Eine Frau mit Corona-Maske hält ein Smartphone mit der TikTok-App in ihrer Hand
Eine Frau mit Corona-Maske hält ein Smartphone mit der TikTok-App in ihrer Hand
Bildquelle: taoxedge@gmail.com, Lizenz

TikTok: Mit Hilfe von Agenda Cutting die Meinungsfreiheit unterdrücken

Themen wie “LGBTQI”, “gay” oder auch “Klimakrise” und “Klimawandel” werden von TikTok für Nutzer in Deutschland fast unmerklich unterdrückt.

TikTok betreibt auch in Deutschland ganz gezielt ein sogenanntes Agenda Cutting (eine gezielte Unterdrückung von Themen). Was sich auf den ersten Blick harmlos anhört, ist nichts weiter als Zensur im großen Stil. Denn die Videoplattform schließt all die Menschen systematisch aus, die sich z. B. zu Themen wie “LGBTQI”, “gay” oder auch “Klimakrise” und “Klimawandel” austauschen wollen.

Agenda Cutting: Eine Jahrhunderte alte “Tradition”

Das sogenannte “Agenda Cutting” ist bei Weitem keine Erfindung der letzten Jahre oder gar von TikTok. Bereits für George Orwell und Aldous Huxley war dieses mächtige Werkzeug zur Manipulation der Massen ein wichtiges Thema in ihren Büchern. Aber was genau bedeutet dieses Wort? Und was noch viel wichtiger ist, welche Auswirkungen hat es auf uns oder besser gesagt, auf die Nutzer von TikTok?

Kurz gesagt, geht es um nichts weiter als eine sehr subtile Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Denn wenn bestimmte und für die Obrigkeit unliebsame Begriffe dauerhaft und gezielt unterdrückt werden, wird irgendwann auch weniger über sie geredet.

Die Professorin für Medienwissenschaft und Intermedialität an der Universität Bonn, Caja Thimm, beschreibt den Vorgang bei TikTok folgendermaßen: “Zunächst erscheint das subtil, indem ich einfach zentrale Begriffe nicht zulasse, aber wenn es funktioniert, diskutiert man über diese Themen nicht mehr und das heißt dann auch, dass die Menschen, die über diese Themen diskutieren wollen, unter Umständen TikTok verlassen.

Alkohol, Angriff, Anlass, Armee, Auschwitz, Bodentruppen, Corona, Crystal Meth, Ecstasy, Energie, Entnazifizierung, ernähren, FLINTA*, getötet, homophob, homosexuell, Kampf, Kampfjets, kiffen, Klimakrise, Klimawandel, Krieg, kämpfen, Nationalsozialismus, Panzer, Peng Shuai, produzieren, queer, Rauchen, Risiko, Rohstoffe, Russen, Russland, Sauerstoff, saufen, Spezialoperation, symptomatisch, Terroristen, trans*, Truppen, Ukraine, Ukrainer, Völkerrecht, Warn-App, Wettkämpfe

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Laut dem ARD werden die oben genannten Wörter nur teilweise von TikTok blockiert (Stand September 2022). Die Investigativ-Journalisten des ARD konnten kein sich wiederholendes Muster erkennen.

Diese Wörter hingegen sind auf der Videoplattform derzeit komplett verboten (Stand September 2022).

Cannabis, Crack, Drogen, Gas, Gay, Heroin, Heterosexuelle, Homo, Kokain, LGBTQ, LGBTQI, LSD, Nazi, Porno, Pornografie, Prostitution, Schwul, Sex, Sexarbeit, Sklaven.

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Shadow-banning bei TikTok – der nächste Schritt

Dass ein Beitrag, welcher ein für TikTok unliebsames Wort enthält, mal gepostet werden kann und dann ein weiteres/zweites Mal nicht, ist eine Sache. Dass der Nutzer davon nichts mitbekommt, wieder eine ganz andere. ARD-Investigativ beschreibt das Problem folgendermaßen.

Die Videoplattform machte im Test den Nutzern gegenüber kein einziges Mal transparent, ob und warum ein Kommentar nicht erschien. Stattdessen erweckte die App den Eindruck, ihre Kommentare seien öffentlich. Shadow-banning nennt man diese Methode. TikTok-Nutzer können sich daher nicht gänzlich sicher sein, ob der eigene Kommentar auch für andere Menschen sichtbar ist.

tagesschau.de

Niemand mag Zensur. Wenn man nun aber die eigene Beaufsichtigung oder genauer gesagt, die Einschränkung der eigenen Meinungsfreiheit nicht mitbekommt, was dann?

Gute Schlagzeilen über TikTok gibt es nicht allzu viele. Es gibt allerdings mehr als genügend gute Gründe dieser Videoplattform den Rücken zu kehren. Ärzte und Kinderkliniken weltweit warnen schon lange vor der Nutzung dieser App. Aber auch den Datenschutz bei Kindern scheint man bei TikTok nicht wirklich ernst zu nehmen.

Da bleibt als Fazit nur: TikTok ist menschenfeindlicher Dreck. Löscht eure Accounts, werft die App von euren Telefonen und erklärt euren Kindern, was TikTok macht.

t3n

Aber nicht nur Kinder nutzen TikTok. Minderheiten kennen keine Altersbeschränkungen. Und es kann nicht unser Ziel als freie und demokratisch denkenden Bevölkerung sein, bestimmte Themenbereiche systematisch aus der Welt schaffen zu wollen.

Dinge so lange – und gezielt auszublenden, bis niemand mehr über ein für “die Obrigkeit” unbequemes Thema spricht, haben schon viele Diktaturen versucht. Aber es ist noch nie etwas Gutes dabei herausgekommen!

Tarnkappe.info

Kategorie: Internet, Kommentar
Sunny

Über

Sunny schreibt seit 2019 für die Tarnkappe. Dort verfasst er die Lesetipps und berichtet am liebsten über Themen wie Datenschutz, Hacking und Sharehoster. Aber auch in unserer monatlichen Glosse, bei den Interviews und in „Unter dem Radar“ – dem Podcast von Tarnkappe.info, ist er immer wieder anzutreffen.