Instagram für Kinder unter 13 Jahren hat höchste Priorität

Instagram arbeitet an einem sozialen Netzwerk für Kinder unter 13 Jahren. Denen ist der Zutritt verboten. Kontrolliert wird das aber nicht.

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Bildquelle: Alexander Shatov

Facebook, die Betreibergesellschaft von Instagram, arbeitet laut einem internen Papier an einem Instagram für Kinder unter 13 Jahren. Buzzfeed News liegen interne Unterlagen von Vishal Shah, Instagrams Vizepräsident für die Produktentwicklung vor. Derzeit ist die Benutzung der App für Personen unter 13 Jahren verboten. Doch beim Registrieren überprüft man das Alter neuer Nutzer gar nicht. Kids geben häufig ein Geburtsdatum ihrer Wahl ein.

Für Betreibergesellschaft hat ein eigenes Netzwerk für Kinder oberste Priorität

Laut Buzzfeed News schrieb Shah seinem Team:

„Wir haben die Jugendarbeit als eine Priorität für Instagram identifiziert und sie zu unserer H1-Prioritätenliste hinzugefügt. Wir werden eine neue Jugend-Säule innerhalb der Community Product Group aufbauen, die sich auf zwei Dinge konzentriert:

(a) die Beschleunigung unserer Integritäts- und Datenschutzarbeit, um ein möglichst sicheres Erlebnis für Jugendliche zu gewährleisten

(b) die Entwicklung einer Version von Instagram, die es Personen unter 13 Jahren zum ersten Mal ermöglicht, Instagram sicher zu nutzen.“

Instagram folgt dem Vorbild von YouTube Kids

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In einem Gespräch mit Instagram-Mitarbeitern erklärten diese, dass es diesbezüglich noch keinen detaillierten Zeitplan gibt. Man lote derzeit die Möglichkeiten aus. Den Kindern und Eltern soll möglichst viel Transparenz und Kontrolle vermittelt werden. Ob eine baldige Einführung von KidstaGram droht, steht folglich noch nicht fest.

Google hat es vorgemacht. Sie präsentieren bereits mit YouTube Kids eine zusätzliche App, die sich ausschließlich an das jüngste Publikum richtet.

Der Betreiber von Whatsapp, Facebook & Instagram sorgt sich nicht grundlos um den Nachwuchs. Facebook selbst gilt bei vielen Jugendlichen regelrecht als out. Die greifen lieber zu anderen sozialen Netzwerken, wo ihre Eltern bzw. Lehrer nicht vertreten sind. Wenn es gelänge, schon die Kleinsten an die eigene App zu gewöhnen, wo sie sich mit eigenen Fotos und Videos präsentieren sollen, so klingt dies im Hinblick auf die Kundenbindung durchaus erfolgsversprechend.

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Jugendschutz mit neuen Regeln und Hinweisen erweitert

Vishal Shah kündigte vor drei Tagen neue Tools für einen verbesserten Jugendschutz an. Im hauseigenen Blogposting hebt man hervor, dass es künftig nicht mehr möglich sein soll, dass Erwachsene private Nachrichten an Minderjährige schicken können. Das Problem: Jeder kann bei Instagram ungeprüft ein Alter seiner Wahl eingeben. Jede Menge Kinder sind schon jetzt im Erwachsenen-Instagram angemeldet. Angeblich arbeitet die Betreibergesellschaft an eigenen Systemen, um das tatsächliche Alter der Nutzer festzustellen.

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Zudem sollen neue Warnmeldungen künftig für mehr Sicherheit sorgen. Bei suspektem Verhalten blendet Instagram Erwachsenen künftig in den Vorschlägen alle Postings von Minderjährigen aus. Damit wären diese für sie unsichtbar. Wie viel das Ganze bringen wird, bleibt vorerst kritisch abzuwarten.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.