Kino.to leitet auf Vibeo.to weiter

vibeo.to screenshot
Im Juni 2011 wurde das Streaming-Portal Kino.to vom Netz genommen. Die Webseite gehörte im Sommer 2011 laut Alexa zu den 50 populärsten deutschen Portalen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass jemand die Domain übernommen hat. Bei Vibeo.to werden diverse Streaming-Hoster der Konkurrenz genutzt.

Vibeo.to ging im Mai 2014 online, das Konzept ist exakt das gleiche wie bei unzähligen anderen Streaming-Portalen auch. Nachdem der Trafic einen Monat nach Eröffnung auf über 4.35 Millionen Seitenzugriffe hochging, dümpelt die Seite schon seit längerer Zeit bei etwa 20.000 monatlichen Seitenzugriffen herum. Die Übernahme der alten Domain dürfte etwas Schwung in die Angelegenheit bringen. Laut Similarweb wird monatlich noch immer rund 40.000 Mal der Domainname Kino.to direkt in die Adresszeile der Browser eingegeben. Nur die wenigsten Nutzer gelangen über Weiterleitungen oder soziale Netzwerke dorthin. Einige Streaming-Hoster der Konkurrenz werden auch bei Vibeo.to in Anspruch genommen. Bei ersten Tests handelt es sich sogar um exakt die gleichen Dateien, die auch woanders verlinkt werden.

Es wäre spannend zu wissen, ob Tim C. (ehemals Betreiber des Sharehosters Duckload) etwas mit dem neuen Ableger zu tun hat. Die Betreiber des mittlerweile nicht mehr funktionierenden Klons vibeo.tv sagten im Interview bei gulli.com, sie hätten angeblich nur das Konzept des Geschäftsführers der Duckload AG als Vorbild genommen. Mehr haben sie angeblich nicht mit ihm zu tun. Die Whois-Abfrage von Kino.to ist wenig ergiebig, was nicht anders zu erwarten war. Auch die Facebook-Seite von Vibeo.to ist nicht sonderlich ausführlich. Bis auf einen Link wurde dort bisher nichts gepostet. Wir haben heute bei der GVU angefragt, wie die Übernahme der Domain gelingen konnte. Vielleicht ist die alte Registrierung einfach nur ausgelaufen.

Streaming für Nutzer rechtlich ungefährlich

Auf E-Recht24.de wird von mehreren Anwälten ausgeführt, dass sich ohne Zweifel die Betreiber von Streaming-Portalen strafbar machen, weil nur die Urheber das Recht besitzen, ihre Werke nach § 15 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 UrhG öffentlich zugänglich zu machen. Die Rechtslage für die Nutzer wurde allerdings noch nicht endgültig vor Gericht geklärt. Wenn man davon ausgeht, dass die zwischengespeicherten Dateien im Cache flüchtig sind, wäre die Nutzung von illegalen Streaming-Portalen sogar zulässig und somit legal. Werden die Filme hingegen im DivX-Format ausgeliefert, besteht eine andere Rechtslage, weil die Dateien auf der eigenen Festplatte dauerhaft gespeichert werden. Doch auch dazu fehlt jegliches Gerichtsurteil. Dass die Nutzung von Streaming-Portalen die Filmwirtschaft schädigt, darüber muss wohl kaum diskutiert werden.

kino.to R.I.P.Vor Gericht müsste so oder so geklärt werden, unter welchen Umständen eine offensichtlich rechtswidriges Angebot durch eine Webseite vorliegt. In dem Fall könnten Rechteinhaber versuchen, das Recht auf Privatkopie auszuhebeln, um neben den Betreibern auch den Nutzern eine Urheberrechtsverletzung nachzuweisen. Um Abmahnungen zu verschicken, müssten die Filmstudios bzw. ihre Anwälte Vollzugriff über die Server der Streaming-Portale haben, was bisher nur der Oberstaatsanwaltschaft Dresden im Fall Kino.to gelang. Doch auch bei Kino.to haben sich die Ermittler voll und ganz auf die Betreiber und weiteren Nutznießer (Werbepartner, Uploader, Techniker etc.) eingeschossen. An einer Bestrafung der unzähligen Nutzer war die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nicht interessiert. Interessant waren noch die Premiun-User der Seite, weil ihre Bezahldaten im Klartext vorgelegen haben.

