Chelsea Manning sagt über sich: „Ich bin keine Verräterin“

Chelsea Manning sprach in Nantucket unter anderem über ihre idealistischen Whistleblowing-Motive, Privatsphäre und Meinungsfreiheit.

Chelsea Manning
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WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning betonte in einem öffentlichen Auftritt ihre idealistischen Motive. Die ehemalige US-Soldatin ist demnach ihrem Gewissen gefolg, als sie tausende geheime Dokumente an die Whistleblowing-Plattform WikiLeaks weitergab.

Einer der ersten öffentlichen Auftritte für Chelsea Manning

Am vergangenen Sonntag sprach Manning auf einer  vor allem von Kreativen besuchten Konferenz in Nantucket (USA) zu den Anwesenden. Dabei handelte es sich um einen ihrer ersten öffentlichen Auftritte, seit sie im Mai nach siebenjähriger Haft aus dem Militärgefängnis entlassen wurde. Allerdings hat Manning seit ihrer Entlassung ihre Unterstützerinnen und Unterstützer über soziale Medien, vor allem Instagram, an ihrem Leben in Freiheit teilhaben lassen.

Versucht, das Richtige zu tun

In ihrem Beitrag sagte Manning, sie sei keine amerikanische Verräterin. Einige Kritikerinnen und Kritiker, darunter auch Politikerinnen und Politiker, hatten den Vorwurf des Verrats gegen Manning erhoben. Die Behauptung, sie seine „eine amerikanische Verräterin“ stammt von CIA-Chef Mike Pompeo.


Die Aktivistin betonte, sie habe nur versucht, das Richtige zu tun. „Ich glaube, dass ich unter den Umständen das Beste getan habe, um eine ethische Entscheidung zu treffen,“ erklärte sie.

„Ein dystopischer Roman“

Manning beklagte außerdem den aktuellen politischen Diskurs. „Ich komme aus dem Gefängnis und ich sehe einen dystopischen Roman sich buchstäblich vor meinen Augen entfalten. So fühle ich mich, wenn ich heute durch die Straßen Amerikas gehe,“ sagte sie.

Daneben kritisierte Manning auch den Mangel an Privatsphäre in der heutigen Gesellschaft. Die Gesellschaft sei „tot“, sagte die Ex-Soldatin.

Sie betonte außerdem die Bedeutung des zivilen Ungehorsams und der freien Meinungsäußerung. „Alle sagen mir die ganze Zeit ‚vielleicht solltest du das nicht sagen. Vielleicht solltest du nicht zu dieser Veranstaltung gehen. Du solltest vielleicht nicht sprechen. Vielleicht solltest du das nicht tun‘,“ sagte sie, „Und ich reagiere dann mit ‚OK, die Tatsache, dass du mir sagst, ich sollte das nicht tun, ist der Grund, warum ich es tun sollte.‘ Und ich denke, das ist es, was wir alle tun können.“

Abschließend betonte Manning außerdem die Bedeutung der Vergebung. Sie sagte, es sei wichtig, seinen Feinden irgendwann zu verzeihen. Anders kann man mit sich und der Welt wohl auch nicht glücklich werden.

Tarnkappe.info