Mozilla Foundation kündigt 250 Mitarbeiter, Großteil vom Security Team

Fast das komplette Security Team des Firefox kündigte die Mozilla Foundation. Angeblich ist das Corona Virus die Ursache der Finanzprobleme.

Mozilla Foundation
Mozilla Foundation Foto: OnInnovation, thx! (CC BY-ND 2.0)

Seit Jahresanfang hat die Mozilla Foundation, bekannt vom Firefox und Thunderbird, ein Drittel seiner Mitarbeiter entlassen. Ausgerechnet einen Großteil vom Security Team des Firefox hat die Foundation nun vor die Tür gesetzt. Man begründet die Kündigungen mit den Folgen der anhaltenden Corona-Krise.

Schlechtes Management bei der Mozilla Foundation?

Die Geschäftsleitung spricht von einer „signifikanten Restrukturierung“ der Mozilla Foundation. So kann man es natürlich auch ausdrücken. Einer der gekündigten Mitarbeiter nennt bei Twitter die Schuldigen beim Namen.  Es war vielmehr „Missmanagement“, das die Geschäftsführerin Mitchell Baker vollzogen habe. Der System Administrator Michal Purzynski schrieb, Mozilla sei nicht mehr mit der Firma von einst zu vergleichen. Man habe dort die 250 besten Leute vor die Tür gesetzt, mit denen Purzynski je gearbeitet hätte.

Die Nachricht mit den Entlassungen zirkuliert bei Twitter unter dem Hashtag #MozillaLifeboat. Zahlreiche Beobachter können nicht verstehen, warum Mozilla die Einsparungen ausgerechnet mit dem Corona Virus begründet. Der Softwarehersteller sei doch kein Restaurant, Kino oder Disneyland, wo man auf die Besucherströme angewiesen sei, hieß es.


Mozilla CEO Baker kündigte an, man wolle das eigene Aussehen verändern und schlanker werden. Dreh- und Angelpunkt der Problematik stellen aber offenkundig die wirtschaftlichen Probleme der Foundation dar. Die gemeinnützige Stiftung musste schon für das Geschäftsjahr 2018 einen Verlust bekannt geben. In den Jahren 2019 und 2020 ist es wohl nicht besser geworden. Ob der für (ganz) Europa angekündigte hauseigene VPN-Dienst die Lage verbessern wird, bleibt abzuwarten. Mozilla VPN kann man derzeit nur in den USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Singapur und Malaysia benutzen. Auch die Clients für macOS und Linux hat man noch nicht fertig entwickelt. Wer auf die Warteliste möchte, kann sich hier eintragen.

 

Kritik satt an den Kündigungen

Felix von Leitner hält den Firefox von Mozilla auch ohne die Kündigungen schon für eine „Katastrophe, wenn es um Security geht„. In Version 79 vom Firefox habe man vier kritische Bugfixes unterbringen müssen. Fefe schreibt: „Das ist der Zustand, in dem die Security bei Mozilla vor der Entlassung des Security-Teams war.“

Im Gegensatz zu den anfänglichen Gerüchten hat man aber nicht die komplette Security Abteilung geschlossen. Zumindest das (weniger relevante) Gecko Team gebe es noch. Für von Leitner ist es trotzdem offensichtlich, dass man statt den Verantwortlichen die Personen entlassen hat, die gar keine Schuld am finanziellen Dilemma trifft. Es wäre für die Wirtschaft typisch, dass man lieber ein paar Ingenieure statt den Wasserkopf entsorgen würde.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.