Hausdurchsuchungen: wenig positive Erfahrungen mit der Polizei

Umfrage von Tarnkappe.info zum Thema Hausdurchsuchungen. 26% der Befragten gaben an, negative Erfahrungen mit der Polizei gemacht zu haben.

hausdurchsuchung, E-Book-Razzia

Wenn die Peterwagen zu Besuch kommen. Vor etwa 6 Wochen starteten wir unsere Umfrage zum Thema Hausdurchsuchungen. Insgesamt gingen über 500 Stimmen ein. Die meisten Teilnehmer gaben an, bisher nicht durchsucht worden zu sein. Insgesamt wurde 130 Mal ausgewählt, man habe negative Erfahrungen mit den Ermittlern gemacht. Das entspricht fast 26%.

Bitte aufwachen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Durchsuchungsbeschlüsse sind nicht immer so schlüssig, beweiskräftig und stichhaltig, wie sie auf den ersten Blick wirken. Auch suchen die Polizisten gerne nach Zufallsfunden, um den Durchsuchten zusätzlich unter Druck setzen zu können. So wurde auch im Dezember letzten Jahres bei der letzten offiziell bestätigten Durchsuchungswelle in erster Linie nach Cannabis, illegalen Pay-TV-Karten und anderen Zufallsfunden gesucht. Wir nahmen den Schlag der Münchner Behörden gegen die E-Book-Piraten zum Anlass, um uns bei unseren Lesern zu erkundigen.


Fazit: Die meisten Nutzer haben bisher keinerlei Erfahrungen mit Hausdurchsuchungen gemacht. Immerhin 130 Mal hat man den Polizeibeamten negative Erfahrungen bescheinigt. Bei 10.58% der abgegebenen Stimmen gab es ein positives Urteil. Dort wurde offenbar nicht gezielt nach Zufallsfunden gesucht und alle Vereinbarungen eingehalten. Natürlich ist diese Umfrage alles andere als repräsentativ. Da keine Anmeldung erforderlich war und Stimmen doppelt und dreifach abgegeben werden konnten, erhalten wir damit nur ein grobes Abbild der Realität. Dennoch sind die Resultate durchaus interessant und recht aufschlussreich.

Fest steht: Unfaire Methoden wurden nicht nur am 9.12.2014 angewendet. Offenbar ist dies durchaus die Regel, nicht nur eine Ausnahme.

Btw.: Dies ist KEIN Aprilscherz. Die genauen Ergebnisse der Umfrage zum Thema Hausdurchsuchungen sind hier einsehbar:

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Last, but not least folgt nun ein Update des unterhaltsamen und informativen Vortrages von und mit Udo Vetter. Obwohl sein Auftritt beim 23C3 (und nicht von der SIGINT) legendär ist, sollte man sich auch die neue Version anschauen.


Video: SIGINT 2012: Sie haben das Recht zu schweigen (das Update).

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.