Streamingdienste locken ihre Besucher systematisch in die Falle. Obwohl dort gar keine Kinofilme verfügbar sind, kassiert man wenige Tage nach der Registrierung einen Jahresbeitrag von 350 Euro und mehr. Die Polizei warnt erneut vor derartigen Anbietern und ihren wechselnden Methoden. Da sich das Geschäft noch immer lohnt, werden weiterhin Ahnungslose um ihr Geld gebracht.

Die Polizei warnt kontinuierlich vor den Abzockern unter den Streamingdiensten. Die Täter stellen mit zahlreichen Domains und einem ähnlichen Aussehen unzählige Portale ins Netz, die den Besuchern versprechen, man könne sich dort aktuelle Filme anschauen. Beim Besuch wird eine angebliche Fehlermeldung angezeigt. Danach fordert man die Surfer dazu auf, sich mit seinen persönlichen Daten, der Mobilfunknummer und Bankverbindung zu registrieren. Angeboten werden dort Kinofilme wie Guardians of the Galaxy, Findet Dorie, Grand Budapest Hotel und viele andere. Doch zu Gesicht bekommen die zahlenden Kunden keinen einzigen der beworbenen Blockbuster.


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Kurze Testphase, hohe Gebühren für gar nichts!

Nach nur fünf Tagen wird eine hohe Jahresgebühr fällig. Im Vorfeld hatte man den Nutzungsbedingungen bei der Registrierung zugestimmt. Obwohl die Fake-Portale kaum bis gar keine Werke im Angebot haben, wird eine Rechnung von über 350 Euro fällig. Die Polizei warnt auch vor angeblichen Bestätigungen mittels SMS, die aber nie ankommen. Manche Streamingdienste machen es sich noch einfacher und bieten die FAQ gleich in der englischen Sprache an, damit man sie nicht versteht.

Streamingdienste: Gefahr – besser niemals registrieren!

Mahnungen und Schreiben von Inkassobüros

Die niedersächsische Polizei berichtet von Rechnungen, Mahnungen und dem Einschalten von angeblichen Inkassounternehmen zwecks Forderungseinzug. Die Firmen gibt es aber überhaupt nicht. Beispielsweise auf macron-inkasso.eu etc. haben die Täter speziell für diesen Zweck die Seite eines angeblichen Inkassodienstleisters ins Netz gestellt. Laut Impressum sitzt die Macron Contracts Ltd. in Schottland. Das Unternehmen ist aber über eine Telefonnummer mit Berliner Vorwahl zu erreichen. Leider gibt es noch immer genügend Leute, die selbst das nicht stutzig macht. Wir haben dort heute mehrfach angerufen, wurden aber jeweils weggedrückt. Man wollte wohl nicht unser Geld.

Aber gut, die Telefonnummern anderer Webseiten hat man ja auch gefaked. So wird laut Impressum der Blog Prinzipia.com in den USA betrieben. Dessen Eigentümer Andreas Köppen lebt aber nachweislich mit seiner Familie in Norwegen. Auch die von ihm im Impressum vermerkte Telefonnummer führt absichtlich ins Nirwana.

Screenshot eines YouTube Videos. Ein angeblicher Jurist betont, man müsse die Rechnung vom Streamingdienst bezahlen!

Was tun bei Erhalt einer Rechnung bzw. Mahnung?

Polizei einschalten und die Schreiben ignorieren. Sofern die Aufklärung vor dem Vertragsabschluss (in diesem Fall die Registrierung) unvollständig oder unleserlich (in Englisch etc.) war, ist in Wahrheit gar kein Vertrag zustande gekommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Fachanwalt für IT- und Medienrecht einschalten.

Neu als Strategie sind YouTube Videos von angeblichen Rechtsanwälten, die gar keine sind (siehe Screenshot oben). Oder es wird in den Videos behauptet, man habe sich seriöse Informationen von Juristen eingeholt. Die Schauspieler geben an, angeblich seien die Rechnungen von Abzock-Portalen wie GadaFlix.de etc. echt. Demzufolge müsste man sie bezahlen. Diverse Videos wurden schon gemeldet und von YouTube gelöscht.

