Online-Dating: Vermeintlicher Internet-Liebhaber tappte in Polizei-Falle

Für einen Online-Dating-Betrüger schnappte bei einer erhofften Geldübergabe die Falle zu. Eine 51-Jährige informierte rechtzeitig die Polizei.

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Bildquelle: keport

Die Polizei Dortmund informiert aktuell über einen Love-Scamming-Fall. Betrüger versuchten über mehrere Monate hinweg zu einer 56-jährigen Frau in Kontakten per Online-Dating Vertrauen aufzubauen, um anschließend groß abzukassieren. Als schließlich die Täter glaubten, ihr Opfer sei bereit für eine Geldübergabe in Höhe von 51.000 Euro für „wichtige Geschäftsprojekte“, sahen sie sich gewiss getäuscht. Statt des erhofften Geldes klickten für einen von ihnen die Handschellen.

Partnerbörsen liegen voll im Trend. Heutzutage findet die Partnersuche für viele Menschen im Netz statt. Auch Erfolge kann man den Singlebörsen sicher nicht absprechen. Allerdings entpuppte sich in dem Fall für eine 51-jährige Frau ein Online-Dating als Love-Scamming statt der großen Liebe. Diese erhoffte sich, im Netz den Partner fürs Leben zu finden. Jedoch daten dort nicht nur seriöse Mitmenschen. Genauso ist es möglich, dass man bei der Partnersuche einen Betrüger kennenlernt, der es ausschließlich nur auf das Geld seiner Opfer absieht.

Dabei ist der hier geschilderte Fall bei weitem keine Ausnahme, worauf auch unsere Tarnkappen-Forumsdiskussion hinweist. Zudem lauern beim Online-Dating noch weitere Gefahren. Erst im Juli berichteten wir darüber, dass sich Cyberkriminelle beim sozialen Netzwerk Lovoo vermehrt als attraktive Männer tarnen würden, um Single-Frauen in eine Falle zu locken. Sie nutzen hier Catfishing, um an Ausweiskopien zu gelangen.

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Aber auch international agierende Banden versuchen mit dem Fokus auf Abzocke auf dem Weg über Online-Partnerbörsen an meist einsam lebende Menschen heranzukommen. Eine Frau ließ sich hingegen nicht von den sorgsam gewählten Worten hinters Licht führen. Sie erkannte dahinter den Betrug und informierte die Polizei. Gemeinsam stellte diese mit ihr den Betrügern eine Falle, die am Dienstag (08.09.2020) am Dortmunder Hauptbahnhof, dem Tag der Geldübergabe, zuschnappte.

Als dringend tatverdächtig wurde hier ein 45-jähriger Nigerianer vorläufig festgenommen. Dieser war extra für die Geldübergabe aus einer Stadt bei Amsterdam angereist. Die Polizei stellte bei ihm mehrere Mobiltelefone sicher und ermittelt nun zudem gegen weitere Tatverdächtige. Zu einer tatsächlichen Geldübergabe kam es hierbei also nicht.

Die Polizei weist darauf hin, dass sich Mail-Verkehr über das Internet in Einzelfällen sogar über anderthalb Jahre hinweg erstrecken kann, bevor die Täter mit Geldforderungen an ihre Opfer herantreten. Dazu täuschen die Betrüger eine plötzliche Notlage vor. Sie appellieren dabei an das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft ihrer vermeintlich großen Liebe. Die Dortmunder Kriminalpolizei warnt:

„Sobald nach Kontakten in einer Partnerschaftsbörse die Forderung nach Geld kommt, ist absolute Vorsicht geboten. Überweisen oder übergeben Sie in solchen Fällen niemals Geld – informieren Sie besser die Polizei, ohne dass ein angeblicher Partner davon erfährt.“

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.