Deutsche Kinos verzeichnen 2015 Rekordumsätze

Article by · 18. August 2015 ·
blockbuster cinema Kinos

Canadian Film Centre in Toronto. Foto: Howard Shore, thx! (CC BY 2.0)

Laut der Halbjahresbilanz geht es den deutschen Kinos rekordverdächtig gut. Die Filmförderungsanstalt (FFA) bescheinigt den Lichtspielhäusern im ersten Halbjahr einen Umsatz von 545 Millionen Euro, das sind 21,1 Prozent mehr als letztes Jahr. Auch die Anzahl der Kinosäle ist angestiegen. Leicht gestiegen ist leider auch der durchschnittliche Eintrittspreis. Dieser lag bei 8,16 € pro Kinokarte.

Nahezu alle Bereiche der Kreativwirtschaft stöhnen über schlechte Bilanzen. Eine der wenigen Ausnahmen ist offenbar die Filmwirtschaft. Mit 545 Millionen Euro Umsatz an den Kassen übersprang der Kartenverkauf nun erstmals die Halbe-Milliarde-Euro-Marke. Dies entspricht einem Plus von 21,1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 (449,9 Mio. Euro). 18,8 Prozent mehr Besucher fanden ihren Weg in ein deutsches Lichtspielhaus, das entspricht 66,8 Millionen Kinobesucher.

Top-Film des ersten Kinohalbjahres ist Til Schweigers Komödie “Honig im Kopf”. Ebenfalls im Plus: Ende Juni 2015 gab es bundesweit 4.638 Leinwände – und damit 33 Kinosäle mehr als Mitte letzten Jahres. Positiv entwickelte sich darüber hinaus die Zahl der Kinounternehmen (1.170) und Kinos (1.632) sowie die Anzahl der Standorte. FFA-Vorstand Peter Dinges gibt in der Pressemitteilung bekannt, die Branche habe „lange auf solche Zahlen gewartet“. Die positive Bilanz spiegle sich auch „in dem Mut und dem Optimismus der Unternehmer (wider), wo mit jetzt 1.632 Kinos nach Jahren rückläufiger Zahlen zum ersten Mal seit 2004 die Anzahl der Kinos wieder zum Halbjahr angestiegen ist.“ In den nächsten Monaten werden mehrere Blockbuster erwartet, die die Umsatzzahlen weiter in die Höhe treiben sollen. So etwa “Fack Ju Göthe 2”, der neue James Bond “007 Spectre” und last, but not least der von vielen SF-Fans sehnlichst erwartete “Star Wars: Das Erwachen der Macht”.

Das kräftige Umsatzplus der Kinos wird wohl auch der Grund sein, warum die Filmwirtschaft bei ihrem Lobbyismus seit einigen Monaten deutlich leiser zu Werke geht. Die Rekordumsätze konnten nämlich trotz der Kinokiste, Movie4k, KinoX, Gute-Filme.to und anderen illegalen Streaming-Portalen generiert werden. Dazu kommen diverse Sharehoster, Usenet-Provider und Webwarez-Portale, die ebenfalls ein Stück vom großen Kinokuchen abhaben wollen.

GVUViel zu berichten hatte in den letzten Monaten auch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) nicht, die ihre zahlenden Mitglieder nebst Spielherstellern und Verlagen vor allem im Bereich der Filmwirtschaft rekrutiert. 2015 brachte es die GVU gerade mal auf drei Pressemitteilungen, in denen man vom erfolgreichen Ausgang eigener Ermittlungen berichten konnte. Dabei zahlen die Unternehmen für nichts anderes, als für die aktive Verfolgung von Schwarzkopierern und die Eindämmung von illegalen Angeboten im Internet. Beinahe, denn fast hätte ich die Lobbyarbeit der GVU unterschlagen, die nicht zufällig vor mehreren Jahren von Hamburg nach Berlin gezogen ist.

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10 Comments

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    Josef Ackerman

    Ja, ja, die richtig großen Fische da draußen sind sicherlich die Uploader und Filehoster….DEPPEN!

    Wie Robert schon richtig schreibt, kam dieses Jahr mit Jurassic Park, Terminator, Mad Max, etc. mal nicht so Riesengrütze in die Kinos wie die Jahre zuvor…aber Hey!! Fr**t Scheiße und kauft euch Netflix!

