Carding Action 2020: Kreditkartendaten-Handel aufgeflogen

Durch die Carding Action 2020 konnten Verbraucher und Finanzorganisationen vor Schäden in Höhe von rund 40 Mio Euro bewahrt werden.

In Pocket speichern
Carding Action 2020
Bildquelle: TheDigitalWay

Wie Europol gestern bekannt gab, vereitelten sie gemeinsam mit mehreren nationalen Strafverfolgungsbehörden massiven Kreditkartenbetrug. Die Operation haben die Ermittler gegen Betrüger durchgeführt, die versuchten, gestohlene Kreditkartendaten im Internet zu monetarisieren. Verluste für Verbraucher und Finanzorganisationen konnten aufgrund der Carding Action 2020 in Höhe von rund 40 Millionen Euro (48 Millionen US-Dollar) vermieden werden.

Der Kreditkartenbetrug ist eine Form des Wirtschaftsbetruges. Dabei verwenden Kriminelle gefälschte oder gestohlene Kreditkarten-Daten und fügen infolge den Kontoinhabern und/oder den beteiligten Händlern einen finanziellen Schaden zu. Kreditkartenangaben stehlen Diebe vermehrt mittels elektronischer Methoden. Hierzu bedienen sich die Täter verschiedener Möglichkeiten.

Safe-Inet, Domain beschlagnahmt

Lesen Sie auch

Arten von Kreditkarten-Diebstahl

  • Erschleichung durch E-Mails
    Der Täter gibt sich als Mitarbeiter eines Kreditkarteninstituts oder einer Bank aus und erfragt dann die Daten der Karte
  • Gefälschte Internetdienste und Shops: Die Täter locken in Onlineshops mit sehr niedrigpreisigen Angeboten und verführen anschließend das Opfer, ihre Daten preiszugeben
  • Nutzung von Datenlecks oder Sicherheitslücken
    Cracker nutzen Sicherheitslücken und meist Insiderwissen, um an die Kundendateien zu gelangen, in welchen dann vielfach auch Kreditkartendaten gespeichert sind.
  • Abschöpfen von Kartendaten inklusive PIN mittels manipulierter Lesegeräte in Geschäften (Skimming)
  • Das Ausnutzen von Verzögerungen bei der Datenanalyse durch koordinierte Barabhebungen unter Verwendung aller gestohlenen Datensätze in einem sehr kurzen Zeitraum, in einem anderen Land, als die Bank, die die originalen Karten ausgestellt hat und zudem an einem Tag, an dem die Bank geschlossen ist.

Carding Action 2020

Die Carding Action 2020 lief über einen Zeitraum von drei Monaten. Strafverfolgungsbehörden aus Italien und Ungarn leiteten die Maßnahmen. Unterstützung erhielten sie ferner aus dem Vereinigten Königreich und von Europol. Auch Partner aus dem privaten Sektor waren daran beteiligt. Das Unternehmen umfasste eine Analyse von 90.000 Kreditkarteninformationen. Bisher ist noch unklar, ob es zu Verhaftungen kam.

Edvardas Šileris, Leiter des European Cybercrime Center von Europol, zeigt sich mit dem Erfolg zufrieden.

„Mit mehr als 40 Millionen Euro an vorbeugenden Verlusten ist die Carding Action 2020 ein hervorragendes Beispiel dafür, wie der Austausch von Informationen zwischen Privatunternehmen und Strafverfolgungsbehörden ein Schlüssel zur Bekämpfung des zunehmenden Trends des E-Skimming und zur Verhinderung von Kriminellen ist, die davon profitieren EU-Bürger.“

Detective Chief Inspector Gary Robinson von der britischen Einheit für Karten- und Zahlungskriminalität (Dedicated Card and Payment Crime Unit) lobte sein Team ebenfalls für die Arbeit an der Operation

„Die Einheit fungierte als Gateway und erleichterte insofern den Datenaustausch, um die Kriminellen hinter diesen illegalen Aktivitäten zu stoppen und die Öffentlichkeit vor Kartenzahlungsbetrug zu schützen.“

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.