Facebook dementiert das Mithören mit dem Mikrofon

Facebook dementiert das Belauschen der Umgebungsgeräusche mittels Facebook-App des Smartphones durch Mikrofon-Nutzung, um gezielt Werbung anzuzeigen.

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Rob Goldman, als Corporate Vice President für die Anzeigenverkäufe bei Facebook verantwortlich, dementierte auf Twitter den Zugriff der Facebook-App auf die Mikrofone von iPhones und Android-Geräten. Facebook wird schon längere Zeit vorgeworfen, sie würden den Zugriff auf das Mikrofon für eine Stichwortsammlung nutzen. Auf der Grundlage schaltet man gezielt personalisierte Werbung schalten.

Belauscht die Facebook App ihre Nutzer?

Die Facebook-App ist auf zahlreichen Smartphones zu finden, ermöglicht sie doch auf dem Gerät die bequeme Facebook-Nutzung. Der Verdacht, dass das soziale Netzwerk den Zugriff auf die Mikrofone als Basis für Werbezwecke nutzt, lag bereits seit geraumer Zeit nahe. Kelli Burns ist Professorin für Kommunikation an der University of South Florida. Sie hat schon 2016 einen entsprechenden Praxistest zusammen mit dem US-amerikanischen Fernsehsender NBC4 durchgeführt, die darüber berichteten. So erzählte Burns damals, sie sei an einer Safari in Afrika interessiert. Prompt erschien im Facebook-Feed der Professorin ein Post über eine Afrika-Safari. Später erwähnte sie das Fahren in einem Jeep, auch hier zeigte das Netzwerk von Zuckerberg Werbung für Jeeps an.


Wie BBC nun aktuell berichtet, hat der Podcast-Moderator PJ Vogt seine Zuhörer dazu eingeladen, sich mit Anrufen zu Wort zu melden, um eigene Erfahrungen mit Werbung bei Facebook zu schildern, explizit forderte er auch dazu auf, Feststellungen zu äußern, die auf ein Mithören durch Mikrofon-Nutzung bei Facebook hindeuten würden zum personalisierten Schalten von Werbung.

Personalisierte Werbung per ausführlicher Informationssammlung

Unmittelbar darauf dementierte Rob Goldman, Verantwortlicher für die Anzeigenverkäufe bei Facebook, bereits solche Vermutungen. „Ich bin für das Werbegeschäft bei F. verantwortlich und wir haben zur Banner-Anzeige noch nie auf die Mikrofone von Smartphones zugegriffen. Diese Vorwürfe treffen einfach nicht zu.“ Ebenso solle auch Instagramm keine Mikrofon-Daten verarbeiten. Auch damit liefert man keine angepasste Werbung an seine Nutzer aus, ergänzte Goldmann dann noch.

Goldman erklärte infolge, dass spezielle Algorithmen für Werbezwecke eingesetzt werden, die Nutzer analysieren, indem Daten ausgewertet werden, wie gepostete Inhalte, Interaktionen mit anderen Usern oder die Verwendung der Like-Buttons. Das alles würde bereits genaue Ergebnisse der Nutzerinteressen widerspiegeln und dann als Grundlage für die daraufhin geschalteten Anzeigen dienen. Zusätzlich postete er Links zu Artikeln und Videos, die das Prinzip von Facebook verdeutlichen sollten.

Bildquelle: JanBaby, thx! (CC0 1.0 PD)

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.