Cisco will illegale Videostreams automatisch vom Netz nehmen

screen-92134_960_720

Cisco will mit einer neu entwickelten Technik illegale Videostreams automatisch vom Netz nehmen. Dabei geht es in erster Linie um Sendungen, die im Bezahlfernsehen ausgestrahlt werden. Diese Übertragungen werden immer wieder auf anderen Webseiten gestreamt und sind somit kostenlos verfügbar, auch für diejenigen, die keine Abonnenten sind. Das gab Amit Wohl, Video Security Product Manager für Service Provider bei Cisco, im Blog des Unternehmens bekannt.

Die neue Technik wird bezeichnet als „Streaming Piracy Prevention (SPP)“ und basiert auf dem Einsatz eines forensischen Wasserzeichen. Anhand dessen soll es in Echtzeit möglich sein, die illegale Streaming-Quelle zu identifizieren und beim verantwortlichen User die Leitung zu kappen: ohne Vorwarnung. Der Prozess laufe vollautomatisch ab.


Für die Umsetzung des Projekts arbeitet Cisco mit dem Monitoringdienstleister Friend MTS (FMTS) zusammen, einem britischen Unternehmen, der illegale Streams im Web auffindet. Dadurch erhält Cisco die Daten, um die Quelle zu finden.

Die Nachfrage nach Premium-Inhalten in zahlreichen Sprachen und in vielen Märkten hat zu einem Anstieg der Bereitstellung von Piratenangeboten mit einer hochwertigen Benutzeroberfläche geführt. Die angebotene Video-Qualität ist beispiellos. Allein im vergangenen Monat hat Friend MTS 12.000 einzelne illegale Angebote von HD-Kanälen mit 1.280 x 720 Pixeln und mehr aufgefunden, die Inhalte von PayTV-Anbietern bereitstellen. In SD-Auflösung sind es über 22.000 Programme. Als Quelle dienen die größten PayTV-Anbieter der Welt bis hin zu sehr kleinen Unternehmen. Bitraten von 4 bis 6 MBit/s für HD-Kanäle sind üblich, 1 MBit/s für SD-Kanäle mit H.264/AVC. Sogar ein Ultra-HD-Kanal (3.840 x 2.160) mit HEVC und einer Datenrate von 15 MBit/s sei im Angebot.

Fazit:

Die Online-Videopiraterie wächst und wird zu einer der bedeutendsten Bedrohungen für Pay-TV-Dienstanbieter. Jedoch sind „Die Zeiten von Abmahnungen und Warten auf Antwort vorbei. SPP arbeitet, ohne auf Hilfe von Dritten angewiesen zu sein. SPP wirkt und ermöglicht Service Providern, die Kontrolle über ihre Kanäle zurückzugewinnen, ihre Einnahmen zu maximieren.“, erklärte Amit Wohl. Aus Sicht der Anbieter dieser Bezahlinhalte klingt das wohl attraktiv.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

Vielleicht gefällt dir auch

7 Kommentare

  1. pip sagt:

    tja, dann schaun ma mal, wie sich die kostenpflichtigen Angebote ohne den nicht zu unterschätzenden Hype über die StreamingPortale so vermarkten lassen .. ^^

  2. Mummlox_ sagt:

    sind die meisten IPTV-Anbieter nicht eh schon „in den Untergrund“ gewandert? Die Zeiten von adamski.tv sind doch schon lange vorbei…
    Was ich sagen bzw fragen will: Wie wollen die Ferkel an die illegalen Streams ran kommen? Sich bei jedem Anbieter anmelden und bezahlen?! Das passt nicht zu deren angedrohten Geschwindigkeit beim abusen. Die können doch nicht die kompletten Bewegtbildinhalte des ganzen Internets kontrollieren, bzw diese als Streams erkennen. Mache ich da einen Denk-Fehler?
    Ich habe es vor Jahren schon mitbekommen, dass zB Maxdome (als sie noch Big Brother 24/7 Stream hatten) einfach alle paar Stunden einmal Deine User-ID ins Bild eingeblendet hat. Klar, somit ist der Ursprungstream leicht zu identifizieren. Aber um das auszuwerten, muss der „Abuser“ ja schon einen illegalen Stream anschauen. Wie kommen die da ran? (Stichwort: Geschlossene Communities)

  3. ugurano sagt:

    das erinnert mich an piratebay, jeder wollte piratebay zerstören aber niemand hat es geschaft,

  4. Musterfrau sagt:

    Jetzt wird also die Asbach uralt Methode mit dem Wasserzeichen auch endlich bei Streams und automatisch übernommen? Na, aollen sie machen.

  5. Diener sagt:

    Ist das System verlässlich, sehe ich nicht, wo das Problem ist. Artet es allerdings aus wie bei den automatisierten Abuse-Notices bei Webseiten ist das ganze doch großer Quatsch.

    Wobei mir dabei noch ein Problem einfällt: Ein nicht zu verachtender Teil der Konten, die für diese Streams genutzt wird, wird womöglich von unbefugten Nutzern verwendet, die die Kontodaten aus illegalen Quellen beziehen. So ist es dann möglich, dass Konten von quasi Unbeteiligten gesperrt wird.
    Solange es aber nur bei einer Sperre bleibt (die ja vermutlich bei Austausch mit dem Support wieder aufgehoben werden kann) und keine rechtliche Verfolgung hinterher kommt, sollte das ganze i.O. sein.

  6. Naja sagt:

    Interessant, also flächige Überwachung.
    Wobei einen vordefinierten Marker wiederzuerkennen eigentlich nicht so innovativ ist.
    Mich würde interessieren, ob das auch bei verschlüsselten Übertragungen funktioniert.
    Sollte eigentlich bei nicht gebrochener Verschlüsselung nicht gehen.

    • Ewald sagt:

      Gemeint sind wohl eher Live Sport Streams usw.
      Und da muss am Ende ein Player wie auch immer einen Stream abspielen.
      Da nützt Verschlüsselung gar nichts, weil man an das Ende geht und das Wasserzeichen ausliest.

      Wasserzeichen sind in der Tat nichts wirklich neues. Solche Technik gibt es heute schon.
      Und flächige Überwachung ist es auch nicht. Der Text des Herstellers ist halt Promotion, mehr nicht.

Schreibe einen Kommentar