Grundsätzlich ist zu bedenken: Liegt der Besuch einer Webseite länger als 7 Tage zurück, muss derzeit kein Internetanbieter die Daten des Anschlussinhabers preisgeben. Für wie lange der Internetanbieter die Daten selbst speichert, spielt in dem Zusammenhang keine Rolle. Der zivilrechtliche Auskunftsanspruch besteht nur für 7 Tage. Ist die IP-Adresse älteren Datums, kann keine Abmahnung mehr verschickt werden.

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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22 Kommentare

  1. SubZeven sagt:

    Warum wird mein Beitrag nicht Angezeigt ! Ich meine was will man von einer Seite halten die Ihren Header über Cooltext.com erstellt hat !

    https://prntscr.com/5acty1

  2. Sven sagt:

    Ich ziehe vor den Jungs den Hut ! :D

    • Danilo sagt:

      Wieso? Weil sie die Fähigkeiten haben eigene Webseiten umzuleiten? :)

      • Sven sagt:

        Nee,weil die nen Arsch in der Hose haben und dem Staatsapparat trotzen ;)

        • John Sinclair sagt:

          Achso!
          Verehrst du auch Bankräuber und Raubmörder?
          Die trotzen dem Staatsapparat auch.

          • Sven sagt:

            Was ein dummer Vergleich. ^^

            Du setzt also Betreiber einer nicht ganz legalen Homepage mit Mördern und Räubern gleich ? Solltest vielleicht nicht soo viel Geistergeschichten lesen…man munkelt das sei nicht gut fürn Kopf.

            • John Sinclair sagt:

              Was ist dumm an dem Vergleich? Beides verstößt gegen bestehende Gesetze.
              Warum ziehst du denn vor den Betreibern eines Warez-Portals den Hut?
              Eigenartige Vorbilder.
              Die machen das nicht aus Idealismus, sondern um fett Kohle damit zu machen.
              Ein Bankräuber führt genau dasselbe im Schilde.

              • Sven sagt:

                Ein Bankräuber nimmt mit Waffengewalt in Kauf das jemand verletzt oder getötet wird….
                Das mit der lieben Kohle liegt in der Natur des Menschen. Niemand kann genug davon haben ;)
                Bevor ich mich aber mit ner Pistole in eine Bank begebe da eröffne ich doch lieber ein Warez Forum oder uploade wie ein Wahnsinniger Warez um mein Lebensstandart ein wenig zu untertützen.

        • Danilo sagt:

          Trotzige kleine Kinder eben… denken sie werden NIE erwischt… derweil sammeln sie nur noch mehr Anklagepunkte die Idioten *g

    • John Sinclair sagt:

      Das ist der Job von Niki Lauda! ;)

  3. Bla2345654 sagt:

    Warum sieht die seite aus wie movie4k.to? und hat die gleichen angebote?

  4. Bla sagt:

    Bei einer FestenIP kann die Abmahnung auch noch ein halbes Jahr später eintrudeln, da man ja sicher diese IP benutzt hat ;) Und wer glaubt schon noch dran das die Telekom oder andere Anbieter irgednwelche logs löschen..

    • Lars Sobiraj sagt:

      Wie viel Prozent haben denn eine statische IP? Die meisten haben eine dynamische, die sich spätestens alle 24 Stunden ändert.

      • John Sinclair sagt:

        Mittlerweile nutzen viele Leecher die unschlagbar günstigen Highspeed-Logins von Kabelbetreibern wie Kabel Deutschland oder Unitymedia.
        Man liest dazu immer wieder, dass sich die IP-Adresse nur alle paar Wochen oder sogar nur alle paar Monate ändert.
        Vielleicht kennst du ja eine Statistik, wieviel Prozent der Internetzugänge per Fernsehkabel laufen.

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