Japan geht schärfer gegen Anime- und Manga-Piraten vor

Die japanische Regierung bereitet derzeit mit 15 Verlagshäusern eine Kampagne gegen 580 Webseiten vor, wo illegale Manga- und Animefilme gespeichert sind.

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Die japanische Regierung bereitet derzeit nach Medienangaben zusammen mit 15 Verlagshäusern eine Kampagne gegen 580 Webseiten vor. Dort hat man jede Menge illegale Inhalte ausgemacht. Die extreme Verschärfung des japanischen Strafrechts im Oktober 2012 konnte die illegale Verbreitung von Manga- und Animefilmen nicht effektiv einschränken. Man darf gespannt sein, ob sich dies bald ändern wird.

Das Strafrecht in Japan hat drakonische Ausmaße angenommen. Seit Oktober 2012 kann das Hochladen von urheberrechtlich geschützten Werken mit Freiheitsentzug von bis zu zehn Jahren bestraft werden. Der reine Download kann einen Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren nach sich ziehen. Entgegen der Hoffnung der Regierung werden Manga- und Animefilme weiterhin in großen Mengen illegal verbreitet.

Kommenden Freitag will man zeitgleich gegen 580 ausländische Piraten-Seiten vorgehen. Die zumeist in China beheimateten Webseiten will man zur Löschung der fraglichen Inhalte bringen. Gleichzeitig soll eine Online-Kampagne eine legale Flatrate für Anime- und Mangafans bekannt machen. Für den Kampfpreis von unter einem Euro monatlich (73 Yen) soll man unbeschränkten Zugriff auf bis zu 250 Werke erhalten. Leider führt man nicht aus, wie beliebt die ausgewählten Filme sind.


Ob die zumeist chinesischen Seitenbetreiber oder deren Hoster den zahlreichen Löschaufforderungen nachkommen werden, bleibt abzuwarten. Mittelfristig soll mit der massenhaften Löschung erreicht werden, dass künftig keine japanische Kultur mehr ohne Entlohnung der Rechteinhaber verbreitet wird. Wenn es mangels illegaler Alternativen keine solchen Werke geben sollte, dürften mehr In- und Ausländer ihre Portemonnaies öffnen. Das ist zumindest die Strategie, die unsere Kollegen von Torrentfreak dahinter vermuten. Das Thema Manga bzw. Anime wird uns in den nächsten Jahren aber noch häufiger begleiten, wie sich später herausgestellt hat.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.