Hochwasserkatastrophe nutzen Betrüger für Fake-Shops und Spendenaufrufe

Mit Hinweisen auf Betrugsdelikte im Zusammenhang zur Hochwasserkatastrophe warnt aktuell die Polizei Bonn vor Online-Betrügern.

Betrugsfälle bezüglich Hochwasserkatastrophe

Gemäß einer aktuellen Warnung der Polizei Bonn ist erhöhte Vorsicht bei Online-Einkäufen und Spendenbereitschaft für Opfer der Hochwasserkatastrophe geboten. Diesbezüglich ermittelt die Polizei in fünf aufgeführten Fällen.

Hochwasserkatastrophe erweist sich als Goldgrube für Schwindler

Notlagen von Hochwasser-Betroffenen nutzen derzeit Online-Betrüger für sich aus. Demgemäß ermittelt das Kriminalkommissariat 24 der Bonner Polizei in gleich drei Fällen wegen online bestellten Bautrocknern. Hier fielen Geschädigte offenbar auf Angebote von Fake-Shops herein. Sie bezahlten die Ware vorab. Jedoch kam diese nie an der Lieferadresse an. Telefonische Nachfragen liefen hierbei ins Leere.

Des Weiteren steht eine Elektrik-Firma unter Betrugsverdacht. Zwar wurde hier ebenso eine Vorauszahlung geleistet. Die zugesagten Reparaturleistungen blieben aber aus.

Täter nutzen Spendenbereitschaft Dritter aus

In einem weiteren Fall befleißigen sich Kriminelle, die momentan gestiegene Spendenbereitschaft von Bürger:innen in klingende Münze zu verwandeln. Hier veröffentlichten vermeintliche Betrüger auf Facebook das mitleiderregende Foto einer durch die Hochwasserkatastrophe zerstörten Wohnung. In einem sich anschließenden, separaten Beitrag posteten sie einen dazugehörigen Spendennaufruf und appellierten an die Hilfsbereitschaft Spendenwilliger. Immerhin wurde das Posting zwischenzeitlich gelöscht.

Cybercrime Online Shopping

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Die Polizei rät in diesem Zusammenhang zur besonderen Vorsicht. Man sollte folglich stets die Möglichkeit mit in Betracht ziehen, dass es sich bei einem gerade anvisierten Online Shop auch um einen Fake-Shop handeln könnte. „Mit aus dem Internet kopierten Produktbildern und Informationen, professionell aufgemachten AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) und einem gefälschten Impressum“, locken Betrüger ihre Opfer in die ausgeklügelt aufgestellte Falle. Somit lassen sich Fake-Shops auch nicht auf den ersten Blick erkennen. Sind sie erstmal enttarnt, erweist sich ein Vorgehen dagegen ebenso schwierig:

„Da die Täter aus dem Ausland agieren, ist das Löschen solcher Fake-Shops oft umständlich und langwierig. Die Betrüger können daher über viele Wochen hinweg, ahnungslose Online-Einkäufer um ihr Geld bringen.“

Tipps der Polizei führen hierbei zu einigen Richtlinien

  • In Folge der Hochwasserkatastrophe keine Spontankäufe. Auch dann wenn die Ware dringend benötigt wird: Bevor Sie ein Produkt in den Warenkorb eines Online-Shops legen, sollten Sie den Preis des Produkts bei anderen Anbietern wie dem Händler vor Ort vergleichen. Denn Betrüger locken ihre Opfer mit unwahrscheinlich niedrigen Preisen.
  • Informieren Sie sich: Geben Sie den Namen des Online-Shops in eine Suchmaschine ein. Dadurch können Sie negative Erfahrungen anderer Kunden herausfinden und müssen sich nicht auf die Versprechungen der Shop-Betreiber verlassen. In vielen Selbsthilfeforen erfahren Sie ebenfalls, ob Ihr gewählter Online-Händler unseriöse Geschäftspraktiken anwendet.
  • Die Verbraucherzentrale hilft: In der Regel führt auch ein Anruf bei einer Verbraucherzentrale zur gewünschten Information über einen Online-Händler.
  • Wählen Sie sichere Zahlungswege: Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen. Getätigte Überweisungen kann man jedoch allenfalls kurzfristig rückgängig machen. Beim Lastschriftenverfahren kann man vorgenommene Abbuchungen noch nach einigen Tagen stornieren. Nutzen Sie beim Onlinekauf keine Zahlungsdienste wie Western Union, paysafe oder Ukash.
  • Kein Einkauf bei Zweifel: Wenn Sie sich unsicher sind, kaufen Sie am besten gar nicht im gewählten Shop. Sie sollten das gewünschte Produkt nur beim Händler Ihres Vertrauens erwerben.

Wer sich nicht an den Vorschlägen der Polizei orientiert, könnte als Betroffener der Hochwasserkatastrophe gleich mehrfach zum Opfer werden.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.