Nur 5 Tage Testphase. Auszug der Nutzungsbedingungen bei asoflix.de.

Liste der Streamingdienste, die abzocken:

asoflix.de, bagaflix.de, benplay.de, bogflix.de, bomoflix.de, choflix.de, dasflix.de, dasimax.de, dexflix.de, dinoflix.de, dodoplay.de, doflix.de, dogostream.de, domeflix.de, domstream.de, dostream.de, drflix.de, duckplay.de, euroflix.de, evaflix.de, faceflix.de, faxflix.de, felixkino.com, finflix.de, flixago.de, flixbay.de, flixday.de, flixdrom.de, flixfox.de, flixguru.de, flixhd.de, flixking.de, flixkino.com, flixland.de, flixlist.de, flixman.de, flixme.de, flixmex.de, flixtown.de, flixtv.de, flixway.de, flixwolf.de, flixwood.de, flowplay.de, foflix.de, fogostream.de, foxflix.de, frogplay.de, gagastream.de, Gigaflix.de, gogoflix.de, gogostream.de, goldflix.de, gomaflix.de, gonaflix.de, gonaplay.de, gonastream.de, hdflix.de, hdtime.de, hdwelt.de, heroflix.de, hogostream.de, huboflix.de, hugostream.de, ibostream.de, imaxgo.de, imaxnet.de, imaxstream.de, imaxtv.de, inflix.de, justflix.de, justhd.de, kinobay.de, kinolox.de, kinoplay.de, kinoroom.de, kinoyama.de, kiwiflix.de, laflix.de, lexflix.de, lexplay.de, lightflix.de, likeflix.de, limaflix.de, limeflix.de, lionflix.de, liteplay.de, lostream.de, loxflix.de, magaflix.de, mangoflix.de, maraflix.de, matoflix.de, matostream.de, megaflix.de, mexplay.de, migoflix.de, migoplay.de, mimiplay.de, minaflix.de, mobiflix.de, modflix.de, moxplay.de, myflixx.de, nogostream.de, nolistream.de, nonaflix.de, noxflix.de, noxplay.de, ogoplay.de, olaflix.de, oldflix.de, oliflix.de, oneflix.de, papiflix.de, pidoflix.de, pinoflix.de, pinoplay.de, plaplay.de, playago.de, playamba.de, playano.de, playomo.de, rexflix.de, rexkino.com, rexplay.de, rioflix.de, robflix.de, robiflix.de, rogostream.de, rostream.de, rotflix.de, sadoflix.de, saflix.de, savaflix.de, segastream.de, sekoflix.de, sobastream.de, sobostream.de, soflix.de, sogostream.de, soloflix.de, someflix.de, soyaflix.de, streamba.de, streambull.de, streamday.de, streamdome.de, streamex.de, streamfy.de, streamino.de, streamwolf.de, subostream.de, tabflix.de, tapeflix.de, teleflix.de, tideplay.de, tobiflix.de, toflix.de, tomflix.de, tonoflix.de, tugaflix.de, vagoflix.de

Die Liste ist unvollständig. Täglich kommen neue Domains dazu, andere werden quasi im Stundentakt abgemeldet. Dies geschieht, sobald zu viele Webseiten vor der Nutzung dieser Portale warnen. Dann ist nur noch die Fehlermeldung von Cloudflare zu sehen. Alle Seiten hat man nach exakt dem gleichen Muster aufgebaut. Im Impressum werden jeweils unterschiedliche Anschriften und Ansprechpartner angegeben, die allesamt falsch sind. Stellt sich nur die Frage, warum die deutsche Domain-Vergabestelle DENIC bei den ganzen gefälschten Kontaktdaten die Domains überhaupt freischaltet!? Doch die DENIC wurde nach unseren Erkenntnissen noch nicht einmal bei der Bekämpfung von Fake-Shops aktiv.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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