Zeitungsente: Doch kein Gratis-Smartphone von Amazon!

Die Gerüchte von einem kostenlosen Amazon-Smartphone haben sich heute zerstreut. Das Gerät wird vorerst nicht kommen. Und wenn wird es nicht kostenlos sein.

amazon, Drohne
Foto josemiguels, thx! (CC0 1.0 PD)

Die Mobilfunk-Pläne des E-Commerce-Spezialisten Amazon scheinen sich zumindest für das Jahr 2013 in Luft aufzulösen. Wall Street Journal und Handelsblatt berichteten basierend auf Informationen des Technikjournalisten Amir Efrati, Amazon plane für dieses Jahr die Veröffentlichung eines eigenen Gratis-Smartphones. Die Kosten hätte man wahrscheinlich über den Vertrieb von Mobilfunk-Dienstleistungen, eine umfangreiche Weitergabe aller Nutzer-Daten und die hauseigenen Marktplätze und Dienstleistungen (Cloud) decken wollen. Dazu wird es vorerst nicht kommen.

Amazon dementiert Meldung

Ein Amazon-Sprecher gab am gestrigen Sonntag gegenüber Efrati bekannt, dass diese Informationen falsch seien. Zumindest in 2013 ist bei Amazon mit keinem eigenen Gerät zu rechnen. Danach sei eine Veröffentlichung möglich, allerdings wird es die neuen Mobilfunkgeräte nach Auskunft des Sprechers nicht gratis geben. Es gibt daneben Gerüchte, Amazon befinde sich in Verhandlungen mit verschiedenen Hardware-Herstellern. Auch sei angeblich die Gründung einer eigenen Mobilfunk-Sparte geplant, mit der man SIM-Karten zum Freischalten der eigenen Smartphones anbieten könnte. Gegenüber dem Technikjournalisten wollte man keine weitere Stellungnahme abgeben. Auch ist unklar, welche Preismodelle bei Amazon für Gesprächsminuten, den Versand von Kurznachrichten oder die mobile Nutzung der Geräte im Internet geplant sind.

amazonphone


Anfang dieses Jahres hatten sich bereits Gerüchte zerstreut, Facebook würde demnächst ebenfalls ein eigenes Mobiltelefon auf den Markt bringen. Bisher ist es lediglich bei Facebook-Apps geblieben, die man den jeweiligen Betriebssystemen angepasst und ständig weiterentwickelt hat.

Es wäre in jedem Fall interessant aus dem Munde eines Smartphone-Forensikers zu erfahren, ob eine Finanzierung neuer Geräte auch beim Kaufpreis von 0 Euro möglich wäre. Bereits der Verkauf der Nutzerdaten an die Werbeindustrie dürfte schon einige Gelder in die Kassen spülen. Amazon als der weltweit größte Online-Shop dürfte an solchen Daten ehedem ein sehr hohes Interesse besitzen.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.