Bayern: Massive Zunahme der Drogenkriminalität im Vorjahr

Nach Aussagen des Bayerischen Landeskriminalamtes nahm in Bayern die Drogenkriminalität massiv zu. Es gab einen Anstieg um 3,8 Prozent.

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Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks teilte das Bayerische Landeskriminalamt mit, dass die Drogenkriminalität massiv angestiegen ist. In Umlauf wäre mehr Heroin, mehr Kokain und mehr sogenanntes Legal Highs. Auch die Drogengeschäfte über das Darknet von 2016 zu 2017 haben zugenommen.

Drogenkriminalität auf dem Vormarsch

Ermittler gehen davon aus, dass mittlerweile 30 bis 50 Prozent des gesamten Rauschgifthandels im Darknet stattfinden. Dementsprechend muss das LKA mehr investieren in bessere Computer, entsprechende Technik und Spezialisten.

So gab es laut der aktuellen bayerischen Kriminalitätsstatistik für 2017 einen Anstieg um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Jörg Beyser vom Rauschgiftdezernat des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) geht jedoch davon aus dass der reale Anstieg noch sehr viel höher wäre. Besorgt äußert er: „Wir werden derzeit überschwemmt von den Giften“. So werde die Menge an aufgegriffenen Drogen immer größer trotz gleichbleibender Kontrollen, wie an der Grenze oder in Diskotheken.

Gesamtbedarf an Heroin gestiegen

Das Bundeskriminalamt schätzt den Gesamtbedarf an Heroin in Deutschland auf 39 bis 45 Tonnen, davon würde allein Berlin sechs Tonnen benötigten. Laut Beyser werden jedoch nur niedrige zweistellige Kilogrammbereiche polizeilich sichergestellt. „Zwischen dem, was auf dem Markt gebraucht wird und da ist und dem, was die Polizei sicherstellt, gibt es eine Riesenkluft. Das heißt, das ganze Gift geht auf irgendwelchen Wegen an uns vorbei.“

Als Problem bei der Drogenkriminalität erweisen sich laut LKA die neuen psychoaktiven Substanzen oder auch synthetischen Drogen (Legal Highs). Bei diesen Stoffen hätte der Konsum besonders besorgniserregend bei Schülern zugenommen und das trotz der gesundheitschädigenden Risiken. Seit November 2016 gibt es dazu ein neues Gesetz, das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz, als richtungweisenden Schritt zur Drogenbekämpfung.

Es regelt den Umgang mit neuen psychoaktiven Stoffen, die nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind. Das Gesetz erfasst ganze Stoffgruppen von verbotenen Grundsubstanzen. Noch bevor es das Gesetz gab, bestand das Problem darin, dass nur eine chemische Formel eines Gifts verboten wurde. Sobald Chemiker diese Formel bei der Herstellung von Drogen veränderten, fiel der Stoff aus dem Gesetzesbereich heraus. Zwar wäre aktuell immer noch nicht die gesamte Palette abgedeckt, jedoch sei das Gesetz zumindest ein guter Anfang.


Durch verstärkte Grenzkontrollen zu Tschechien habe der Konsum an Crystal-Meth abgenommen, gibt das BKA weiterhin bekannt. Allerdings könnte es sein, dass eine Verlagerung der Produktion in Richtung Niederlande stattfindet, so die Vermutung der Ermittler.

Bildquelle: Meditations, thx! (CC0 Public Domain)

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.