Günther Oettinger: Negativpreis wegen Inkompetenz

Günther Oettinger

EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger auf dem WSIS Forum 2015. (CC BY 2.0)

Günther Oettinger gewann einen Negativpreis für „seine mehrfach inkompetenten Aussagen zum Internet, der Netzgemeinde und der Beschimpfung von Aktivisten und Journalisten als Taliban“, dies zumindest war die offizielle Begründung der Jury. Der #wolo15 wurde am 12. 9. in Wien verliehen.

Auf manche Preise würden die Geehrten wohl am liebsten verzichten. Dazu gehört ohne Frage auch der “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” (kurz: #wolo), der seit 2008 jährlich von der Wiener Künstlergemeinschaft monochrom verliehen wird.

Ob er wollte oder nicht, aufgrund seiner mehrfachen Taliban-Vergleiche von Journalisten und Befürwortern von Netzneutralität konnte sich Günther Oettinger dieses Jahr die Holzlatte mit dem merkwürdig deformierten Tonkrug in Regenbogenfarben sichern. Er setzte sich damit gegen elf weitere Nominierte durch. Darunter der Vorstandsvorsitzende eines Tiroler Verlagshauses, der glaubt, dass Qualitätsjournalismus nur auf dem Papier existieren könne. Der Autor widerspricht sich allerdings selbst, weil sein Buch ebenfalls als E-Book verfügbar ist. Nominiert wurden zudem alle Personen, die sich in sozialen Netzwerken und Zeitungsforen öffentlich darüber aufregen, dass “arme Flüchtlinge” aus Kriegsgebieten Smartphones besitzen. Nicht gewonnen haben ebenfalls populäre Kandidaten wie Madonna oder Neil Young. Die Stars gaben in den letzten Monaten an, dass ihnen das Internet das Leben unerträglich schwer macht.

Letztes Jahr war der mehr oder weniger “stolze“ Gewinner Dr. Werner Müller vom GVU-Pendant VAP (Verein für Antipiraterie). Die Ehrung erfolgte, weil Müller im Auftrag diverser Rechteinhaber Netzsperren in Österreich eingeführt hat. monochrom bezeichnet dies als sauberes Internet, „das sich Herr Müller wünscht, (weil es) wie in China zensiert wird“.

monochrom ansiHintergrund: monochrom bezeichnet sich selbst als internationales “Kunst-Technologie-Philosophie-Kollektiv”, das seinen Sitz im Wiener Museumsquartier bezogen hat. Die Herren haben durchaus Sinn für Humor. Vor einigen Jahren kaufte monochrom unter anderem die Wort-Bild-Marken „Sonne Busen Hammer“ und „Keiner hilft Keinem“. Die Namensgebung des Preises ist schnell erklärt. Namensgeber ist der ehemalige ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz aufgrund seiner Aussage, dass sich im “Scheiß-Internet” die jungen Menschen “verkriechen”, statt (auf der Straße) gegen herrschende Strukturen zu protestieren. Weitere Hintergründe zum Preis sind hier verfügbar.

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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3 Kommentare

  1. michel sagt:

    lol, aber wenn mir jemand nur einen kompetenten politikdarsteller nennen kann, bekommt nen bier von mir.

    wer nix wird, wird nicht wirt, sondern geht in die politik und wird staatsschmarotzer!

  2. RedDog sagt:

    Der Typ ist und bleibt ne Schande ! Das der überhaupt noch ein Job hat kann ich nicht Nachvollziehen.

    “Beschimpfung von Aktivisten und Journalisten als Taliban“ WTF

    Der hat bestimmt auch Nazi Fahnen im Keller ! Kopfschüttel

    Aber das ist Deutschland – In dem Sinne

  3. ugurano sagt:

    hat er auch verdient irgendwie

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