Paulo Coelho will Sony Pictures den Film „The Interview“ abkaufen

Sony Pictures sagte die Ausstrahlung des Kinofilms "The Interview" ab. Paulo Coelho bietet dem Filmstudio 100.000 Dollar an. Er will den Film verschenken.

Paulo Coelho
Paulo Coelho Foto nrkbeta, thx! (CC BY-SA 2.0)

Nach der erfolgreichen Übernahme der Infrastruktur von Sony Pictures durch Hacker wurde die Ausstrahlung des Kinofilms „The Interview“ abgesagt. Der brasilianische Autor Paulo Coelho bietet den Filmstudios 100.000 Dollar für die Filmrechte an.

Coelho scheut keine Auseinandersetzung und möchte den Film bei seinem Blog und diversen P2P-Tauschbörsen umsonst und völlig legal anbieten. Vor Hackangriffen hat er keine Angst.


In den USA haben sich zahlreiche Stars, Regisseure und Filmemacher sehr negativ über die Entscheidung von Sony Pictures geäußert. Ben Stiller, Rob Lowe, Aaron Sorgen, Judd Apatow, Albert Brooks und Michael Moore nahmen die Firma öffentlichkeitswirksam unter Feuer. „Games of Thrones“-Autor R. R. Martin bezeichnete die Entscheidung als eine „herausragende Offenbarung von geschlossener Feigheit„. Offenbar hat das Management Angst, weitere peinliche E-Mails und Firmengeheimnisse könnten durch die Hacker ans Licht gebracht werden. Der Film „The Interview“ sollte eigentlich jetzt zur Weihnachtszeit in den US-Kinos anlaufen. Wie es aussieht, wird die Komödie auf ewig in den Schubladen des Konzerns verschwinden.

sony hacked by gop screenshotPaulo Coelho bietet 100.000 US-Dollar

Der „Alchemist“-Autor Paulo Coelho wendete sich per Twitter an das Unternehmen. Er bietet Sony Pictures 100.000 Dollar für den Ankauf der Filmrechte an. Sein Angebot läuft aber bald aus. Alle Nutzer sollen den Kinostreifen umsonst sehen dürfen, in dem der nordkoreanische Machthaber verulkt wird. Noch hat Sony Pictures nicht auf das Angebot des Brasilianers reagiert.

Der Buchautor spricht sich seit langer Zeit für die Freiheit aller Informationen im Internet aus. Die Angriffe der Terroristen (gemeint sind die Hacker) müsse man abschmettern, sagte Coelho. Mit seinem Geld könne das Unternehmen immerhin 0,01 Prozent der bisherigen Unkosten tilgen. Coelho habe damals die Verfolgung von Salman Rushdie intensiv beobachtet, schrieb er den US-Medien. Nach der Veröffentlichung der „Satanischen Ferse“ wurde von Ayatollah Khomeini für den Tod Rushdies ein Kopfgeld ausgesetzt. Früher wären die Menschen nicht dieser Kultur der Angst ausgesetzt gewesen. Er habe Verleger aus Skandinavien erlebt, die sogar für ihre Überzeugung gestorben sind. Die Meinungsfreiheit habe gesiegt. Sie ist heute nicht weniger wichtig. Natürlich sei er sich darüber im Klaren, dass er sich selbst mit diesem Angebot an Sony ins Kreuzfeuer manövriert

„Aber entweder man steht für seine Überzeugung aufrecht oder Du verdienst nicht die Freiheit, die Du hast“

sony pictures logo, sagte Coelho den Medien. Die Angelegenheit könnte sich zu einem Präzedenzfall entwickeln. Auch andere Hacker werden früher oder später auf die Idee kommen, derartige Drohungen auszusprechen um unerwünschte Inhalte zu verbieten. Bisher ist unklar, warum Sony Pictures eingeknickt ist. Wahrscheinlich liegen den Hackern von Guardians of Peace noch brisantere und bislang unveröffentlichte Informationen vor, die Sony geheimhalten will.

Mit Terroristen dürfe man nicht verhandeln, schreibt der Buchautor. Unserem Kollegen Andy von TorrentFreak sagte er, er würde es begrüßen, wenn der Film bei oldpiratebay.org landen würde, damit ihn sich jeder anschauen kann. Das ist typisch für ihn, bei The Pirate Bay und Sharehostern hat er stets seine eigenen Werke hochgeladen und die Links auf seinem eigenen Blog beworben. Leider gibt es dort seit 2008 nichts Neues mehr zu sehen.

Der originalgetreue Nachbau von TPB inklusive der kompletten Datenbank und neuen Uploads hat das isoHunt-Team vor wenigen Tagen ins Leben gerufen. OldPiratebay.org will man aber sofort vom Netz nehmen, sobald das Original wieder online ist.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.