Darknet-Drogenhandel: Razzia in Nordrhein-Westfalen führte zu zwei Festnahmen

Das Zollfahndungsamt Hamburg ist am Dienstag in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens mit Razzien gegen den Darknet-Drogenhandel vorgegangen.

Darknet-Drogenhandel
Bildquelle: ilyaf89

Fahnder des Hauptzollamts Hamburg durchsuchten im Rahmen von Ermittlungen gegen Darknet-Drogenhandel zehn Wohnungen in Nordrhein-Westfalen und in den Niederlanden. Acht Personen im Alter zwischen 21 und 61 Jahren sind hierbei verdächtig, Drogen im Darknet verkauft zu haben. Ihnen wird unerlaubtes Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Geldwäsche zur Last gelegt. Gegen zwei Tatverdächtige hat eine Spezialeinheit des Zolls Haftbefehle vollstreckt. Darüber informierte das Zollfahndungsamt Hamburg.

Das Ermittlungsverfahren gegen den Darknet-Drogenhandel leiteten die Beamten bereits Ende 2019 ein. Unter Sachleitung der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW) durchsuchten Zollfahnder des Zollfahndungsamtes Hamburg zehn Wohnungen sowohl in Köln und Hürth, als auch in Frechen und Nettetal. Zudem waren Beamte im niederländischen Venlo zugegen. An der Aktion waren etwa 100 Einsatzkräfte beteiligt.

Darknet-Drogenhandel

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Bei Razzia gegen Darknet-Drogenhandel Rauschgift-Labor ausgehoben

Die Zollbeamten stießen im Keller eines durchsuchten Hauses auf ein Rauschgift-Labor. Dort fanden sie gleichfalls mehrere Kilogramm Ecstasy, Amphetamine und Marihuana. Des Weiteren stellten die Beamten ein Springmesser und einen Schlagring sicher. Aber auch etwa 75.000 Euro Bargeld, drei hochwertige Armbanduhren, Goldschmuck, sechs Pkw und ein Motorrad wurden beschlagnahmt. Weiterhin zogen die Ermittler umfangreiches Beweismaterial, wie diverse elektronische Beweismittel, ein. Das Amtsgericht Köln erließ ferner gegen die Beschuldigten Arrestbeschlüsse in Höhe von insgesamt rund 350.000 Euro.

Stephan Meyns, Pressesprecher des Zollfahndungsamtes Hamburg, äußert sich zum Einsatz:

„Der Zoll bekämpft entschlossen den Rauschgifthandel über das Darknet. Wir wollen auch dort Handelsstrukturen zerstören. Unser Ziel ist es auch, aus illegalen Geschäften erlangte Gewinne abzuschöpfen. Verbrechen soll sich nicht auszahlen.“

Diesbezügliche Ermittlungen der Hamburger Zollfahndung im Auftrag der ZAC NRW dauern in dem Fall noch weiter an.

Auswertung verschlüsselter Mobilfunkdaten rief Ermittler in einem weiteren aktuellen Fall von Drogenhandel auf den Plan

In einem weiteren aktuellen Fall führte die gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER), bestehend aus Ermittlern der Bezirkskriminalinspektion Lübeck und des Zollfahndungsamtes Hamburg, seit Anfang 2021 ein Ermittlungsverfahren gegen einen 42-jährigen Mann aus Reinbek. Auch ihm wird Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last gelegt.

Die Beamten kamen auf die Spur des Verdächtigen durch die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes im Zusammenhang mit der Sicherstellung und Auswertung von besonders verschlüsselten Mobilfunkdaten. Der 42-Jährige soll die Betäubungsmittel aus Spanien bezogen und diese dann gewinnbringend weiterveräußert haben. Über eine Scheinfirma in einem Reinbeker Gewerbeobjekt wickelte er die Geschäfte ab.

Am 10.09.2021 stellten Fahnder eine Lieferung für diese Scheinfirma sicher. Zum Vorschein kamen hier rund 104,5 kg Marihuana und Haschisch. Zudem konnten die Ermittler am gleichen Tag eine Kiste mit knapp 90.000 Euro beschlagnahmen, die offenbar zur Bezahlung der Lieferung dienen sollte.  Die Beamten gehen davon aus, dass der 42-jährige Reinbeker gemeinsam mit zwei weiteren Tatverdächtigen über die gleiche Vorgehensweise bereits mehrere hundert Kilogramm Marihuana und Haschisch aus Spanien bezogen hat.

Als Konsequenz erließ das Amtsgericht Lübeck auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 13.09.2021 Haftbefehle gegen den 42-Jährigen sowie einen 26 Jahre alten Mittäter. Noch am gleichen Tag erfolgten Durchsuchungsaktionen von fünf Objekten in Schleswig-Holstein und in Hamburg. Hierbei stellten die Ermittler weitere Beweismittel sicher.

Während der 26-jährige Tatverdächtige dabei an seiner Wohnanschrift in Hamburg verhaftet werden konnte, gelang es dem 42-jährigen Verdächtigen, sich der Verhaftung zu entziehen. Infolge dauern die Fahndungsmaßnahmen noch weiter an. In diesem Fall hat das Amtsgericht Lübeck auf Antrag der Staatsanwaltschaft Vermögensarreste in Höhe von 1,2 Mio. Euro erlassen.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.