Blockbuster-Film-Verschiebungen haben Kinoschließungen zur Folge

Fehlende Blockbuster haben ein Kinosterben in Großbritannien und den USA zur Folge. Cineworld schloss hier bereits seine Pforten.

Blockbuster
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Die durch die Corona-Krise ohnehin bereits geschwächte Kinolandschaft steht aktuell vor neuen Herausforderungen. Die so lange ersehnten und bereits angekündigten Neuerscheinungen bleiben nun offenbar aus. Blockbuster-Film-Verschiebungen sind an der Tagesordnung, Kinoschließungen gehen damit Hand in Hand, wie The Washington Post berichtet.

Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus blieben die meisten Kinos für fast sechs Monate geschlossen. Starke Umsatzrückgänge waren bereits zu dem Zeitpunkt schon die Folge. AMC verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 Verluste in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar und Cinemark büßte 230 Millionen US-Dollar ein. Viele Filmspielhäuser begannen Ende August mit einer vorläufigen Wiedereröffnung. Kinobesitzer steckten infolge Ressourcen in verbesserte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, darunter distanzierte Sitzplätze, bargeldlose Transaktionen und gestaffelte Spielzeiten. Hoffnungsvoll erwarteten sie daraufhin die Veröffentlichung von Blockbustern, wie Nolans „Tenet“, den Bond-Streifen „No Time to Die“, „Dune“ und Marvels „Black Widow“.

Erwartete Blockbuster blieben für dieses Jahr weitestgehend aus

Allerdings kam es nun aktuell zu Blockbuster-Verschiebungen. Demnach werden nicht nur der neue „James Bond“, sondern auch „Batman“ und „Dune“ auf 2021 verschoben. Zwar haben die Dreharbeiten an Hollywood-Sets langsam wieder den Betrieb aufgenommen. Dennoch gab es Verzögerungen aufgrund von Covid-19-Fällen, wie am Set von „The Batman“. Star Robert Pattinson wurde positiv auf das Corona-Virus getestet.

Studios, die bereit waren, noch in diesem Jahr Filme zu veröffentlichen, haben unterschiedliche Ansätze verfolgt. Einige haben sich dafür entschieden, die Kinos vollständig zu umgehen, indem sie Blockbuster direkt für Abonnement-Video-on-Demand-Dienste veröffentlichten. Auf diese Weise brachte Universal im April „Trolls World Tour“ heraus. Es erschienen aber auch Filme, wie „The Invisible Man“ und „The Hunt“, auf On-Demand-Plattformen. Disney folgte mit „Mulan“. Der Unterhaltungsriese veröffentlichte den Film zwar in Asien, aber in den USA und in Europa ist er nur über den Disney + -Abonnementservice erhältlich.

Als weiteren Fakt wird aufgeführt, dass der Ticketverkauf für Warner Brothers Blockbuster „Tenet“ in den USA nicht so stark wie erhofft verlief. Das sei zum einen auf die Zurückhaltung des Publikums zurückzuführen, zum anderen darauf, dass die Kinos in New York und Los Angeles geschlossen blieben. Allein aus Angst vor Ansteckung blieben viele Menschen dem Kino fern. Die Auswirkung der derzeitigen Veränderungen in ihrer Gesamtheit auf die Kinolandschaft sind vernichtend. Kinos sind auf neue Inhalte angewiesen, um Zuschauer anzulocken und mit der Vielzahl von Streaming-Plattformen, wie Netflix, Amazon und Hulu, zu konkurrieren.


Cineword gab Schließung bekannt – weiteres Kinosterben nicht aufzuhalten?

Wen wundert es da noch, dass vor diesem Hintergrund Cineworld, die Muttergesellschaft der Regal-Kinos, am Montag bekannt gab, dass sie 536 ihrer US-Standorte vorübergehend schließen würde. Zudem stellt Cineworld den Betrieb in Großbritannien für alle 127 Kino-Häuser im Land ein. Für eine Wiedereröffnung gibt es bisher keine Informationen. Damit könnten über 45.000 Menschen ihren Job verlieren. Die Schließung begründete man damit, dass für dieses Jahr keine Blockbuster und attraktive Filme mehr zu erwarten seien. Mooky Greidinger, CEO von Cineworld, bekundet: „Dies ist keine Entscheidung, die wir leichtfertig getroffen haben“. Somit konnte allein „Tenet“ die Kinokette Cineworld auch nicht retten. AMC und Cinemark, die erste und drittgrößte US-Kette, werden Regals Beispiel nicht folgen. Sie bestätigten, dass über 80 Prozent der in den USA ansässigen Kinos geöffnet bleiben werden.

Bitte um einen Rettungsschirm übermittelt

Letzte Woche richteten die Leiter der nationalen Vereinigung der Kinobesitzer, der Directors Guild of America und der Motion Picture Association, einen Brief an die republikanische und demokratische Führung im Kongress. Darin baten sie, den Kinos Vorrang einzuräumen, wenn diese über die bevorstehende COVID-19-Hilfsgesetzgebung nachdenken. In dem Brief schätzte man ein, dass 93% der Kinogesellschaften im zweiten Quartal 2020 Verluste von über 75 % hatten. Wenn der Status quo anhält, werden 69% der kleinen und mittleren Unternehmen Kinogesellschaften gezwungen sein, Insolvenz anzumelden oder dauerhaft zu schließen, und 66% der Kinojobs gehen verloren. Das Schreiben unterzeichneten u.a. Steven Spielberg, Christopher Nolan, Patty Jenkins, Clint Eastwood, Sofia Coppola, Lee Daniels und Martin Scorsese.

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.