NC3: Dänische Sondereinheit kann Spur von Bitcoins folgen

nc3 bitcoin wallet
Beim dänischen National Police Cyber Crime Center (NC3) wird derzeit gefeiert. Eine vom NC3 entwickelte Software soll dazu in der Lage sein, trotz diverser Verschleierungsmethoden die Spur des Geldes via Bitcoin zu verfolgen. In der Folge kam es in der Nähe von Randers zu Beschlagnahmungen von fast 100 Kilogramm Betäubungsmitteln und zu einer Verurteilung vor Gericht. FBI und Interpol sollen sich sehr für das Bitcoin-Toolkit interessieren.

Laut einem Bericht der Zeitung Berlingske können die Informationen sogar vor Gericht als Beweismittel verwendet werden. Bargeld habe im Graubereich, ähnlich wie bisher virtuelle Währungen den Vorteil, dass die Polizei nicht prüfen kann wann und wohin das Guthaben gewandert ist. Bis vor kurzem habe es keine Möglichkeit gegeben, den Weg der Bitcoins von den Kunden zu den Drogenhändlern zu verfolgen. An diesem Punkt ist den dänischen Behörden mit der neuen Software ein Durchbruch gelungen.

Im Januar wurde ein 23-jähriger Mann vom Amtsgericht Herning zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, weil man ihm mit dem Bitcoin-Toolkit die Gutschriften seiner Kunden nachweisen konnte. Der Angeklagte hatte im großen Stil Kokain, Ketamin und Amphetamin erworben, um die Waren im Darknet zum Verkauf anzubieten. Die Mittel, die allesamt gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen, wurden von der Polizei schon auf dem Postweg abgefangen. Nach Durchsuchungen der Käufer gelang es, der Spur des Geldes vom Konsumenten zum Anbieter zu folgen.

Ein Sprecher des dänischen Zentrums zur Bekämpfung von Cybercrime (NC3) sagte, die virtuelle Währung habe sich damit quasi gegen die Verbrecher gewendet. Dies sei ein „Meilenstein“ der polizeilichen Ermittlungen. Mittlerweile seien Mitarbeiter von FBI und Interpol am Einsatz der Software interessiert, heißt es weiter. Bisher hätten es noch keine anderen Behörden geschafft, Bitcoin-Transfers aufzudecken und vor Gericht als Beweismittel einzusetzen. Das Toolkit des NC3 soll in Zusammenarbeit mit anderen Behörden weiter verbessert werden.

Die genaue Funktionsweise des Bitcoin-Trackings wurde natürlich nicht offenbart. Wie sich der Angeklagte gegen seine Aufdeckung geschützt und ob er die Bitcoins zwischenzeitlich gemixt hat, ist ebenfalls unklar. Ohne einen Mixing-Dienstleister ist es so oder so ein Leichtes, auch Monate später die Aktivitäten eines Bitcoin-Wallets zu überwachen.

 

Bildquelle: Michael Wuensch, thx! (CC0 1.0)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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5 Kommentare

  1. Obey sagt:

    Und wenn ich die Bitcoin anonym kaufe?
    Wenn wollen sie dann diese Zahlung zuteilen und mixen kann ich Sie auch noch?

    Bin gespannt wie das weitergeht!

  2. Ichbinjanichtdummaber sagt:

    Ich habe schon versucht das Bitcoin-Ding zu kapieren, aber so richtig steige ich da nicht durch. Könnte Tarnkappe mal eine Tutorial schreiben? Das Bitcoin Wiki raffe ich nicht, bis auf die absoluten Basics. Und Paysafecard ist ja mittlerweile quasi tot wegen dem ganzen Ärger und hohen Gebühren.

  3. Mitch Poke sagt:

    damit sowas auch weiter nur Hinterhof Pot-Händler und böse Geldwäscher in die Bredouille bringt und keine falschen trifft, gibt es natürlich auch Diskussionen über ‘private Blockchains’ mit weniger Metadaten, für Banken und Finanzinstitute, Börsen, Länder, ect.

    Wie praktisch, gleich eine Handvoll Fliegen mit einer Klappe, äh Klatsche.

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