nVpn im Interview: bitte Fragen einreichen!

nVpn im Community-Gespräch, bitte Fragen einreichen! Wir leben in gefährlichen Zeiten. Wer weiß schon, was von den Betreibern von Börsen- oder Usenet-Foren tatsächlich an Daten aufbewahrt wird? Spätestens wenn jemand den physischen Zugriff auf den entsprechenden Webserver hat, ist es als Besucher unmöglich, die Kontrolle über die eigene IP-Adresse zu behalten.

Wir haben gestern die Zusage für ein deutschsprachiges Interview mit den Betreibern von nVpn erhalten. Dies ist einer der etwas weniger populären Vertreter, der im deutschsprachigen Markt dennoch schon länger vertreten ist.

Gerade beim Thema Usenet bekommt man momentan das Gruseln. Der frühere HoU-Admin Fairlight mutierte kürzlich ganz plötzlich zu einem neuen Administrator namens “The Doctor”. Fairlights Beiträge wurden einfach zum neuen Account hinzugerechnet. Keiner weiß, wer oder was wirklich dahinter steckt. Uns wurden Gerüchte zugesteckt, Fairlight habe mit seinem House of Usenet (HoU) schon seit Monaten nichts mehr am Hut. Unbekannte sollen die Oberhand gewonnen haben. Es sei ihnen wie auch immer gelungen, das Board zu übernehmen. Vielleicht war der frühere HoU-Betreiber zu wenig vorsichtig bei der Auswahl seiner Teamkollegen. Vielleicht wurde Fairlight auch einfach nur überlistet, ausgebootet oder erpresst. Immerhin geht es bei ihm um gewerbsmäßig betriebene Urheberrechtsverletzungen, für die man ihn anzeigen könnte Dieses Versteckspiel mit neuen Rollen wirkt auf Außenstehende alles andere als beruhigend oder seriös. Zwar haben die Staatsanwälte bisher wenig Interesse an den Usern von Usenet-Foren gezeigt. Trotzdem sollte man diesbezüglich lieber auf Nummer sicher gehen. Gerade, wenn es um den Besuch von Seiten geht, wo die Eigentümerverhältnisse alles andere als transparent, nachvollziehbar oder seriös sind, muss man sich schützen, indem man seine IP-Adresse verschleiert. Mit welchem VPN-Dienst man das tut, ist natürlich jedem selbst überlassen. Nichts ist schlechter, als solche Webseiten ganz ohne VPN anzusteuern.

Dazu kommt: Spätestens seit den Enthüllungen, die der Ex-NSA-Systemadministrator Edward Snowden im Sommer 2013 ermöglichte, wissen wir, dass diverse Geheimdienste an wirklich allem interessiert sind, was im Internet geschieht. Das Budget von NSA & Co. ist quasi endlos. Totale Überwachung und somit auch die Kontrolle der Online-Aktivitäten aller Bürgerinnen und Bürger: das ist das erklärte Ziel. Wer den vielen Geheimdiensten aus allen Himmelsrichtungen die Arbeit erschweren will, muss sich einen VPN-Anbieter suchen, dem er vertraut. Es sind aber nicht nur die bösen Geheimdienste aus dem Westen, die Organisationen aus China, Russland oder anderen Staaten sind keinen Deut besser! Fast jeder Staat der Welt verfügt mittlerweile über eine eigene Cyber-Armee.

Stellt Eure Fragen an nVpn: Einsendeschluss ist der 08. Dezember 2018 !

Wie man sieht, sind nicht nur bombenlegende Terroristen im Fokus der Schlapphüte, das sind wir alle. Denn umso lückenloser man unser Verhalten aufzeichnet und analysiert, umso einfacher wird es auch, unser Verhalten zu verstehen, um es steuern zu können. Ein VPN-Anbieter hat folglich immer etwas mit Vertrauen zu tun. Wichtig ist also nicht nur die Frage nach dem Hauptsitz und somit nach der Haftung des Anbieters. Wichtig ist auch, wo sich die Server befinden, über die man sich weiter verbinden lassen kann. VPN-Anbieter ohne Server außerhalb der EU/USA sind sinnfrei, denn darüber könnten die Geheimdienste dann doch wieder über den physischen Zugriff im Datencenter an unser Surfverhalten gelangen. Hier ein paar Fragen aus der Redaktion:

  • kann man nVpn auch in Kombination mit dem Tor-Netzwerk nutzen, um die Sicherheit zu erhöhen?
  • wie sieht es bei nVpn beim Thema Vermeidung von DNS Leaks aus? Kann ich mir als Nutzer sicher sein, unerkannt zu bleiben? Welche Online DNS Leak Tests könnt ihr empfehlen?
  • wo sind Eure Server verfügbar, wie schnell ist deren Anbindung? Welche Serverstandorte sind denn grundsätzlich empfehlenswert für die Nutzer?
  • welche Tätigkeiten im Internet sollte man z.B. bei den deutschen Servern unterlassen?
  • wie steht ihr zum Thema Fake-Shops oder Fraud? Sind solche Nutzer überhaupt wert, von Euch geschützt zu werden?
  • unter welcher Voraussetzung wird Euer Kill-Switch aktiviert? Was passiert dann eigentlich?
  • wie häufig wurden die Betreiber schon wegen behördlichen oder geheimdienstlichen Anfragen kontaktiert? Worum ging es dabei konkret (Tatvorwurf) und was geschah dann?
  • gibt es mit Ausnahme des Preises und der Server-Standorte noch andere Merkmale, nach denen die meisten Nutzer ihren VPN-Anbieter auswählen?
  • wie sieht’s dort mit dem Thema Filesharing aus? Kann ich darüber gefahrlos P2P-Transfers durchführen? Wenn ja, über alle Server?
  • und wenn nicht über alle Server: werde ich anderenfalls gewarnt? Gab es überhaupt jemals Anfragen wegen begangenen Urheberrechtsverletzungen?
  • mit welchen Mitteln wird eigentlich die Identität der wahren nVpn-Betreiber verschleiert? Gibt es dazu Details, die Ihr preisgegeben könnt oder wollt?
  • wie viele Personen sind denn überhaupt am Betrieb beteiligt? Was sind deren Aufgaben?

