Meinung: Als Amazon noch Amazon war … ein Kommentar

Amazon Warteschlange

Ich kaufe gerne bei Amazon. Ich will verstehen, dass die Verlage sich mit Amazon nicht anfreunden können, aber ich bin ein K-u-n-d-e. Es ist mir egal, was auf der anderen Seite der Handelsplattform passiert. Im Haifischbecken. Nur lese ich, dass Amazon einen Quartalsverlust von 437 Mio. USD einfährt. Und noch mehr verblüfft mich, dass der Verlust im Weihnachtsgeschäft auf fast 600 Mio. USD steigen soll. Bisher hat Amazon immer ohne Gewinn gearbeitet. Das fand ich als Kunde toll! Nun aber arbeitet Amazon mit Verlust, und ich muss an Karstadt denken.

Auch Amazon hat sich geändert

Ein Kommentar von Watchdog aka Spiegelbest.

Und wenn ich als Kunde zurückblicke, dann gab es einen Zeitpunkt in der Vergangenheit, der mich stutzig gemacht hat.

Ich wollte irgendeine Kleinigkeit bestellen. Etwas unter € 20,00. Ich hatte mich durchaus auf Versandkosten eingestellt. Nur wollte ich nicht in die Stadt fahren und dort angerempelt werden. Aber Amazon wies meine Bestellung als ‚PLUS‘-Bestellung aus. Das hat mich verblüfft. Es hat peinlich lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass sie – meine Freunde von Amazon – meine Bestellung abgelehnt haben – als zwar vorrätig, aber in der Zusendung ihnen nicht zumutbar.

der allesverkäufer Jeff BezosDaran denke ich jetzt. Noch eine Sache fällt mir ein. Wie jedes Jahr kaufe ich mir gegen alle Vernunftsgründe ein Elektrospielzeug bei Amazon. In diesem Jahr soll es ein Handy sein. Da fiel mir das Amazon Fire auf – das von Amazon selbst hergestellte Smartphone. Jetzt mal abgesehen davon, dass es ein eigenes ‚Android‘ besitzt – eine Art Lenksystem im eigenen Shop – ist es ausschließlich mit einem lächerlichen 24-Monate-Tarif der Telekom zu buchen. Wer kauft sowas!?

Wer bitte kauft sowas?

Und da nun mal Weihnachten ist, habe ich überlegt, mir neben einem Handy einen neuen Ebookreader zu kaufen. Da fiel mir der Kindle Voyager ins Auge. Ich lese zwar Epubs, aber die neue Kindle Flat (= Mobi) würde mich interessieren. Jedenfalls in den vier Gratiswochen … Da fiel mir der Preis ins Auge: € 249,00 (!!) in der Ausstattung mit Verbindung. (Bei der Flat brauche ich eine Verbindung, da ich nichts runterladen kann!) Damit übernimmt Amazon die Preisführerschaft – diesmal nach oben!

Ich überlege mir jetzt, auf Elektrospielzeug grundsätzlich zu verzichten und frage euch: Kann ein Amazonkunde tiefer sinken?

Ach ja, Prime-Kunde bin ich auch. Noch! War ja gratis. Jetzt aber soll ich € 49,00 bezahlen. Ich bekomme Bestellungen für unter € 29,00 versandkostenfrei – wenn ich sie bekomme. Ansonsten kann ich mir Indie-Ebooks ausleihen, die sowieso nichts kosten. Ein paar Filme, die es überall gibt. Okay, diese Prime-Mitgliedschaft ist eine Überlegung wert, aber sie ist sicherlich nicht so attraktiv, dass sie den Kunden, die nicht prime sind, den Schlaf raubt. Ich jedenfalls habe sie storniert.

Wollen wir auch nicht vergessen – und ich bitte Amazon, dies nicht als Drohung zu verstehen – dass ich mittlerweile die Adressen der Händler habe, die über Amazon ausliefern. Es ist mir eigentlich erst in letzter Zeit aufgefallen, dass auf der A-Plattform nur Zwischenhandel stattfindet. Alle Händler treten dort direkt mit den Kunden in Kontakt. Amazon reicht seine Kunden unglaublicherweise an andere Händler weiter. Entweder bin ich ihnen nichts wert oder sie fühlen sich dort sehr sicher.

Der König der Retouren.

Und doch war Amazon auch Kulanz-Rekordhalter – im Königreich der Retouren.


In der Schlange am Schalter gab es immer neue Infos. Warum retourniert jemand Computermäuse, Diätwaagen, Halloween-Dessous oder Vogelfutter? Was sind überhaupt Outdoor-Zelte? Sind Haushaltsroboter nur für Singles? Trotz allem Geschimpfe über den unpersönlichen Onlinehandel war er eingebettet in ein menschliches Miteinander.

Wer braucht verregnete Innenstädte, wenn fußläufig eine trockene Postfiliale erreichbar ist? Eine neue Kultur ist entstanden. Ich hoffe nicht, dass sie wegen ein paar lächerlicher Quartalsergebnisse zu Ende geht ;)

Foto ganz oben von Shutterstock, thx!

Tarnkappe.info

7 Kommentare

  1. wingi sagt:

    Hmmm, einfacher werden hier wohl keine Amazon/Shutterstock-REFERER-Links unter’s Volk gebracht? Wie wäre es wenigstens einmal zu googeln, warum Verlust gemacht wird.

  2. Torsten Graf sagt:

    Kurz und knapp: ein Leben ohne Amazon ist möglich! Ich hätte es nicht gedacht …

  3. eBookUploader sagt:

    Ok, Spiegelbest, dann hier auch noch meine Meinung dazu:

    Zum ersten Mal kann ich dir in großen Teilen zustimmen. *TRARAAA*
    Die Kernfrage: Warum macht Amazon Verlust?
    Weil sie es wollen? (Steuern und andere Gründe)
    Weil es nicht anders geht? (um die Konkurrenz plattzumachen)
    Weil sie es nicht besser können? Warum dann nicht die Preise etwas anziehen?
    Wer finanziert die gigantischen Schulden?

    Ich habe meine Prime Mitgliedschaft ebenfalls gekündigt, weil ich 30 Euro gerne für schnellen Service zahle, aber bei 50 Euro ist nun Schluss mit Lustig. Demnächst kostet sie 100 Euro, dafür gibts weitere Dienste kostenlos dazu, die ich aber alle nicht benötige. So wird das nix, Amazon.

    Grundsätzlich: Wir Menschen, zumindest die in Deutschland lebenden, sind sehr bequem geworden. Solange es Amazon gibt, werden immer mehr Menschen den Weg in die Geschäfte (aus unterschiedlichsten Gründen) meiden. Und sei es nur der Zeitersparnis wegen – denn Zeit ist Geld. Das Konzept Amazon wird daher weiter funktionieren, falls man es finanziell nicht irgendwann vor die Wand fährt.

  4. russlandbuecher sagt:

    Stammt der Beitrag von Januar diesen Jahres oder machst du deine Weihnachtseinkäufe tatsächlich schon im Oktober? Und was möchtest du uns überhaupt damit sagen? Oder bekommst du jetzt von Amazon einen Gutschein für die „angebliche“ Schleichwerbung? Übrigens, illegale Asylanten haben mehr Chancen auf einen schwarzen Job als Putzfrauen in Geschäften in der Innenstadt als bei Amazon! Denk mal darüber nach! Ganz ehrlich, ich finde deine Beiträge wirr…du rauchst oder trinkst das Falsche!

  5. justmy2cents sagt:

    „Kann eine* Amazonkunde tiefer sinken?“
    „Kann ein* Amazonkunde tiefer sinken?“

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