Falschgeld: 50-Jähriger nach Darknet-Bestellung verhaftet

100 Scheine, jeweils 20 Euro, Falschgeld bestellte ein Mann aus Berlin Moabit im Darknet. Die Berliner Ermittler wurden auf den Fall aufmerksam, aufgrund eines Tipps aus Italien.

Die Fassung des Täters war möglich, da die Sendung mit dem Falschgeld zuvor von den zuständigen Ermittlern präpariert wurde. Nachdem der Empfänger die Sendung abgeholt hatte, wurde er geschnappt. Gegen den Mann liegt ein Haftbefehl vor. Ihm wird Beteiligung an Geldfälschung vorgeworfen.


Bis zu fünf Jahre Haft für den Berliner

Das Inverkehrbringen von Falschgeld ist nach § 147 StGB eine Straftat und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Da bereits der Versuch strafbar ist, muss mit den Blüten noch nicht einmal etwas tatsächlich bezahlt worden sein. Ob der 50-Jährige bei den bestellten Mengen mit der Höchststrafe zu rechnen hat ist fraglich.

Junge Tatverdächtige bestellen am häufigsten Falschgeld

Im Jahr 2017 registrierte die „Soko Falschgeld“ in Berlin rund 4400 Blüten. Die Anzahl junger Tatverdächtiger in Falschgeldfällen hat sich in den Jahren 2014 bis 2018 mehr als verdoppelt, denn durch das Darknet ist es für die junge Bevölkerung relativ einfach sich Falschgeld zu beschaffen. Es wird davon ausgegangen, dass man durch die vom Darknet gebotene Anonymität nicht zu fassen sei. Allein 2018 gab es 800 Anklagen gegen junge Tatverdächtige in Fällen dieser Art.

Darknet nicht so anonym wie gedacht

Vielen ist nicht klar, dass das Darknet nicht wirklich so anonym ist wie man vielleicht denkt. Dies ist der Fall, da US-Geheimdienste das Darknet zu 60% finanzieren, wie eine rbb-Recherche im Jahr 2016 demonstrierte. Folglich haben diese Geheimdienste auch Zugriff auf das Darknet. Wie der Falschgeldbesteller aus Berlin deanonymisiert werden konnte ist nicht bekannt. Es wäre jedoch möglich, dass er das Falschgeld auf einem Marktplatz bestellt hat, welcher als Honeypot von ausländischen Behörden betrieben wurde.

Tarnkappe.info

Beitragsbild von angelo luca iannaccone auf Pixabay

 

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