 

Und jetzt seid ihr dran. Was würdet ihr gerne wissen? Wir werden den Machern all Eure Fragen stellen, sofern sie nicht beleidigend oder herabsetzend formuliert sind. Einsendeschluss ist wie gesagt, Samstag, der 08. Dezember 2018!

P.S.: Unser erstes Community-Interview mit einem VPN-Anbieter aus dem Jahr 2015 könnt ihr hier nachlesen. Wegen der extremen Länge gab es auch eine Fortsetzung.

 

Beitragsbild von Jaroslav Devia @ Unsplash.com, thx! (CC0 1.0)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Kommentare

    1. Ghandy schreibt:

      Was mir noch an Fragen einfällt. Was haltet ihr von kostenlosen VPN-Anbietern, wo der Speed gedrosselt wird, wie z.b. ProtonVPN? Um das mal auszuprobieren, ist das ja eine nette Idee, kostet die Betreiber aber naturgemäß auf der anderen Seite nicht wenig Geld…

    2. Caligo schreibt:

      @Ghandy

      Habt Ihr schon einmal von den Behörden eine Anfrage bekommen einen einzelnen User zu loggen wegen Straftaten (z.B: Terrorismusverdacht, Mordverdacht etc.)? Wie würdet Ihr insgesamt mit einer solchen Anfrage umgehen?

    3. Caligo schreibt:

      @Ghandy

      Es geht mir bei der Frage um den Verdacht einer Straftat. Bei Bedarf kannst Du den Text umschreiben. Beispielsweise in der Türkei oder in Ägypten ist man schneller ein Terrorist, als man Buchstaben tippen kann. Auch in Deutschland (siehe Bayern) wird das teilweise sehr Variable gehandhabt.

    4. Ghandy schreibt:

      @Caligo Okay, formulieren wir eine weitere Frage daraus:

      Gibt es bei den Anfragen der Behörden regionale Unterschied? Beispielsweise in der Türkei wird man schneller zum Staatsfeind (Terrorist) deklariert, als man bis drei zählen kann.

    5. Caligo schreibt:

      @Ghandy

      Gerne :slight_smile: . Wie hier schon einmal geschrieben, habe ich bei einem VPN-Anbieter auf der Seite eine Aussage gefunden, dass bei Ermittlungen ein bestimmter User durchaus geloggt wird, und dass wohl bei jedem VPN in Europa so wäre (Eu-Gesetz). Aber ich weiß eben nicht mehr, welcher VPN-Anbieter das geschrieben hat.

      Wäre Sahne, wenn Du diesen Fragenkomplex stellen könntest. :smiling_face_with_three_hearts:

    6. Ghandy schreibt:

      Verlangen manche Staaten, dass die Server innerhalb ihrer Landesgrenzen die IP-Adressen loggen? Wie sieht das bei Servern aus, die dem DSGVO und anderen EU-Gesetzen unterliegen, müssen dort auch die Aktivitäten der Nutzer aufgezeichnet werden?

    7. KAiSER schreibt:

      Ich muss Mal nachhaken, wen meint ihr mit nVpn? NordVPN oder nVpn? Habe hier schon mehrmals gelesen das manche das mit nVpn abkürzen, aber das sind 2 verschiedene Anbieter!

    8. Caligo schreibt:

      @KAiSER

      Ich denke er meint nVpn.

    9. Ghandy schreibt:

      Gemeint ist nvpn.net und nicht NordVPN!

    10. Ghandy schreibt:

      Bitte Fragen und keine Kommentare mehr einreichen ,danke!

    11. d.busch schreibt:

      Kann man den digitalen fingerprint durch vpn oder irgendwie anonymer gestalten? Wird bei vpn Anbietern irgendwie eine Lösung gesucht um diesen fingerprint zu umgehen?

      Welche server am besten für Filesharing und Streaming?

    12. TheDoctor schreibt:

      Hallo Zusammen,

      Ich finde es schon echt lustig das ihr denkt das The Doctor ( also ich) Fairlight ist. Ich bin schon seid 2016 bei HoU registriert und bin mit Boardgründer. Wenn man sich meine Beiträge genauer anguckt, dann merkt man, das ich überwiegend in Movie und Games Bereich gepostet habe. Zwischendurch auch mal bisschen Musik. Da aber Fairlight ein XXX Admin war, kann das ja nicht sein. Vor HoU war ich auch unter den namen leckerlolly bekannt und Administrator von der Usenet seite House-of-Porn. Danach haben dann Fairlight Calcifer und ich House-of-Usenet gegründet. Ich bitte sowelche unterstellungen zu unterlassen!

      Mit Freundlichen Grüßen The Doctor

    13. Ghandy schreibt:

      Ich denke, es ist wichtig, dass Du das schreiben konntest. Ab jetzt werden weitere Kommentare gelöscht. Fragen für ein Interview werden gesammelt, keine Statements. :wink:

    14. Ghandy schreibt:

      Gibt es noch Fragen? Ich würde die gerne bald zusammenstellen!

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