Kinderporno-Plattform „Elysium“: Anklage gegen drei Männer

Article by · 17. Mai 2018 ·

Die Plattform „Elysium“ mit über 87.000 Mitglieder diente einem weltweiten Austausch von Kinderpornographie. Bilder und Videos zeugten von schwersten sexuellen Missbrauch an Kleinkinder und Kinder. Ebenso diente „Elysium“ zur Verabredungen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Eltern boten ihre Kinder und Babys an. Jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen 3 Männer erhoben.

Laut einem Polizeibericht:

Im Juli 2017 hatte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt in einem umfangreichen und monatelangen Ermittlungskomplex wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der bandenmäßigen Verbreitung von kinderpornographischen Schriften mehrere mutmaßliche Verantwortliche und Mitglieder einer großen kinderpornographischen Darknet-Plattform festgenommen und die Plattform abgeschaltet.

„Elysium“ (Insel der Seligen) bestand seit Ende des Jahres 2016. Die Spuren führten von Bad Camberg ( Hessen) über mehrere europäische Länder bis nach Neuseeland.
Die Plattform war international ausgerichtet und diente einem weltweiten Austausch von Kinderpornographie durch Plattform-Mitglieder sowie für Verabredungen zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Sie verfügte über Chatbereiche in deutscher, englischer, französischer, spanischer und italienischer Sprache. Unter den von den Mitgliedern der Plattform ausgetauschten kinderpornographischen Bild- und Videodateien waren Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern, darunter auch von Kleinstkindern, und Darstellungen sexueller Gewalthandlungen gegen Kinder.

Neben dem 39-Jährigen aus Bad Camberg ( Hessen) wurden weitere Männer aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Sachsen festgenommen, außerdem wurden drei Österreicher darunter eine Mutter und Vater der nicht nur kinderpornografisches Material verbreitet hat, sondern auch seine eigenen Kinder missbraucht und sie zum sexuellen Missbrauch weitervermittelt hat, verurteilt. (  gesonderter Artikel )

Der 39- Jährige war gleichzeitig der Administrator der Plattform und soll maßgeblich für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur verantwortlich gewesen sein. Er steht unter dem dringenden Tatverdacht der bandenmäßigen Verbreitung von kinderpornografischen Schriften. Er konnte am 12.06.2017, nach einer Durchsuchung seiner Wohnung, festgenommen werden. Er befindet sich aufgrund des Haftbefehls des Amtsgerichts Gießen seit dem 13.06.2017 in Untersuchungshaft.

Gegen einen weiteren Beschuldigten, einen 62-Jährigen aus dem Landkreis Landsberg am Lech (Bayern), besteht der Verdacht der bandenmäßigen Verbreitung kinderpornographischer Schriften, des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen und der Herstellung kinderpornographischer Schriften. Er soll unter anderem als Graphiker für das Erscheinungsbild der kinderpornographischen Plattform verantwortlich gewesen sein. In drei Fällen wird ihm der sexuelle Missbrauch zweier Kinder im Alter von 5 und 7 Jahren vorgeworfen. Bei den Opfern handelt es sich um die Kinder eines österreichischen Forenmitglieds. Dieser Beschuldigte konnte bereits am 18.05.2017, nach Durchsuchung seiner Wohnung, festgenommen werden und befindet sich seit dem 19.05.2017 aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Gießen in Untersuchungshaft.

Ein weiterer Beschuldigter, ein 57-Jähriger aus dem Main-Tauber-Kreis (Baden-Württemberg), konnte am 08.06.2017, nach einer Durchsuchung seiner Wohnung, festgenommen werden und befindet sich aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Gießen wegen dringenden Tatverdachts der Verbreitung von kinderpornographischen Schriften seit dem 09.06.2017 in Untersuchungshaft. Der 57-Jährige soll als sogenannter „Moderator“ die Foren der Plattform betreut haben und für die Eröffnung von Chats auf der Plattform verantwortlich gewesen sein. Ebenso soll er die Software für die Plattform geschrieben und die Webseite eingerichtet haben. Er hatte laut Anklage bereits eine führende Rolle beim „Elysium“-Vorgänger „Giftbox Exchange“ gespielt. Dessen Betreiber wurden inzwischen in den USA verurteilt.

Gegen zwei weitere Mitglieder der kinderpornographischen Plattform „ELYSIUM“, einen 41-Jährigen aus Berlin und einen 40-Jährigen aus Dresden, führen die Staatsanwaltschaften in Berlin und in Dresden weitere Ermittlungsverfahren, die durch die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main an diese beiden – örtlich zuständigen – Staatsanwaltschaften abgegeben wurden. Auch diese beiden Beschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Aufgrund der Bezüge in die Republik Österreich erfolgten in dem Ermittlungskomplex weitere international koordinierte operative Maßnahmen, die von der Europäischen Polizeibehörde EUROPOL unterstützt wurden. Vor wenigen Tagen endete dieser Prozess vor dem Landgericht Wien mit drei Schuldsprüchen und hohen Haftstrafen von bis zu 14 Jahren. Ein Mann hatte sich jahrelang an seinen Kindern vergangen und die Aufnahmen dann auf eine Chatplattform gestellt. Später filmte er auch Kinder von Bekannten und Verwandten, die man ihm zur Aufsicht überlassen hatte. ( gesonderter Artikel )

Gegen weitere Mitglieder der kinderpornographischen Plattform im Inland sowie im europäischen und außereuropäischen Ausland laufen derzeit noch internationale Ermittlungen. Aufgrund der europaweiten Dimension der Ermittlungen unterstützte die europäische Polizeibehörde EUROPOL mit der Analyse, Koordination und dem Austausch operativer Informationen. Weitere beteiligte Länder bei den internationalen Ermittlungen waren neben Österreich unter anderem Italien, Neuseeland und Australien. Länderübergreifend konnten bislang insgesamt 14 Tatverdächtige festgenommen werden, wobei bei zwölf Beschuldigten der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern besteht. Insgesamt haben die Ermittler inzwischen mehr als 111.000 Mitgliederkonten bei „Elysium“ gefunden. Da es aber Mehrfachkonten gegeben habe, schätzt der Sprecher die tatsächliche Zahl etwas geringer ein. Etwa: 87.000 Nutzer.

Quelle: Beitragsbild Alexas_Fotos,thx! (CC0 1.0) + Quelle: Bild Nikon D5100,thx! (CC0 1.0)

 

Mehr zu diesem Thema:


    Leave a comment