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DOOM Eternal: Denuvo Anti Cheat heimlich eingebaut

Ein Community-Member des Forums von Bethesda rät allen Gamern, das Spiel DOOM Eternal besser erstmal von ihren PCs zu löschen. Denuvo Anti Cheat (DAC) verhalte sich extrem invasiv. Es soll die Privatsphäre und Sicherheit der Spieler gefährden. Laut dem eigenen Blogposting von irdeto kommt DAC im Battlemode von DOOM Eternal seit dem 14.5. zum Einsatz.

Doom Eternal: Denuvo Anti Cheat fast acht Wochen nach Erstveröffentlichung nachgeschoben

Mit dem neuesten Patch hat man am gestrigen Donnerstag Denuvo Anti Cheat (DAC) zur Vereitelung jeglichen Betrugs im Mehrspielermodus implementiert. Im Forum des Publishers Bethesda Softworks wird von einem Nutzer dazu aufgefordert, Doom Eternal sicherheitshalber lieber vom eigenen Windows-PC zu löschen, selbst wenn man es liebt.

Im Gegensatz zur Anti-Tamper Software von Denuvo läuft DAC auf der innersten Kernel-Ebene des PCs und untergrabe somit alle Sicherheitsmaßnahmen des Betriebssystems. Der Nutzer Chromodyne bei bethesda.net/community im O.-Ton:

„Die Tatsache, dass wir NICHT DARÜBER INFORMIERT wurden, dass ein solch aufdringliches Stück Software vor dem Kauf dem Spiel hinzugefügt wird, ist inakzeptabel. Schlimmer noch, es ist erforderlich, dass DAC im Spiel, ob im Mehrspieler-Modus oder nicht, läuft. Man hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass einige andere Spiele ähnliche Anti-Cheat-Programme verwenden. Das macht sie nicht weniger gefährlich, und die Unkenntnis, dass solche Software vor dem Kauf eingesetzt werden würde, macht dies doppelt inakzeptabel.“

Spiele sollte man grundsätzlich dort ausführen, wo sie am wenigsten Schaden anrichten können. Denuvo Anti Cheat laufe hingegen auf der innersten Kernel-Ebene, was es so risikoreich macht. Man riskiere damit Stabilitätsprobleme (das Auftauchen von blue screens etc.), Leistungsprobleme, das Sammeln sensibler Daten durch Dritte und die theoretische Möglichkeit, dass sich Hacker oder andere Unbefugte über das DAC die volle Kontrolle über die eigene Hardware erlangen können.


Doch auch bei Twitter formiert sich der Widerstand:

Kritiker bezeichnen DAC als Schadsoftware

irdeto logoDer Gamer geht davon aus, dass id Software und Bethesda wahrscheinlich keine bösen Absichten mit diesem Patch verfolgt haben. Dennoch sei dies eine RIESIGE potenzielle Sicherheitslücke, die man ins Spiel „geschoben“ habe, nachdem man es bereits gekauft hat. Es solle zumindest für Einzelspieler-Inhalte möglich sein, die Anti-Cheat Software von Denuvo abzuschalten, verlangt der Kritiker. Zudem empfiehlt er, das Game bis zur Klärung der Angelegenheit lieber vom eigenen PC zu entfernen. Der Threadstarter beendet seine Argumentation wie folgt:

„Ich liebe DOOM Eternal genauso sehr wie Sie alle, aber ich werde es NICHT zulassen, dass id (oder irgendjemand anderes in diesem Zusammenhang) mit der nachträglichen Installation von Malware auf meinem Rechner davonkommt, und das sollten Sie auch nicht. Diese Sache sollte nicht unter dem Radar fliegen, da es alltäglich wird, wenn wir herumsitzen und es akzeptieren. (…)

Ich hätte das Spiel nicht gekauft, wenn das DAC bei der Markteinführung enthalten gewesen oder auch nur angekündigt worden wäre. Es später hineinzuwerfen und uns zu sagen, wir sollen ins Kissen beißen, nachdem unser Geld ausgegeben wurde, ist ein Schlag ins Gesicht des Verbrauchers.“

Cheater gehen vielen Gamern auf die Nerven!

doom eternalHintergrund: Im Januar 2018 wurde bekannt, dass die Amsterdamer Verschlüsselungsspezialisten von Irdeto, ein Tochterunternehmen des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers, Denuvo übernommen haben. Im August 2018 sickerte dann durch, dass Denuvo sein Sortiment um die Entwicklung und Vermarktung von Anti-Cheat-Software erweitern wollte. Mit der Funktionsweise der Anti-Tamper-Software aus dem gleichen Haus hat die neueste Entwicklung aber nichts gemeinsam.

Cheater sind mittlerweile zu einer waschechten Pest geworden, weswegen auch andere Games wie Valorant auf eigene Anti-Cheat-Lösungen wie Vanguard setzen. Andere Hersteller sind schon dazu übergegangen, die Windows-Nutzer konsequent auszusperren. Sie wollen damit die verbliebenen Konsolen-Gamer vor den Online-Betrügern schützen. Ob man im Kampf gegen die Cheater derartige Methoden wie DAC einsetzen sollte, ist allerdings fraglich. Auch bleibt abzuwarten, ob sich die meisten Fans dadurch abhalten lassen. Vielleicht sollte eine Release Group mal eine von allem Überflüssigen bereinigte Version anfertigen, nachdem das Game kürzlich aus Versehen ohne jeden Kopierschutz verbreitet wurde.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.