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    Heinz-Ruediger.Kowaltkowski@web.de

    ich bin über zwanzig Jahre überhaupt nicht mehr ins Kino gegangen, weil ich einfach von der primitiven Meterware abgestoßen war und die Pralinchen erst später selektieren konnte, denn wenn ich den Film in der Videothek bekam, war es zu spät für's Kino, da er dann schon nicht mehr lief; erst, seit ich von Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten mit aktuellem Material versorgt werde, gehe ich wieder öfter in ein Lichtspielhaus – daher ist die Download- und Streamingmöglichkeit eine gute Lösung; insofern wäre es vielleicht eine clevere Alternative, wenn die Studios oder Verleiher tatsächlich ein Streaming, meinethalben in (leicht) verminderter Bildqualität, für (keineahnung) pro Film anböten, statt qualitätsbewußte Sicherheitskopierer als Raubmordkopierer zu verleumden; Nullkommaachtzsch bis Einsfuffzich wäre gewiß für viele die Reizschwelle, zu sagen, daß der Aufwand mit Captcha und Reconnect und DLC-Container nicht lohnt…

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    Robert

    Es liegt einfach daran das gute Filme liefen, selbst ich bin nach etlichen Sicherheitskopien :) und 10 JAHREN mal wieder ins Kino gegangen. Ich wage zu behaupten, dass das Raubmordkopieren kaum eine Auswirkung hat, wie immer getan wurde. Gab es da nicht mal eine Studie drüber nach der Schließung von Megaupload, dass es keinen Unterschied gemacht hat?

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    RedDog

    Aber Uploader und Co sind Schwerbrecher ! Armes Deutschland

    Aber Hauptsache die Reichen werden Reicher und die Armen immer Ärmer

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      fpussy

      Reicher werden die Uploader und die Filehoster, ärmer die Kunden, die saugen wollen/müssen.
      Von daher ganz richtig!

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        Simon

        Richtig sehe, ich auch so. Dafür gerade stehen müssen die ehrlichen Kunden, die für Leistung zahlen. Ich kann dieses “Raubkopien schaden nicht” Gesülze auch nicht mehr hören. Ups, “Raubkopien” darf man ja nicht sagen…

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          RedDog

          Wenn es schaden würde, wie können dann Kinos reichlich Gewinn machen ?

          Alle Downloader die ich kenne, kaufen sich den Film oder gehen ins Kino, wen der dann gut gewesen ist.

          Und eins kann ich sagen ! Wen man kein Poweruploader ist, wird man bestimmt nicht reich ^^ Es reicht grad für Server und Co.

          Ach ja die böhsen, böhsen Raubkopierer ^^

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            fpussy

            genau, alle kaufen sich den Film noch mal und/oder gehen ins Kino.
            Und der Mond ist aus Käse, er sieht manchmal so richtig gelb aus.

            Ich wüste keinen Grund, warum ich mir etwas, was ich nur einmal konsumiere und in bester Qualität habe, noch mal kaufen sollte,
            Essen Sie weiter, wenn Sie pappsatt sind?

            Was hat die Sitaution der Kinos damit zu tun? Niemand kann wissen, wie hoch die umsätze ohne Piracy wären, von daher leider kein gutes Argument.
            Von 3D, HD usw. mal ganz zu schweigen.

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        das Teufelchen

        Ahja? Die Uploader und die Filehoster werden reich?

        Wenn dem tatsächlich so wäre – dass sie “reich” werden: Warum ist dann die Filmindustrie bis jetzt noch nicht auf die Idee gekommen, selbst ein derartiges Konzept auf die Beine zu stellen? Immerhin hätten die ja den Vorteil, dass sie den Uploadern nichts zahlen müssten und daher den gesamten Filehoster-Umsatz für sich verbuchen könnten.

        Oder ist es damit doch nicht möglich, “reich” zu werden?

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          fpussy

          Weil die Umsätze nicht reichen würden.
          Schon mal darüber nachgedacht, dass Filehoster die Berechtigten nicht beteiligen?
          Würden sie es, dann würde auch ein Jahresabo nicht 60 Euro kosten.
          Damit bekommen Sie nicht das Weltrepertoire an allem digitalen refinanziert.
          Netflix kostet wieviel im Monat? Genau, mehr als 5 Euro und die haben nur ein begrenztes Repertoire.


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