Disney: Schwerpunkt auf Content-Streaming – Schlag für Kinos

Der Unterhaltungskonzern Disney richtet sich neu aus. Die Hauptpriorität wird dem Angebot von Streaming-Diensten eingeräumt werden.

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Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Turbulenzen, die die Coronavirus-Pandemie in verschiedenen Branchen, wie Reisen und Unterhaltung, ausgelöst hat, organisiert die Walt Disney Company ihr Medien- und Unterhaltungsgeschäft neu. Sie gaben bekannt, dass nun ihr “Hauptfokus” für Unterhaltung auf Streaming liegt und kündigen eine große Neuorganisation an, berichtet CNBC.

Neue Priorität liegt im Streaming-Bereich

Disney informierte am Montag, dem 12. Oktober 2020, darüber, Streaming-Diensten künftig die Priorität einzuräumen. Disney wird seine Medien- und Unterhaltungsaktivitäten in einer Organisation zentralisieren, die für die Verteilung von Inhalten, Anzeigenverkäufe und Disney+ verantwortlich ist. Dabei ist geplant, das TV- und Filmgeschäft mit den Online-Videodiensten in der neuen Sparte Media and Entertainment Distribution zu bündeln.

Das Unternehmen wird hier künftig in drei Bereichen präsent sein. Demgemäß wird es jeweils ein Ressort für Sport, allgemeine Unterhaltung und berühmte Marken, wie Star Wars und Marvel, geben. Ihr Hauptaugenmerk liegt künftig auf der Erstellung von Shows und Filmen für Streaming-Dienste, wie Disney-CEO Bob Chapek unterrichtet. Der Umbau soll eine Verknüfung des Medien- und Werbegeschäftes mit dem Online-Services gewährleisten. Die Änderung war gemäß Disney notwendig, da die globale Corona-Pandemie das Kinogeschäft lahmgelegt hatte. Menschen pflegen auch weiterhin noch soziale Distanz.


Pixar-Film „Soul“ erscheint Weihnachten auf  Disney+

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Infolge hat es mehr Kunden zu Disneys Streaming-Optionen geführt. Mit lukrativen Angeboten diesbezüglich, hat Disney versucht, die Lücke zu schließen. Laut CNBC hat das Unternehmen mehr als 100 Millionen bezahlte Abonnenten in seinen verschiedenen kostenpflichtigen Diensten, über die Hälfte von ihnen hat Disney+ abonniert. Es ist zudem geplant, einen weiteren internationalen Streaming-Dienst, namens Star zu starten. Disney hat mehrere große Titel über Streaming-Dienste veröffentlicht, die traditionell große Anziehungspunkte im Kino gewesen wären, wie ein Live-Action-Remake von „Mulan“ und den kommenden Pixar-Film „Soul“, der zu Weihnachten auf Disney+ erscheinen wird.

Disneys Entscheidung für das Streaminggeschäft kam, nachdem der Unterhaltungsriese angekündigt hatte, im vergangenen Monat 28.000 Mitarbeiter aus ihren Arbeitsbereichen zu entlassen. Josh D’Amaro, Vorsitzender von Disney Parks, sagte, die Pandemie habe das Unternehmen in eine „schwierige“ Lage gebracht.

„Wir haben die Ausgaben gesenkt, Kapitalprojekte ausgesetzt, unsere Darsteller beurlaubt, während wir weiterhin Leistungen gezahlt haben. Unsere Abläufe haben wir geändert, dass alles so effizient wie möglich funktioniert. Wir können jedoch einfach nicht verantwortungsbewusst voll besetzt bleiben, wenn wir mit einer so begrenzten Kapazität arbeiten.“

Bob Chapek, Disney-CEO, fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen

disney+ yoda star wars

„Angesichts des unglaublichen Erfolgs von Disney+ und unserer Pläne, unser Direktkundengeschäft zu beschleunigen, positionieren wir unser Unternehmen strategisch neu. Unsere Wachstumsstrategie wird durch den Schritt effektiver unterstützt und der Unternehmenswert gesteigert. Durch die Verwaltung der Erstellung von Inhalten, können wir die Inhalte, die die Verbraucher am meisten wünschen, effektiver und flexibler gestalten und kundengerecht bereitstellen.

Unsere Kreativteams werden sich auf das konzentrieren, was sie am besten können – erstklassige, franchise-basierte Inhalte erstellen, während sich unser neu zentralisiertes globales Vertriebsteam darauf konzentrieren wird, diese Inhalte auf allen Plattformen, einschließlich Disney+ und Hulu, optimal bereitzustellen und zu monetarisieren, einschließlich auf ESPN+ und dem kommenden internationalen Star-Streaming-Service.“

Für die Kinos bedeutet jedoch die Neuausrichtung von Disney hin zum Streaminggeschäft den Wegfall einer erfolgsversprechenden und gewinnbringenden Geschäftssäule.

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.