Facebook, Mozilla und Co. finanzieren Initiative gegen Fake News

Facebook, Mozilla u.a.sind unter den Geldgebern einer neuen Initiative, der News Integrity Initiative, die gegen Fake News kämpfen will.

Fake News

Gemeinsam mit Firefox-Entwickler Mozilla, mit Stiftungen, Verbänden und gemeinnützige Organisationen ruft Facebook eine weltweite Initiative für mehr Medienkompetenz und gegen Fake News ins Leben. Um die Verbreitung von Falschmeldungen zu untersuchen, unterstützt Facebook die News Integrity Initiative (NII) von Jeff Jarvis. Auch deutsche Institute sind beteiligt, wie die Financial Times berichtet.

Diverse Organisationen wollen den Kampf gegen Fake News aufnehmen

Mit insgesamt 14 Millionen Dollar Startkapital wollen Facebook, Mozilla, die City University of New York (CUNY) und einige weitere Unternehmen, Verbände und gemeinnützige Organisationen Fake News den Kampf ansagen. Unter den weiteren Geldgebern sind mehrere Stiftungen, wie die Ford Foundation und die des Gründers der Anzeigen-Website „Craigslist“, Craig Newmark. Sie finanzieren damit die neu gegründete Organisation zur Erforschung des digitalen Journalismus, die News Integrity Initiative (NII). Deutsche Teilnehmer sind das Hans-Bredow-Institut und die Hamburger Media School.


Jeff Jarvis, der Initiator der NII, ein bekannter amerikanischer Journalist und Netzpionier. Er verfolgt mit der Gründung der News Integrity Initiative das Ziel, vor allem zu Propaganda- oder Desinformationszwecken verbreitete Falschmeldungen zu erforschen und zu bekämpfen und zugleich die Sichtbarkeit von Qualitätsjournalismus im Internet und in sozialen Netzwerken zu erhöhen. Ihren Sitz wird die Initiative an der Cuny School of Journalism in New York haben. Dort lehrt Jarvis.

Unterscheidung schwierig

Jarvis beklagt, nicht jeder Internetnutzer kann Fake News von wahren Nachrichten unterscheiden. Er gibt zugleich seine Aufgabe bekannt. „Es ist schwer, auf Google, Facebook und Twitter zu erkennen, woher eine Nachricht kommt und ob wir dem Absender trauen können. Die Nutzer, aber auch die Unternehmen selbst brauchen darüber mehr und bessere Informationen. Dazu wollen wir beitragen.“ Das solle auch das Vertrauen in den Journalismus stärken.

Ins Zentrum seiner Forschung stellt Jarvis insbesonders zwei Themenkomplexe: Zum einen fördert er Projekte, die den Nachrichtenfluss in sozialen Netzwerken und darüber hinaus erkunden und erklären. Dabei setzt er auch auf die Mithilfe von Facebook. „Wir hoffen, dass wir gelegentlich mit den Daten des Netzwerks arbeiten können.“ Zum anderen werden neue „Signale für Qualität“ gesammelt, also Merkmale, um Nachrichten automatisch zu bewerten. Dazu könnte gehören, wie lange der Absender einer Nachricht schon existiert oder wie lange die Nutzer bei einer Nachricht verweilen.

Ziel: Hochwertige News sichtbarer machen

Seine daraus gewonnenen Erkenntnisse, so hofft Jarvis, könnten die sozialen Netzwerke und andere Unternehmen in der Digitalindustrie dann nutzen, um hochwertige Nachrichten sichtbarer zu machen als andere. Zum Beispiel im Newsfeed von Facebook. Facebook-Managerin Campbell Brown sagt dazu. „Wir arbeiten hart daran, die Verbreitung von Fake News auf unserer Plattform zurückzudrängen, und wir sind optimistisch, dass die News Integrity Initiative uns dabei helfen kann. Denn dort arbeiten Journalisten, Wissenschaftler und Industrie zusammen.“ Die erste, noch inoffizielle Arbeitssitzung dazu hat in der vergangenen Woche stattgefunden. Bliebt also nur noch abzuwarten, wann sich erste Erfolge einstellen werden…

Bildquelle: pixel2013, thx! (CC0 Public Domain)

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.