GRU in Irland gesichtet: russische Agenten inspizierten Unterwasserkabel

Die irische Nationalpolizei „Garda“ behauptet, Russland habe Spione des Geheimdienstes GRU nach Irland gesendet. Der Grund dafür sei demnach das Inspizieren von Unterwasserkabeln, die Nordamerika mit Europa vernetzt. Die Angst ist groß, da die ungeschützten Kabel so etwas wie die Achillesferse des Westens darstellen.


Garda: GRU suchte nach Schwachstellen

Ein riesiges Netzwerk verläuft unter den Weltmeeren. Die neuesten Berichte lassen deshalb alte Befürchtungen aufkommen. Seit Jahren besteht die Gefahr, Russland könne im Ernstfall die ökonomisch wie auch geopolitisch so wichtigen Glasfaser- und Meeresbodenkabel manipulieren, anzapfen oder sogar ganz durchtrennen. Irische Sicherheitskräfte teilten nun mit, Russlands ausländischen Elite-Geheimdienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) beim Spionieren erwischt zu haben. Als russisch identifizierte Agenten hätten sie sich die Glasfaserkabel genauer angesehen, um potenzielle Schwachstellen auszumachen. Das schrieb The Times, die zuerst darüber berichtete. Später verbreiteten auch größere Medienhäuser wie Businessinsider die Nachricht.

Auch Dublin im Visier?

Ein weiterer Grund für die Präsenz des GRU-Geheimdienstes könnte nach Auffassung der irischen Behörden die nicht zu unterschätzende Stellung Dublins sein. Denn: Die an der Ostküste gelegene Hauptstadt der 4,7 Millionen einwohnerstarken Republik ist einer der größten Technologiezentren Europas. Daher vermuten die Sicherheitsdienste, dass die Agenten Wirtschaftsspionage betreiben und sich große Technologieunternehmen vornehmen könnten. Riesige international agierende Unternehmen wie Google, Airbnb, Facebook und Twitter haben alle ihren Hauptsitz in Dublin.

Ernsthafte Bedrohung – oder olle Kamellen?

Zur Erinnerung: Jene Kabel übertragen nach Angaben der Asia-Pacific Economic Cooperation etwa 97% aller interkontinentalen Daten. Unzählige Daten aus dem Internet, der Internet-Telefonie Anrufe oder beispielsweise globale Finanztransaktionen werden darüber übermittelt. Die Folgen im Kriegsfall wären also mehr als verheerend. Die irische Regierung ist deswegen besonders besorgt. Man erhöhte nun die Sicherheit entlang der irischen Küste, zumal die GRU-Agenten dem Bericht zufolge auch den Dubliner Hafen ausgekundschaftet haben sollen. Die Regierung in Moskau dementiert derweil wenig überraschend die Anschuldigungen, die sie auf den Social-Media-Kanälen als „nichts Neues“ abtut, und die Russland lediglich dämonisieren sollen.

 


 

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild von Jarmoluk, thx! (Pixabay Lizenz)

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