Großbritannien: Tory-Regierung sägt Huawei für 5G-Pläne ab

huawei Truck 5G
5G Demo Truck, Quelle: Huawei Media Centre, thx!

Es hatte sich in den vergangenen Wochen angebahnt, jetzt ist es offiziell: Großbritanniens Mobilfunkbetreiber dürfen nach dem 31. Dezember keine neuen 5G-Netzelemente von Huawei installieren. Darüber hinaus müssen sie bis 2027 auch sämtliches 5G-Equipment der chinesischen Firma aus ihren Netzen entfernen. Das gab der Digital Secretary Oliver Dowden am heutigen Dienstag im britischen Unterhaus bekannt.

Huawei ist Risiko für nationale Sicherheit

Die Regierung räumt Betreibern wie BT und Vodafone eine Frist bis 2027 ein, um vorhandene Huawei-Ausrüstung aus ihren 5G-Netzen zu entfernen. Das beinhaltet zum Beispiel auch passive Infrastruktur wie Antennen. Entsprechendes Huawei-Equipment dürfen die Betreiber im nächsten Jahr überhaupt nicht mehr erwerben. Es sei „keine leichte Entscheidung gewesen, aber es ist die richtige Entscheidung“. Es gehe um „unsere nationale Sicherheit“ und „unsere Wirtschaft“. Das sind die Worte, die Oliver Dowden wählte, um die umstrittene Maßnahme zu rechtfertigen. Die Entscheidung stellt eine Kehrtwende in der bisherigen 5G-Politik dar. Sie kommt aber nicht überraschend, denn britische Medien wie The Sunday Times wussten schon vergangene Woche über die Pläne Bescheid.


Der 5G-U-Turn der Torys

Ursprünglich überprüfte die Regierung des Vereinigten Königreichs die Rolle von Huawei in seiner Telekommunikationsinfrastruktur bereits im Januar. Sie kam auch zu einem entsprechenden Urteil. Die Tory-Regierung beschloss, das seit 20 Jahren in Großbritannien operierende Unternehmen als Lieferant zu belassen. Dafür plante man jedoch eine Obergrenze für Huaweis Marktanteil einzuführen. Angedacht war ein Anteil von höchstens 35 Prozent im 5G-Markt, damit das in Shenzhen ansässige Unternehmen nicht zu viel Einfluss erhält. Die Angst ist immer noch da, dass Huawei im Auftrag Chinas spioniert.

Sanktionen der USA waren der Auslöser

Dann folgten im Mai allerdings die Sanktionen der USA. Deren Ziel war es, Huawei daran zu hindern, seine eigenen Chips herzustellen. Der Minister nannte außerdem eine vom Nationalen Cybersicherheitszentrum des GCHQ durchgeführte Überprüfung als Grund für die Änderungen. Die britische Regierung glaubt demnach, dass das chinesische Unternehmen die Sicherheit ihrer Produkte so nicht mehr gewährleisten könne, wenn das Unternehmen damit anfangen müsse, Chips von Dritten zur Verwendung in seinen Geräten zu beziehen.

Tarnkappe.info

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.


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